Star Trek - Die Kraft des Geistes von jazmin_juanita
Hinweise zur Geschichte:

Diese Story entstand als Weihnachtskettenstory in der Mailingliste „Trekpower“, vor der Umwandlung der Liste in ein Forum. Initiiert wurde sie von Matthias Wieprecht, dem Moderator der Liste, der auch einiges zur Story beigetragen hat. Sie war auch der Beginn der Serie um die Familie Q, auch wenn sie chronologisch erst an 3. Stelle steht.

 

Star Trek - Die Kraft des Geistes - Teil 1 von jazmin_juanita

Captain Archer blickte aus dem Fenster und konnte nicht glauben, was er dort sah! Das Raumschiff bewegte sich auf die NX01 zu und es hatte ganz den Anschein, es wäre ein Raumschiff aus einem anderen Jahrhundert, obschon es „Enterprise” hieß. Über Funk meldete sich der Captain: „Hier spricht Jean-Luc Picard, wir haben den Abgesandten an Bord...Admiral Janeway wünscht an Bord zu kommen um ihnen alles zu erklären...” Archer konnte es nicht glauben, was hier geschah: er bekam Besuch aus der Zukunft!

*****

Ohne zu zögern aktivierte er seinen Kommunikator. „Hier spricht Captain Jonathan Archer.”, antwortete der dunkelhaarige Mann, „Erlaubnis erteilt. Ich komme in den Transporterraum.” Fassungslos blickte er weiterhin das Raumschiff an, das er aus dem Fenster sehen konnte. Jonathan merkte nicht, als Tucker neben ihn trat und etwas sagte. „Was hast du gesagt, Trip?”, fragte Archer, der seinen Blick von dem Raumschiff nicht losreißen konnte. Tucker warf dem Captain der Enterprise NX 01 einen Seitenblick zu, bevor er antwortete. „Sie ist faszinierend.”, wiederholte der blonde Mann seine Aussage. „Sie?”, fragte Jonathan verwirrt. Trip nickte. „Ja.”, antwortete Tucker mit einem leichten Schmunzeln, „Ich meine das Schiff da draußen.”

*****

Janeway lächelte Archer an, als dieser den Transporterraum betrat. „Was ich Ihnen erklären muss.”, begann sie. „Klingt auf den ersten Blick sehr merkwürdig. Aber nach meiner Illustration werden Sie sicher verstehen.” Damit wischte sie sich über die Stirn, worauf der Transporter ein zweites Mal surrte und mehrere Sternenflottenoffiziere materialisiert wurden. Irritiert sah Archer in die fremden Gesichter. Plötzlich löste sich eine der Frauen aus der Gruppe, die aus Frauen und Männern mit teilweise für Archer sehr seltsamen Uniformen und seltsamem Aussehen bestand, ging forschen Schrittes auf Trip zu und sagte: „Komm, Kollege Schweißfuß, ab an die Arbeit. Die liebe Tressa erklärt alles.” Dann drehte sie sich wieder um und sagte zu einem anderen Techniker: „Miles, komm in Schweiß, wir haben keine Zeit.” Alle Techniker verschwanden in den Maschinenraum, während Archer erst Janeway und dann die entenschnabelnasige Frau ansah, die gleich darauf neben ihr hervortrat. „Ich bin Agent Sedrin Taleris.”, stellte sie sich vor. „Ich komme noch viel weiter aus der Zukunft als Janeway. Ach übrigens, das ist Commander Sisko. Er liegt irgendwo dazwischen. Wir müssen alle zeitübergreifend zusammenarbeiten, um eine riesige Katastrophe zu verhindern. Sytania, die die Föderation in meinem Heimatjahrhundert terrorisiert, hat alle Bösewichter aus allen Zeiten zusammengeholt. Sie beraten, wie sie uns vernichten können und das kurz vor einem Jahresende.”

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An einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit.…

Spock kniete vor dem Zeitportal und berührte es mit seinen Händen. Seine Augen hatte er angestrengt zusammengekniffen. Kirk kam hinzu und beobachtete ihn, dann folgte McCoy.

„Was zum Teufel…”, begann er, aber Kirk gebot ihm Einhalt. Leiser fragte McCoy: „Was zum Teufel macht er da? Will er Eins mit dem Steinkreis werden? Lieber nicht, dann liegen seine Sprüche mir bald noch schwerer im Magen…”

„Ich weiß nicht, was er da tut, aber er hat seinen Landurlaub dafür verplant. Es muss ihm wichtig sein.…”

„Wichtig?”, platzte McCoy heraus. „Unser grünblütiger Vulkanier nahm mal Urlaub für Kohlinar oder wie das hieß. Der hat doch eine Schraube locker.…”

„Pille! Bitte zäume deinen Tonfall. Warum regst du dich so auf?”

„Das letzte Mal, dass wir hier waren… Es war eine sehr schmerzvolle Erfahrung für Dich. Außerdem…”, bluffte er, „…wollte ich mich gerade von zwei orionischen Sklavinnen massieren lassen.” Kirk lächelte schief.

„Es ist schon in Ordnung. Ich bin darüber einigermaßen weg. Edith Keeler ist tot. Schon lange.”

Dann fügte er hinzu: „Spock sagte mir, er habe Kontakt mit einer Entität aufgenommen. Ich begreife es selber nicht!”

Spock löste seinen Griff vom Portal und ging auf wackeligen Beinen zu seinen Kollegen. „Sedrin Taleris.”, stammelte er. „Sie wird sich für Sedrin Taleris ausgeben!” „Sie wer?”

„Es ist Sytania, uns auch bekannt als Redjac.”

„Meine Güte! Meinen Sie etwas Jack the Ripper?”

„Das ist korrekt.”…

„Wann wird sie das tun?”

„In der Vergangenheit. Sie wird Captain Jonathan Archer aufsuchen und erfolgreich täuschen! Die Entität ist ein großer Geist eine machtvolle, geistige Präsenz. Sie sagte mir, dass dies nie passieren durfte!”

„Mit welcher Konsequenz, wenn mir die Frage gestattet ist, müssen wir denn rechnen?”, fragte Pille. Spock zog eine Augenbraue hoch. „Die Vernichtung der Föderation wie wir sie kennen!”

„Meine Herren.”, erklärte Kirk, „Wir müssen mal wieder die Menschheit retten. Kirk an Enterprise... Drei Mann hochbeamen und alles klar machen für einen Zeitsprung.”…

„Captain, wenn ich Sie korrigieren dürfte: Sie werden nicht nur die Menschheit retten!” „Grünblütiger…” Dann beamten sie auf ihr Schiff…und fragten sich einmal mehr wie die Vergangenheit etwas ändern konnte, das schon geschehen war…

*****

Während Admiral Janeway sich bereitmachte, um auf die NX-01 gebeamt zu werden, spielte sich gleichzeitig etwas sehr merkwürdiges ab. Auf dem Gang vor der Brücke hörte man, wie sich ein Mann und eine Frau lauthals stritten.

„Was machst DU denn hier, was hast du jetzt schon wieder angestellt??”, hörte man eine junge Frau sagen. „ICH???” Mit absoluter Unschuldsmiene sagte der Mann: „Ich bin ausnahmsweise mal völlig unschuldig!” „Und wieso bist du dann hier?” wurde er gefragt. „Weil ich euch helfen möchte.” Sie fing an zu grinsen, sagte: „Du, uns helfen?? Was für’n Witz!” „Bitte glaube mir, es steht viel auf dem Spiel und ich will nicht, dass dir etwas passiert, Jenny.”

Wie vom Donner gerührt stand sie da. Immer mal wieder war er in den letzten Wochen aufgetaucht und hatte die Besatzung in helle Aufregung versetzt. Aber es passierte – nichts – weil er nämlich nach einigem Hin und Her und lautstarken Streitereien brav hinter ihr herdackelte, und alles tat, was immer sie wollte.

Nur Captain Picard hatte noch nicht wirklich begriffen, was eigentlich los war…

„Also gut.”, sprach sie, „Ich bringe dich zu Captain Picard, mein Schatz, aber wehe, du benimmst dich daneben!” „Ist ja gut…” erwiderte er und beide betraten die Brücke.

Nun bot sich der Brückenbesatzung ein Bild, das zumindest die Brückencrew noch nie gesehen hatte. Sie hatten Gerüchte gehört, ja, aber niemand hatte sie wirklich geglaubt.

Ein äußerst freundlicher, friedlicher Q stand nun vor Picard und sagte:

„Mon Capitain, ich weiß von der Katastrophe, die das ganze Universum bedroht und möchte helfen.” Picard sah Q sprachlos an. „Moment mal, SIE sind der Freund von Commander Janzen????? Das gib’s nicht!” Er drehte sich zu ihr um und sagte: „Wie um alles in der Welt haben Sie es geschafft, Q zu zähmen?? Ich habe gehört, der folgt Ihnen wie ein braves Hündchen?” „Mit sowas wie Liebe, Captain Picard, damit ist es ganz leicht gewesen.”, lächelte sie.

„Nun Captain, mein Freund hat einige Daten für Sie, die Ihnen meines Wissens bisher nicht bekannt waren, ich finde, Sie sollten sich das anhören.”

*****

Auf dem Zubringer zur Hauptverkehrsstraße nach Demetanya war nicht viel los, als der mit einem Androidenpaar besetzte Solarjeep darauf entlang raste. „Dr. Soong und Prof. Melusina sei dank können wir keine Opfer von Sytanias telepathischer Täuschung werden im Gegensatz zum armen Agent.”, stellte Cupernica fest. Data stoppte den Jeep vor einem Krankenhaus und sagte dann nur sachlich: „Bestätigt. Komm jetzt, wir haben keine Zeit.”

Sie betraten wenig später ein Krankenzimmer, in dem eine einzelne Demetanerin auf einem Biobett lag. Sie war zwar wach, aber schien trotzdem irgendwie benommen. Cupernica ließ ihren Blick scannend über sie schweifen und sagte dann: „Dachte ich mir.” Dann wandte sie sich in bestimmtem Ton an Data: „Hilf mir, wir müssen sie drehen.” Data eilte hinzu und die beiden drehten die Patientin vorschriftsmäßig auf den Bauch. Cupernica zog einen Hypor aus ihrer Tasche, steckte eine Patrone mit Zellarem Peptidsenker auf und sagte ruhig: „Ist ja gut, Agent. Gleich wird es Ihnen besser gehen.” Damit spritzte sie das Medikament in Sedrins Schokoladenseite. Bald darauf nahm die Demetanerin einen tiefen Atemzug und sagte: „Danke Cupernica. Ich erinnere mich nur noch, wie ich auf dem Fußweg zusammengebrochen bin. Alles andere ist total verschwommen, wie in einem Traum.” Verständnisvoll legte Cupernica ihre Hand in die ihrer Vorgesetzten, warf einen Blick zu Data, der mit Hilfe eines Sprechgerätes einen Shuttletransporter fernbediente und meinte dann: „Um sich permanent wie Sie verhalten zu können, Ma’am, bedurfte es für Sytania einer ständigen telepatischen Verbindung zu Ihnen. Die haben wir aber jetzt gekappt.” „Sie werden mir sicher zustimmen, verehrter Agent, wenn ich sage, dass sie jetzt bald beginnen wird, Fehler zu machen. Das passiert jedem Täter, der nervös wird. Ich selbst partizipiere des Öfteren an Detektivgeschichten und da ist es in 99 % der Fälle auch so.”, fügte Data hinzu. Sedrin nickte bestätigend. „Dann los.”, sagte sie. „Stellen wir uns zwei Sedrins gegenüber und zeigen wir Sytania, dass wir ihr Spiel durchschaut haben. Übrigens, ich erinnere mich an jedes verdammte Wort, das auf der Konferenz zwischen Ihr und den anderen gewechselt wurde. Sie hat wohl nicht bedacht, dass die Verbindung zu mir das mit sich bringt. Verdammt! Q verarscht alle gründlich, inklusive seiner eigenen Freundin. Wir müssen…” Ein Schwächeanfall unterbrach ihre Aufklärungsbemühungen. „Kümmere du dich um die Patientin, Cupernica, ich kümmere mich um die Zeitreise.”, kommandierte Data und initiierte den Zeitsprung.

*****

Captain Picard sah sowohl Q als auch seine Commander stirnrunzelnd an und nickte dann: „Kommen Sie beide bitte mit in meinem Bereitschaftsraum, Mr. LaForge, Sie haben das Kommando!”

Eilig begaben sich die drei in den Bereitschaftsraum. „Nun, Q, nachdem Sie mir nun so eine Überraschung beschert haben.”, dabei sah er schmunzelnd zu Commander Janzen rüber, „Berichten Sie!” „Jean-Luc, wir sollten schleunigst an der Konferenz auf der anderen Enterprise teilnehmen. Die Q haben herausgefunden, dass Agent Sedrin eigentlich Sytania ist und die Menschen täuscht, indem sie eine telepathische Verbindung zu der echten Sedrin unterhält.” Q schüttelte den Kopf, „Hat die allen Ernstes geglaubt, wir Q würden nicht dahinter kommen?” „Sagen Sie, Q, warum wollen Sie der Föderation auf einmal helfen? Ich meine, mal abgesehen von Ihrer hübschen Freundin hier.” Q seufzte: „Ach, Jean-Luc, nun seien Sie doch nicht so misstrauisch. Sytania bedroht nicht nur alle Zeitlinien, sondern ALLES. Wenn sie Erfolg hat, dann ist auch das Q-Kontinuum vernichtet, dann gibt es nichts mehr.” Erschrocken sah Picard ihn an. „Wir müssen sie irgendwie aufhalten.” Q

nickte: „Und ich habe auch schon eine Idee: Ich werde die da drüben auf der anderen Enterprise ein bisschen an der Nase herumführen und damit das wirklich alle glauben, was ich da sage, wird niemand eingeweiht.” Er wandte sich an seine Freundin, nahm ihr Gesicht in seine Hände und sagte: „Schatz, es tut mir leid, ich werde auch dich da mit hineinziehen müssen. Alle werden hinterher behaupten, ich wolle dich verarschen. Bitte glaube mir, ich tue das nur um alle Universen in allen Zeitlinien samt Kontinuum zu retten. Bitte zweifele nie an mir, denk dran, egal was auch geschieht, ich liebe dich!”

Nachdem Q das gesagt hatte, ließ er sie los und alle drei standen plötzlich auf der Enteprise NX-01, wo Archer nicht schlecht staunte, als plötzlich noch mehr Menschen in seltsamen Uniformen auftauchten und dann auch noch, ohne sich anzukündigen.

„Captain Archer, ich bin Captain Jean-Luc Picard, wir hatten bereits das Vergnügen, miteinander zu reden, meine Begleiter sind mein erster Offizier, Commander Jenny Janzen und Q, eines der mächtigsten Wesen aus dem Q-Kontinuum und gleichzeitig...”, seufzte er, „ ...der Freund meines Commanders.”

*****

Jonathan nickte kurz zur Begrüßung, bevor er antwortete. „Das Vergnügen ist ganz meinerseits.”, sagte er, „Nur langsam frage ich mich, was hier eigentlich gespielt wird.” „Das wird sich wohl bald klären.”, erwiderte Picard mit ernster Miene, „Aber vorher müssen wir Sie noch über einige Dinge aufklären, um das Ganze besser zu verstehen.” „Hoffentlich bekomme ich davon keine Kopfschmerzen.”, meinte Archer trocken, „Wenn ich mir hier die ganzen Uniformen der Neuankömmlinge so betrachte, scheint das ganze bereits Maße anzunehmen, die ich schon mehr als etwas beunruhigend empfinde.” Trip trat an Picard heran und musterte den fremden Captain von jener Enterprise, die erst weit in der Zukunft gebaut werde sollte.

„Was für eine Transportertechnologie hat eben gerade Ihr Freund da verwendet, Sir?”, fragte Tucker Jean-Luc, „Sein Verschwinden war ja wirklich lautlos und ziemlich schnell. Mit der lautlosen Technik kann man ja wirklich die Leute an der Nase herumführen.” Picard verzog das Gesicht. „Glauben Sie mir.”, erwiderte er ein wenig gequält, „Der braucht keine Transporter. Das macht er irgendwie anders und die Sache mit dem an der Nase herumführen, kann er besonders gut. Das werden Sie schon bald selbst erleben.”

*****

In diesem Augenblick ging die Tür auf und Kirk, McCoy und Spock betraten den Raum!

"Wer sind Sie denn?”, fragte Picard und schmunzelte anbetracht der historischen Uniformen, die sie trugen.

"Mein Name ist James Tiberius Kirk, Captain der Enterprise!”

Picard bekam große Augen.

"Das bin ich auch!”

Spock sagte: "Faszinierend!”

Und McCoy fluchte: "Verdammt, kann mir mal einer erklären, was hier los ist?”

*****

Alle Anwesenden hatten sich inzwischen zu den Neuankömmlingen umgewandt.

„Die Frage habe ich mir auch schon gestellt.”, erwiderte Archer trocken, währenddessen McCoy einen kurzen Blick in die Runde warf, „Das einzige, was ich bisher begriffen habe ist, dass von irgendwoher eine Gefahr droht, die uns alle auslöschen kann und die Leute aus verschiedenen Zeitlinien alle hierher kommen, um sich gemeinsam gegen dieser Bedrohung zu stellen.” McCoy nickte verwirrt. „Aha.”, sagte Leonhard, dem Jonathans Antwort nicht wirklich weiterhalf, den Grund für diese ungewöhnliche Versammlung zu begreifen, „Na wenn das mal kein endgültiges Chaos wird.”

Kirk trat fast lautlos neben seinen Ersten Offizier, der die illustre Gesellschaft schweigsam, aber mit großem Interesse beobachtete. „Nun, Spock, was halten Sie denn von der ganzen Sache?”, fragte er so leise den Vulkanier, dass die anderen das nicht mitbekamen. „Für eine Analyse ist es wohl noch zu früh, Captain.”, antwortete Spock in seiner stoischen Ruhe, „Aber anhand der Uniformen und dem Gebaren der Anwesenden hier zu urteilen, stammen sie alle tatsächlich aus verschiedenen Zeitlinien.” „Ich nehme an, dass Sie das durch die Mentalverschmelzung mit dem Wächter der Ewigkeit wissen.”, erwiderte Kirk mit nachdenklicher Miene. „In der Tat, Captain.”, gestand Spock, „Durch diese Mentalverschmelzung haben wir bereits ein paar Informationen erhalten, die den anderen hier noch fehlen, was sich aber bald ändern dürfte.” McCoy, dem die Situation etwas unheimlich anmutete, gesellte sich wieder zu Kirk und Spock. „Ich weiß nicht, Jim.”, gestand Pille, der wieder etwas ruhiger geworden war, „Ich komme mir hier so langsam wie auf einem Kostümball vor.” „Da irren Sie sich, Doktor.”, entgegnete Spock gelassen, der nach einer Person Ausschau hielt, die sich als Sedrin Taleris ausgab, aber in Wirklichkeit Sytania war, „Wir befinden uns hier keineswegs auf einem Kostümball. Stattdessen sind wir Zeugen eines historischen Ereignisses.” „Die Frage ist nur, was die Historie dabei gewinnen wird.”, brummte McCoy missmutig. James T. Kirk sah Leonhard an. „Beruhige dich wieder, Pille.”, antwortete dieser leise, „Genieße diesen Moment, denn so schnell wirst du nicht all’ diese Personen wiedersehen.” Doch bevor McCoy etwas erwidern konnte, trat eine junge Frau, die den Rang eines Commanders bekleidete, in die Mitte und ergriff das Wort.

*****

Das Shuttle mit Data, Sedrin und Cupernica hatte die Zeitreise beendet und war nun neben den anderen Schiffen zum Stoppen gekommen. Data hatte Kontakt mit dem Computer seiner Enterprise aufgenommen und sich über die letzten Vorkommnisse erkundigt. Nach einer Weile sagte er fast staunend: „Ich kann sie nicht finden.” „Über wen sprichst du.”, fragte Cupernica. „Über Commander Jenny Janzen.”, antwortete Data. „Es ist merkwürdig, in allen Tonaufzeichnungen der Gespräche wird sie erwähnt oder ist sogar anwesend. Aber im Computer sind keine Daten, die älter als einen Tag sind. So schnell wird man doch normalerweise kein erster Offizier.” „Docken Sie uns und lassen Sie uns nachsehen.”, schlug Sedrin vor. „Vor einem erneuten Kontakt mit Sytania habe ich keine Angst. Die sollte sie ja viel eher haben, schließlich haben Sie, Cupernica, mir ja grade noch eine fiese Spritze mit Verteron verpasst. Die macht ja jeden Kontakt mit mir für den Telepathen giftig und das mindestens für drei Tage.” Cupernica nickte bestätigend und fügte hinzu: „Die normale Halbwertzeit von medizinischem Verteron in einem demetanischen Stoffwechsel beträgt drei Tage. Wenn man aber nachspritzt, wirkt es länger.”

Sie hatten sich auf eines der unteren Decks gebeamt. Sedrins Plan beinhaltete, dass sie den so genannten Commander stellen und mit Datas Daten konfrontieren würden. Stattdessen kam aber alles ganz anders. Grade wollten sie sich im Korridor postieren, als sie sich plötzlich in Commander Janzens Quartier wieder fanden. Selbige empfing sie mit einem Lächeln. „Ich habe mir schon gedacht, dass Sie mir draufkommen würden.”, sagte Janzen mild. „Der aufgetretene Datenfehler war Absicht und sollte Sie auf meine Spur lenken. Nur zu, Cupernica, scannen Sie mich. Ich bin sicher, Sie werden mich erkennen.” Cupernica tat dies und sagte dann: „Erstaunlich. Sie können das Neuralfeld einer Terranerin täuschend echt imitieren. Aber ein Resonanzscan Ihrer Hirnrinde hat mir verraten, wer Sie wirklich sind. Sie sind …” „Mundhalten, Cupernica.”, unterbrach Sedrin, grinste breit und sagte schließlich: „Sie sind Q’s Ex, nicht wahr? Sie sind auf unserer Seite! Sie spielen Q den jungen unschuldigen Commander nur vor. Hah, das wird ihn treffen, dass er auf seine Ex ein zweites Mal reingefallen ist.” „Sie sind eine clevere Frau, Agent.”, sagte die Entlarvte und verwandelte sich vor aller Augen in ihre wahre Gestalt zurück. „Ich habe kein Wort von dem geglaubt, was Q über uns helfen gesagt hat. In Wahrheit arbeitet er doch sicher mit Sytania zusammen. Die Wahrscheinlichkeit ist am Größten. Sie beträgt 99,53 %.”, warf Data ein. „Stimmt.”, bestätigte Sedrin. „Und das habe ich sogar aus erster Quelle.” Dabei verzog sie angeekelt das Gesicht. „Q und Sytania hätten, würden sie ihren Plan durchziehen, eine Sekunde absoluter Macht, in der sie das Universum neu schaffen könnten, wie es ihnen gefiele.”, referierte Cupernica. Die Q nickte. Dann setzte sie sich ruhig in einen Sessel und sagte: „Die Techniker machen allerdings genau das Richtige. Sytania hat sich nämlich ein Bisschen zu sehr wie Sie verhalten, Sedrin. Sie bauen die Phaser um, damit diese Sytanias schönes Phänomen als Trägerwelle benutzen können und es zerstören können, durch alle Zeiten hindurch. Allerdings müssen die Schiffe wieder in ihren Zeiten sein und Synchron feuern, sonst funktioniert es nicht.” „Ups.”, machte Sedrin. „Da haben Sie den Beiden ja ein riesiges Ei ins Nest gelegt, Ms. Q.” „Ich muss Sie korrigieren, Ma’am.”, widersprach Cupernica. „Das waren die beiden im Grunde selbst.” „Ist ja auch egal.”, meinte Sedrin in etwas abfälligem Ton, während sie die Q mit ihrem Erfasser scannte. „Interessant.”, lächelte sie danach. „Sie waren anscheinend für einen Moment nicht in Ihrem Körper und hatten auch Kontakt zu Mr. Spock.” „Ich nehme an, Ma’am.”, begann Cupernica. „Sie wollen die Bombe erst nach Sytanias Niederlage platzen lassen.” Die Demetanerin gab einen bestätigenden Laut von sich und sagte dann: „Tun wir erst mal, als wüssten wir von nichts. Es wird Zeit, dass Sie wieder Commander Janzen werden, Ms. Q. Ja, ja, wer spielt am Ende wohl mit wem?”

*****

Inzwischen auf der NX-01:

„Meine Damen und Herren, ich bin Commander Jenny Janzen. Sie werden sich vielleicht wundern, warum gerade ich das Wort ergreife. Wenn Sie die Datenbanken der Föderation durchforsten, werden Sie nur wenige Daten über mich finden und die, die Sie finden, sind nur wenige Monate alt. Das alles hat seinen guten Grund. Der Rang eines Commanders wurde mir ehrenhalber von Captain Picard gegeben, um in dieser Situation besser helfen zu können. Ich komme aus dem 21. Jahrhundert, genauer gesagt, aus dem Jahre 2015. Zu jener Zeit kam ich über das damals sogenannte Internet mit einer Verschwörungsorganisation in Berührung, die mir, meinem Exmann und einem Freund erklärte, es halte sich eine Außerirdische namens Sytania auf der Erde auf, die danach trachte, alles Leben in allen Universen und Zeitlinien auszulöschen. Man suchte einen Freiwilligen, der bereit war, sich in die Zukunft bringen zu lassen, um die Menschen zu warnen und hier bin ich nun. Ich traf zuerst auf Admiral Janeway, die dann dafür sorgte, dass ich auf die Enterprise zu Captain Picard kam.”

Nach diesen Worten zog sich Commander Janzen zurück und ließ ihrem Freund den Vortritt. „Als Jenny mir erzählte, was sie in diese Zeitlinie führte, habe ich mich unverzüglich mit dem Kontinuum in Verbindung gesetzt und gemeinsam haben wir einen Plan entwickelt, um Sytania endgültig und für alle Zeiten zu besiegen.” Zweifelnd sah Captain Kirk dieses übermächtige Wesen an. „Wenn Sie so mächtig sind wie alle sagen, wieso haben Sie das nicht schon vorher gewusst?”, fragte er. „Nun.”, antwortete Q. „Ich habe mich lange nicht im Kontinuum blicken lassen, das Chaos, dass die Menschen verbreiten, ist viel interessanter.”, grinste er.

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„Bevor Sie mit Ihren Erklärungen anfangen, möchte doch mal fragen, warum diese Entität uns alle auslöschen will?”, warf Archer ein, „Da frage ich mich doch nach dem Sinn.” „Nun, mein lieber Jonathan.”, antwortete Q hochnäsig, „Die Frage ist doch ganz einfach zu beantworten. Sytania will die absolute Herrschaft über sämtliche Universen und Dimensionen, einschließlich des Q-Kontinuums. Alle, die sich ihr widersetzen, will sie vernichten. Alle anderen, die sich ihr unterwerfen, lässt sie am Leben.” McCoy gab ein abfälliges Schnauben von sich. „Vermutlich solange, bis sie ihr zu unbequem werden oder etwas von ihr wollen, was sie nicht teilen will.”, meinte Leonhard finster. Q nickte. „Ja, so könnte man es ausdrücken.”, bestätigte er. „Und warum haben Sie nicht schon vorher etwas dagegen unternommen?”, wollte Kirk wissen, „Eigentlich hätten Sie diese Gefahr schon frühzeitig erkennen und dementsprechend längst handeln müssen. So, wie ich das verstehe, haben Sie doch genügend Macht, um mit dieser Person alleine fertig zu werden.” Q sah den Captain der Enterprise 1701 an. „Natürlich habe ich die Macht, um mit ihr alleine fertig zu werden.”, gab Q zu, „Aber da sie jede Menge Leute aus den verschiedenen Zeitlinien für die Umsetzung ihres Planes zusammengeholt hat, wobei ich erwähnen muss, dass alle aus Ihrer Sicht sehr finstere Gestalten sind, die sie als Unterstützung hat, kann ich mich nicht um alle kümmern, die an ihrer Seite kämpfen.” „Und deshalb brauchen Sie uns.”, schlussfolgerte Benjamin Sisko finster, „Wir sollen die Kleingeister bekämpfen, während Sie sich mit dem Kopf der illustren Bande auseinandersetzen.” „So ist es, Bennyboy.”, bestätigte Q mit hochnäsigem Grinsen, „Schließlich wird die Schlacht an mehreren Orten gleichzeitig stattfinden und auch ich kann nicht an allen Orten zur selben Zeit agieren.” Einige der Anwesenden begannen unwillkürlich zu grinsen und hinter der vorgehaltenen Hand zu kichern. Siskos Miene hingegen blieb ausdruckslos, obwohl er innerlich langsam zornig wurde.

Commander Janzen knuffte Q unsanft in die Seite. „Aua.”, sagte er und sah die junge Frau aus der Vergangenheit an, „Warum machst du das, Jenny?” „Hast du mir nicht etwas versprochen, mein Schatz?”, erinnerte sie ihn, „Du wolltest nicht mehr so arrogant gegenüber anderen in Erscheinung treten und sie so herablassend behandeln. Rede in Zukunft respektvoller mit diesen Leuten.” „Entschuldigung, Jenny.”, lenkte Q ein, „Das war wieder mal meine alte Gewohnheit. Kommt nicht wieder vor.” „Okay, dann erzähle ihnen weiter, was wir vorhaben.”, antwortete Commander Janzen besänftigt, „Uns läuft bald die Zeit davon.” Doch bevor Q seinen Plan weiter erläutern konnte, wurde er erneut unterbrochen.

„Mit wem arbeitet denn diese Sytania zusammen?”, wollte Kirk wissen, „Wenn Sie schon sagen, dass es sehr finstere Gestalten sind, die Sytania um sich versammelt hat, müssen diese Typen in ihren jeweiligen Zeitlinien ja schon sehr gefährlich sein.” Q verzog das Gesicht. „Das stimmt.”, antwortete Jennys Freund, „Sie dürfen keinen von ihren unterschätzen, denn sie haben schon in ihren jeweiligen Zeitlinien sehr viel Schaden angerichtet.” „Das hört sich nicht gut an, Q.”, bemerkte Picard, „Erzählen Sie uns, wie gefährlich Sytanias Verbündete für uns sind.” „Nun, Jean-Luc.”, begann er mit einem warnenden Unterton, „Wenn Sie mich so fragen. Jeder von Sytanias Komplizen hat keine Probleme damit, jeden einzelnen von Ihnen im Kampf zu töten.” Q machte eine kurze Pause und ließ seine Worte auf die Anwesenden wirken.

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Ein leises Raunen ging durch die Menge der Anwesenden, als Q mit ernster Miene die ersten Namen von Sytanias Verbündeten nannte. „Oh mein Gott.”, flüsterte McCoy, „Da ist einer schlimmer als der andere.” Q unterbrach seine Aufzählung und blickte Leonhard an. „In der Tat.”, sagte er mit ernster Miene, „Wie Sie sehen, hat Sytania keine Mühen gescheut, um die schlimmsten von ihnen um sich zu versammeln.” „Das wird keine leichte Mission werden.”, stellte Sisko mit finsterer Miene fest. „Eben.”, ergänzte Kirk, „Wir müssen uns so gut wie möglichst vorbereiten, damit wir nicht scheitern.” „Weiß denn schon jemand, wo sich zurzeit diese Sytania aufhält?”, fragte Archer. „Auf Grund ihrer Fähigkeiten als Entität, kann man das nicht so einfach sagen.”, erwiderte Q, „Sie kann zu jederzeit an jeden Ort sein.” „Mit anderen Worten, Q.”, konstatierte Jean-Luc, „Sie wissen es auch nicht.” „Leider nein, Jean-Luc.”, gestand Q widerwillig. „Okay.”, ergriff Kirk das Wort, „Dann sollten wir mal alle Informationen zusammentragen, die wir haben, denn so wie ich das sehe, hat jeder von uns ein Puzzlestück des Ganzen. Vielleicht wissen wir dann, wo sie sich aufhalten könnte, wenn jeder seine Informationen an alle anderen weitergibt.” „Ja, dem Vorschlag kann ich mich nur anschließen.”, pflichtete Picard seinem Vorgängerkollegen bei, „So können wir gemeinsam einen Anhaltspunkt finden, um unseren Plan umzusetzen, nachdem Sie ihn uns vollständig erläutert haben.”

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Janeway runzelte die Stirn, stand auf und sagte: „Das ist ja eine illustre Runde von Gaunern, die Sie uns da aufzählen, Q. Sicherlich haben alle ihre Widersacher erkannt.” „Ja, sogar ich habe mich nicht schlecht über die Anwesenheit des Großen Nagus der Ferengi gewundert.”, meldete sich Sisko erneut zu Wort. „Der lässt sich doch sonst von einer Frau nichts sagen. Allerdings vermute ich, Sytania hat ihn ihre Macht spüren lassen.” Unbeeindruckt von Siskos Zwischenruf fuhr Janeway, die wahrscheinlich wie Kirk schon etwas gemerkt hatte, fort: „Ich vermisse aber eigentlich sehr meine eigene ärgste Widersacherin, die Borgqueen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich die Gelegenheit entgehen lässt, mir einen Denkzettel zu verpassen.” Die falsche Sedrin richtete sich im Stuhl auf, setzte ein dreckiges Grinsen auf und erwiderte: „Die? Wollen Sie wirklich wissen, was ich mit der gemacht habe? Die habe ich beseitigt, weil sie anfing, Ansprüche zu stellen. Ich teile nun mal nicht gern!” Alle sahen sie verwirrt an.

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„Wie bitte!?”, entfuhr es der fassungslosen Janeway, die glaubte, sich verhört zu haben, „Sagen Sie das noch mal, Agent Sedrin.” „Ich sagte, Sytania hat die Borgqueen beseitigt, weil Sie anfing, Ansprüche zu stellen und Sytania nun mal nicht gern teilt.”, erwiderte die Angesprochene. Commander Sisko trat einen Schritt vor. Seine Miene verfinsterte sich. „Das stimmt nicht.”, sagte er in einem scharfen Tonfall, „Sie haben etwas anderes gesagt. Sie haben in der Ich-Form gesprochen.” Sisko wiederholte die Worte der falschen Agent Sedrin.

In diesem Augenblick setzte sich Spock in Bewegung und bahnte sich mit raschen Schritten einen Weg durch die Menge der Anwesenden. Kirk versuchte ihn zurückzuhalten. „Spock, wo wollen Sie hin?”, fragte er, als er versuchte, den Vulkanier am Arm festzuhalten. Dieser drehte sich kurz zu Kirk um und warf ihm einen vielsagenden Blick zu. Sofort begriff Jim, dass der Vulkanier Sytania gefunden hatte und was er nun zu tun gedachte. „Nein, Spock.”, sagte er, „Machen Sie das nicht.” Doch Spock streckte bereits seine Hand nach der Schulter der falschen Sedrin Taleris aus. Der falsche Agent machte eine rasche Drehung und ein greller Lichtblitz ließ den Vulkanier durch die Luft wirbeln. Er krachte laut gegen die nächste Wand und sank leblos zu Boden. Sofort waren Kirk und McCoy bei ihm. Leonhard untersuchte den Vulkanier. Langsam wandte er sich Kirk zu und schüttelte bedauernd mit dem Kopf. „Er ist tot, Jim.”, sagte er tonlos, „Genickbruch.” Q trat mit raschen Schritten in die Menge. „Ich habe Sie alle gewarnt.”, sagte er mit ernster Miene, „Sytania hat keine Probleme jemanden umzubringen.” Direkt vor dem toten Vulkanier ging Q in die Hocke und streckte seinen Arm aus, bis seine flache Hand Spocks Brust berührte. Ein kleiner Lichtblitz folgte und wenig später öffnete Spock wieder seine Augen. Q richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf und trat ein paar Schritte zurück, um Kirk und McCoy wieder Platz zu machen. Sorgenvoll sahen sie den Vulkanier an, der gerade seine Augenbrauen hob. „Spock!”, rief Jim, währenddessen Leonhard Sareks Sohn mit dem medizinischen Tricorder untersuchte, „Ist alles in Ordnung mit Ihnen?” Dieser erwiderte Kirks Blick. „Faszinierend!”, antwortete der Vulkanier in seiner stoischen Gelassenheit. Kirk und McCoy sahen sich verdutzt an.

*****

Q wandte sich zu den anderen um: „Ich muss etwas erledigen.”, sprachs und verschwand in einem Lichtblitz. …Und tauchte in einem entfernten Winkel der Enterprise NX-01 wieder auf, wo Sytania wütend hin und her wanderte und vor sich hin fluchte.

„Hallo Sytania, nette Vorstellung, die du da abgeliefert hast!” „Q! Was willst du? Ich dachte, du Weichei hast dich auf die Seite dieser lächerlichen Menschen gestellt.” Q lächelte gewinnend: „Aber Sytania, tsts, hast du wirklich geglaubt, ich würde mich mit diesen billigen Kreaturen abgeben?” Sytania fing an zu grinsen. „So gefällst du mir schon besser, Q.”, erwiderte sie. Während sie sprach, waren sie sich immer näher gekommen. Q legte freundschaftlich den Arm um ihre Schultern: „Ich musste sie doch in Sicherheit wiegen, sonst wäre dein Sieg doch nicht vollkommen gewesen.”

Währenddessen verließ Commander Jenny den Konferenzraum. Was hat Q nur vor?, fragte sie sich. Und während sie grübelnd die Gänge entlang schritt, hörte sie Stimmen. Sie erkannte sowohl Qs, als auch Sytanias Stimme. Neugierig geworden und mit einem flauen Gefühl im Magen, ging sie etwas schneller in die Richtung, aus der sie die Stimmen vermutete. Sie bog um die nächste Ecke: und da sah sie, wie Q, einen Arm um Sytanias Schultern gelegt, leise auf sie einredete. Wie erstarrt blieb sie stehen. Eine Eiseskälte machte sich in ihrem Herzen breit. Nein, das kann nicht wahr sein!, schrie es in ihr. Er hat mich betrogen und belogen! Oh Q, warum?!, war alles, was sie in diesem Moment denken konnte.

Wie betäubt und fast tränenblind wankte sie zurück zum Konferenzraum, um die anderen zu informieren. Unterwegs traf sie auf Captain Picard, der ihr blasses Gesicht bemerkte. „Commander, was ist denn los? Sie sehen aus, als hätten Sie ein Gespenst gesehen!”, sagte er besorgt. „Vielleicht habe ich das.”, erwiderte Jenny tonlos. „Was ist denn passiert, Commander?”, wollte Picard erschrocken wissen. „Ganz einfach: Q hat mich betrogen, er flirtet gerade auf Teufel komm raus mit Sytania. Wenn ich das gerade richtig verstanden habe, informiert er sie über die Schwächen von jedem einzelnen von uns.”

Picard sah seine junge Commander bedächtig an. „Commander, Sie lieben Q doch, nicht wahr?”, fragte er behutsam. „Ja sicher, aber was ist das jetzt noch wert?”, sprach sie und wischte sich verstohlen die Tränen aus den Augen. „Nun Jenny, dann geben Sie Q die Chance, sein Handeln zu erklären, denken Sie daran, was er Ihnen sagte, bevor wir hierher gebeamt wurden.” Jenny schluckte hörbar. „Aber…aber …Sytania…” Picard fasste Jenny an den Schultern und sah ihr in die Augen: „Nicht immer ist alles so wie es scheint, Commander, denken Sie immer daran.”

Jenny schluckte die Tränen hinunter und sagte entschlossen: „Also die Erklärung muss verdammt gut sein, sonst kann der mich mal!”, erwiderte sie bereits nicht mehr ganz so verzweifelt. Picard lächelte und sprach: „Kommen Sie, man erwartet uns, wir wollen Sytania eine würdige Schlacht liefern.” Beide machten sich auf den Weg zu den anderen.

Picard erklärte den Anwesenden kurz, was Commander Jenny ihm gerade mitgeteilt hatte. Benjamin Sisko lachte bitter. „Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn Q sich wirklich geändert hätte!” Tadelnd sah Captain Picard ihn an. „Lassen Sie es gut sein, Benjamin, diese junge Frau hat schon genug zu leiden. Wir reden später darüber.”

*****

Archer atmete erleichtert auf, nachdem Sytania geflohen war und Spock inzwischen wieder gesund und munter vor den Anwesenden stand. „Wenigstens wissen wir jetzt, wo Sytania sich die ganze Zeit über aufhielt und wie gefährlich sie für uns alle ist.”

„Ja, Captain Archer.”, antwortete Picard mit ernster Miene, „Und sie hat uns allen eindrucksvoll bewiesen, wie skrupellos sie ist.” „Die Frage ist nur, was sie genau vorhat.”, überlegte Sisko laut, „Und wie ihre Verbündeten ins Spiel passen.” Jenny, die sich inzwischen ein wenig von ihrem Schrecken bezüglich ihres Freundes aus dem Q-Kontinuum erholt hatte, ergriff das Wort.

„Sytanias Plan sieht folgendermaßen aus.”, begann sie mit fester Stimme, „Q hat mir berichtet, dass Sytania alle Personen auslöschen will, die in den jeweiligen Kulturen in allen Universen und Dimensionen gehuldigt werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist Weihnachten auf der Erde. Weihnachten bedeutet im biblischen Sinne die Geburt Jesu Christi und wird jedes Jahr erneut gefeiert. Dasselbe gilt auch für Ostern auf der Erde. Auch in dem Fall wird wieder etwas gefeiert, was mit dem Leben von Jesus Christus zu tun hat und das ist etwas, was Sytania gar nicht verknusen kann. Deshalb hat sie sich dazu entschlossen, den Heiland ein für allemal auszulöschen, um stattdessen an seine Stelle zu treten. Dasselbe hat sie auch mit allen anderen Kulturen in der Galaxis vor, in denen solche Huldigungen stattfinden. Im Klartext bedeutet das, dass sie alleine gehuldigt und verehrt werden will.”

„Aber wie will sie denn all’ diese Personen denn vernichten?”, wollte Trip wissen. Commander Janzen sah den Ingenieur der Enterprise NX-01 an. „Die Frage ist berechtigt.”, antwortete sie, „Da kommen ihre Komplizen ins Spiel. Sytania hat inzwischen alle von ihnen in die jeweilige Zeitlinie entsandt, damit sie deren Geburten verhindern, indem sie die Mütter schon vorher töten.” Kirk trat einen kleinen Schritt vor. „Lassen Sie mich raten, Commander Janzen.”, sagte er etwas ahnend, „Wir alle müssen in die entsprechenden Zeitlinien entsandt werden, um genau dieses zu verhindern.” „Genauso ist es, Captain Kirk.”, antwortete Jenny mit sorgenvoller Miene, „Der Haken daran ist es, dass jeder von uns gegen seinen schlimmsten Feind antreten muss.” McCoy fluchte. „Das heißt also, dass du letztendlich gegen den Mann antreten musst, der indirekt für Davids Tod verantwortlich ist.” Jim nickte. „Ja, Pille.”, erwiderte er bitter, „Das bedeutet, dass wir noch mal gegen Khan kämpfen müssen.”

„Sie, Commander Sisko, müssen weit in die Vergangenheit Bajors entsandt werden, damit Sie zusammen Ihren Leuten die Artefakte von den Propheten vor den Palgeistern und Gul Dukat beschützen können.”, verkündete Jenny mit ernster Miene. Benjamin nickte finster. „Ich verstehe.”, sagte er finster, „Wenn es soweit ist, werden wir ihnen einen würdigen Empfang bereiten.”

Kathryn Janeway seufzte tief. „Ich befürchte, dass ich mich wieder mit meinen Leuten zusammen um unsere alten Freunde, die Borg, kümmern darf.”, sagte sie ebenso finster, „Und die haben inzwischen bestimmt schon eine neue Borgqueen.” „Das haben Sie gut erkannt, Admiral Janeway.”, bestätigte Commander Janzen.

*****

Q hatte natürlich bemerkt, dass Jenny ihn gehört hatte. Er hatte gehofft, dass sie diese Szene nicht mitbekommen würde, aber er konnte es auch nicht ändern. Das gehörte zum Plan. Nun gut, so würden die anderen Sytania gegenüber glaubhaft weismachen können, dass er sich auf ihre Seite geschlagen hatte. Das Problem bestand darin, dass sie Sytania nur mit einem Überraschungsangriff besiegen konnten. Jenny sollte nun genügend Wut und Energie aufgebaut haben, um ihre Kräfte voll nutzen zu können, und genau die brauchte er, alleine würde er das nicht schaffen.

Soweit so gut, Q hatte es geschafft, Sytania dazu zu bewegen, ihn zu begleiten. Sytania war nun überzeugt davon, diese Menschen und Vulkanier problemlos besiegen zu können. Schließlich hatte sie Q an ihrer Seite!

Und so betraten Sytania und Q den Konferenzraum, der nun bis auf wenige Personen leer war.

*****

Mehrere Gestalten blickten sich auf einer kleinen Anhöhe um. Leise summte der Tricorder, den Sulu in seinem Händen hielt. „Wo müssen wir hin, Mr. Sulu?”, erkundigte sich Kirk. Der Asiate deutete mit seiner Hand in eine Richtung, wo sie nur ein paar Hügel erkennen konnten. Es war kalt geworden, nachdem die Sonne schon vor Stunden untergegangen war, was typisch für das Wüstenklima war. Unzählige Sterne funkelten am abendlichen Firmament. „Das ist interessant.”, sagte Sulu, „Wir müssen in diese Richtung. Direkt hinter diesen Hügeln befindet sich die Stadt Bethlehem, Captain.” McCoy blickte kurz nach oben gen Himmel und hielt nach dem berühmten Stern von Bethlehem Ausschau, der die drei Könige aus dem Morgenland zu dem neugeborenen Jesus Christus führen sollte. Jim tippte seinen Freund auf die Schulter. „Komm, Pille.”, sagte er, nachdem McCoy jenen Stern gefunden hatte und ihn nun ehrfürchtig ansah, „Wir müssen die Mutter Jesu vor Khan finden und retten. Sonst gibt in Zukunft keine Weihnachten mehr.” Fast lautlos setzten sich die drei Männer in Bewegung und begannen sich den kleinen Hügeln zu nähern. Nachdem sie den ersten Hügel erklommen hatten, blieben sie stehen. Vor ihnen erblickten sie in weiterer Entfernung ein kleines Lagerfeuer, an dem mehrere Männer saßen. Deutlich konnten Sulu, Kirk und McCoy das Blöken von mehreren Schafen hören, die sich in der Nähe aufhielten und grasten. „Das sind Hirten.”, stellte Jim fest, nachdem er die Gestalten am Lagerfeuer musterte, „Wahrscheinlich sind es jene Hirten, denen später ein Engel die Geburt des Heilandes verkünden wird.” Einen Augenblick lang beobachten sie wortlos die friedliche Szenerie. Von den Gesprächen der Männer am Lagerfeuer hörten sie nur wenige Fetzen, von denen keiner von ihnen etwas verstand. „In welcher Sprache unterhalten die sich da?”, fragte Leonhard leise, „Ist das Hebräisch oder Arabisch?” „Wahrscheinlich weder das eine noch das andere.”, meinte Sulu trocken, „Vermutlich sprechen sie eher Aramäisch miteinander.” Plötzlich begann der Tricorder leise zu piepsen.

Sulu warf einen raschen Blick auf das Display. „Khan ist auf dem Weg nach Bethlehem.”, informierte er Jim, der ihn fragend ansah, „Er reitet auf einen Pferd und wird in wenigen Minuten die Stadt erreichen.” Mit seiner Hand deutete der Asiate auf einen Schatten, den Kirk und McCoy in der Ferne nur schwach erkennen konnten. Nur der schwache Wind trug den Klang der Hufe zu den drei Männern von der Enterprise 1701 hinüber. Sofort machten sich die drei Menschen auf den Weg, um Khan an der Ausführung von Sytanias Plan zu hindern.

Mehrere Gestalten gingen durch die Straßen Bethlehems. An vielen Orten brannten Fackeln. Kirk und seine beiden Begleiter gingen fast lautlos durch die Straßen. Viele der Einheimischen waren zu Fuß unterwegs, andere waren mit ihrem Gespann. Die Karren rumpelten über die Straßen. Aufmerksam beobachteten Jim, Leonhard und Hikaru die Leute, die auf den Karren saßen. Aus einer Nebenstraße hörten sie Hufschläge. Jemand kam auf einem Pferd die Straßen entlang geritten. Rasch gingen die drei in Deckung und beobachteten, wie Khan an ihnen vorüber ritt.

„Der sucht systematisch die ganze Stadt nach ihr ab.”, flüsterte McCoy. Kirk nickte.

„Wollen wir ihm folgen, Captain?”, fragte Sulu. „Nein.”, entschied Kirk, „Wir werden den Stall suchen, wo sie das Kind zur Welt bringen wird. Khan wird von selbst dort auftauchen und wir werden ihn dort empfangen.” Wenig später verließen sie gemeinsam wieder jene Stadt, in der Jesus Christus geboren wurde.

Eine längere Zeit lang suchten sie nach jenem Stall, ohne ihn zu entdecken zu können. Als sie auf freiem Feld waren, blieben sie stehen. „So werden wir ihn niemals rechtzeitig abfangen, Jim.”, meinte Pille leise, „Wo sollen wir noch nach diesen Stall suchen?” Plötzlich hörten sie unerwartet Babygeschrei. Sofort wandten sich die drei Männer in jene Richtung um, wo sie das neugeborene Kind schreien hörten. In der Dunkelheit erkannten sie in größerer Entfernung einen Stall, aus dem verschiedene Tiere Laut von sich gaben. „Da ist der Stall, wo Maria Jesus geboren hat.”, sagte Kirk und setzte sich mit raschen Schritten in Bewegung. Sulu und McCoy folgten dem Captain der Enterprise 1701, der sich rasch dem Stall näherte. Über dem Stall war deutlich der Stern von Bethlehem zu sehen.

Kurz bevor Kirk den Stall erreichte, kam eine große Gestalt um die Ecke. Geisterhaft flatterte sein Umhang. Entschlossen stellte sich James T. Kirk in den Weg. Abrupt blieb die Gestalt stehen. Diabolisch grinsend nahm er die Kapuze ab. „Ich freue mich sehr, dass Sie der Stunde meines Triumpfes bewohnen wollen, Kirk.”, sagte Khan verächtlich, „Irgendwie hatte ich Sie hier erwartet.” „Geben Sie auf, Khan!”, forderte Jim den blonden Mann auf, „Sie sind zu spät gekommen. Das Kind wurde bereits geboren.” Khan blickte kurz zum Stall, wandte sich dann wieder dem Captain der Enterprise zu. „Zu spät bin ich noch nicht, Kirk.”, erwiderte er entschlossen, „Das einzige Problem, dass ich nun habe, ist dass ich nun mehr Menschen umbringen muss als vorgesehen.” Jim trat einen Schritt auf die Gestalt zu. „Das wird Ihnen nicht gelingen, Khan.”, entgegnete Jim. Khans Gesichtsausdruck verhärtete sich. „Wer will mich daran hindern?”, fragte er höhnisch, als er ein kleines Röhrchen aus seiner Tasche zog und etwas Glänzendes hineinsteckte, „Sie etwa, Kirk?” Lautlos drehte er sich dem offenen Fenster zu und führte das Röhrchen an seinen Mund. Entschlossen sprang Kirk den Mann an und riss diesen zu Boden. Khan gab einen Laut der Überraschung von sich und schluckte. Dann begann er zu röcheln. Kirk rollte sich zur Seite und stand auf. Röchelnd und nach Luft japsend stand Khan ebenfalls auf. Er taumelte vor Kirk. Drohend hob er den Finger und seine Lippen formten stumme Worte. Dann sackte er zusammen und gab erneut ein tiefes kehliges Röcheln von sich. Sofort traten die drei Männer zu dem genetisch veränderten Mann hin, der leblos am Boden lag. „Ist er tot?”, fragte Sulu, als Leonhard ihn untersuchte. McCoy richtete sich langsam wieder auf, nachdem er an Khans Hals nach den Puls getastet hatte. „Ich konnte seinen Puls nicht fühlen.”, gestand der Arzt, „Was er auch immer in seiner Phiole hatte. Es hat Khan das Leben gekostet.”

Erneut begann das Baby im Stall zu schreien. Jim und seine beiden Begleiter blickten zum offenen Fenster. Vorsichtig blickten sie in den Stall, wo sie das Kind in einer kleinen Krippen liegen sahen. Maria und Josef knieten vor der Krippe und beteten. Langsam zogen sich Kirk, Sulu und McCoy von dem Fenster zurück, als Hikaru einen Laut des Erstaunens von sich gab. Khan war verschwunden.

„Wo ist der denn hin?”, fragte Leonhard verdattert, währenddessen Sulu den Ort mit dem Tricorder untersuchte, wo Khan gestorben war. Einen Moment später richtete sich der Asiate wieder auf. „Der Tricorder hat jede Menge Chronoton-Partikel registriert.”, sagte er und hielt Jim das Gerät hin, um ihn die Anzeigen auf dem Display sehen zu lassen. „Dann hat die Zeit ihn wieder eingeholt, würde ich sagen, Mr. Sulu.”, antwortete Kirk trocken, „Wir sollten uns auch zurückziehen, damit niemand merkt, wenn wir ebenfalls in die Zukunft geholt werden.” Erneut begann das Baby im Stall zu schreien, währenddessen Kirk, McCoy und Sulu durch die Dunkelheit leise davongingen. Auf einem kleinen Hügel stehend, sahen die drei Männer von der Enterprise 1701 das Lagerfeuer, an dem die Hiten immer noch saßen. Doch dieses Mal war noch jemand bei ihnen. Es war eine Lichtgestalt die hell leuchtete und mit sehr ruhiger und freundlicher Stimme in ihrer Sprache zu den verängstigten Hirten sprach. Ergriffen lauschten Kirk, Sulu und McCoy jenen Worten, die deutlich hörbar zu ihnen drangen. Das muss der Engel sein, der den Hirten die frohe Botschaft über die Geburt Jesu Christi, dem Heiland verkündet!, dachte Kirk beeindruckt. Niemand merkte, wie wenig später die drei Männer wieder durch einen künstlich erzeugten Zeitwirbel verschwanden.



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