Der bittersüße Nachgeschmack des Sieges von Visitor
Kapitel 38: Kampf der Königinnen von Visitor

 

„Deine Herzdame hat uns ein Zeichen gegeben, wie es aussieht!“, rief die originale Sytania lästernd aus. „Ich denke, wir sollten sie nicht unnötig warten lassen!“ „Das denke ich auch!“, erwiderte die Kopie. „Aber du bist die Herausforderin. Dir gebührt also der erste Schlag!“ „Oh, den sollst du sehen!“, schrie die originale Sytania und zwinkerte mit ihren schwarzen Augen, worauf diesen ein schwarzer Blitz entfuhr, der einen ebenfalls schwarzen Turm aus Energie in die Höhe wachsen ließ, dessen Spitze fast den Himmel berührte. Zumindest sah es so aus, wie Data mir beschrieb. „Ist das alles, was du draufhast?!“, fragte die Kopie spöttisch. „Das kann ich schon seit dem Kleinkindalter! Aber schau dir das mal an!“ Jetzt zwinkerte sie und ein zweiter schwarzer Turm aus Energie fuhr aus der Erde. Dieser war allerdings noch höher als der ihrer Vorgängerin. Er durchstieß sogar die Atmosphäre und sein plötzliches Auftauchen hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf das Wetter. Die Sonne verdunkelte sich und es brach ein unheimliches Gewitter los. „Ich dachte, wir wollten uns nicht mit solchen Jahrmarktskunststückchen aufhalten!“, spottete die originale Sytania und ließ ihren Wirbel auch in der Breite wachsen, so dass er mit dem ihrer Kopie zusammenstieß. Dann versuchte sie ihren Wirbel um den der anderen Sytania auszudehnen, was seltsamerweise auch gelang. „Siehst du?!“, fragte sie mit hasserfülltem Blick. „Jetzt habe ich deinen Wirbel quasi eingesperrt und du hast dich noch nicht einmal gewehrt. Sehr armselig von dir, wenn du mich fragst! Und so etwas will eine Herrscherin sein?!“ „Pass nur auf, dass du dich nicht zu früh freust!“, erwiderte ihr Gegenüber garstig. „Ich kann jetzt nämlich meinen Wirbel nehmen und ihn verbreitern, so dass er den Deinen sprengen wird, wenn du nicht aufpasst und zwar so!“ Damit konzentrierte sie sich auf ihren Wirbel und ließ ihn in ihrem Geist immer dicker und breiter werden, was auch bald mit dem realen Wirbel geschah. Gleichzeitig versuchte die andere ihren Wirbel zu verkleinern, was den im Inneren zusammendrücken und ihren eigenen somit vor der Zerreißung bewahren sollte. So hatten beide bald eine Patsituation erreicht, in der es immer zwischen dem Anschwellen des einen und des anderen Wirbels hin- und herging. So konnte der Kampf Stunden dauern! Das war auch mir klar.

Längst hatten wir gemerkt, dass der Balkon, auf dem wir standen, bereits zu zittern begonnen hatte. Das lag nicht zuletzt an den Querschlägern, die jetzt in großer Zahl vorhanden waren, da sich die Energie, die ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllen konnte, eigene Wege suchte. Data, dem als erstem aufgefallen war, dass es erhebliche Probleme mit der Bausubstanz geben würde, musste mir das jetzt irgendwie verdeutlichen ohne aus seiner Rolle zu fallen. Es musste ihm auch gelingen dafür zu sorgen, dass auch Nugura Balkon und Schloss verließ. Nach Möglichkeit sogar mit uns.

Er gab ein Signal von sich und sagte dann: „Warnung! Eine für Sie lebensgefährliche Situation wurde identifiziert. Es wird der Einsturz des Gebäudes erfolgen. Wollen Sie zulassen, dass ich Sie aus der Gefahrenzone führe?“ „Ja.“, sagte ich deutlich. „Anfrage.“, entgegnete Data. „Es wurde eine weitere Person in Ihrer Nähe registriert. Ihr Verhalten gegenüber ihr deutet auf eine positive Beziehung zu Ihnen hin. Möchten Sie den Kreis der zu schützenden Personen um sie erweitern?“ Auch dies bejahte ich und fügte hinzu: „Data, alles ausführen, das zum Schutz nötig ist!“ Dann gab ich ihm mein Sprechgerät, an das er sich mit seinem Haftmodul koppelte um dem Computer des Shuttles den Befehl zu erteilen uns vom Balkon in den Park zu beamen. Hier waren wir erst einmal sicher.

Die kämpfenden Sytanias hatten davon natürlich keine Kenntnis. „Na, du Angeberin!“, lästerte das Original. „Aus meinem Schwitzkasten kommst du wohl nicht heraus, was?!“ „Das mag sein!“, gab die Kopie zu. „Dafür habe ich, was du nie haben wirst! Die Föderation!“

Nugura umarmte mich. „Vielen Dank, Scott!“, sagte sie. „Ohne Ihr Hilfsmittel hätten wir jetzt nicht überlebt. Wenn Sie ihm bestimmte Dinge nicht erlauben würden, dann …“ „Ich weiß sehr wohl, was ich erlauben darf und was nicht, Madam President.“, sagte ich bescheiden. „Mein Mann ist ausgebildeter Ingenieur und das ist sein celsianischer Chefprogrammierer auch.“ Das „celsianischer“ hatte ich noch stark betont. „Die zwei haben schon dafür gesorgt, dass ich mich nicht selbst wegrationalisiere!“ „Sehr gut, Scott!“, lobte Nugura. „Aber hoffentlich gilt das auch für andere.“ „Mein Mann sagt, man kann das Programm des Hilfsmittels jederzeit individuell an die Intelligenz und die Bedürfnisse seines Benutzers anpassen. Das ginge schon beim Bau los.“, erfand ich eine weitere Ausrede. „Dann richten Sie Ihrem Mann bitte aus, dass er ein sehr umsichtiger Ingenieur ist, Allrounder!“, sagte Nugura. „Das ist ein Befehl!“ „Aye, Madam President!“, erwiderte ich und salutierte gewohnheitsgemäß. Dabei war mir aufgefallen, dass ich die ganze Zeit über Madam President gesagt hatte und nicht Mitregentin. Dafür wollte ich mich entschuldigen, aber sie winkte nur ab und flüsterte, was mich sehr erstaunte, mir in perfektem Deutsch ins rechte Ohr: „Wir beide wissen, dass es bald keine Großartige Königin Sytania mehr gibt, Betsy, wenn Ihr Plan funktioniert. Also ist Madam President völlig ausreichend.“ Ich nickte nur.

Darüber hatten wir die beiden kämpfenden Sytanias völlig vergessen. Die Situation hatte sich inzwischen so verschlechtert, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis sie sich gegenseitig neutralisierten, wenn dem niemand Einhalt gebot. Darauf wiesen zumindest das nervöse Tippen Kissaras auf ihrem Erfasser und einige verzweifelte Stoßgebete Telzans hin, die ich sehr wohl mitbekommen konnte. Die Zeit für mein Gaunerstück mit dem Ring der Macht würde also bald reif sein. Ich wusste nur noch nicht so genau wie bald. Also sprach ich Data an und deutete in Richtung der Kämpfenden. Dann flüsterte ich ihm zu: „Wie lange, Commander?!“ „Es wird meinen Berechnungen nach jetzt noch genau drei Minuten dauern, bis sie ihre Kräfte gegenseitig neutralisieren.“, flüsterte er zurück. „Dann ist es jetzt so weit.“, sagte ich. „Passen Sie auf.“ „Ich werde die Sache jetzt noch hübsch verpacken.“

Ich drehte mich Kissara zu: „Commander, ist alles in Ordnung?“ „Nein, Scott!“, rief sie verzweifelt aus. „Laut Erfasser droht unsere Großartige Königin Sytania nicht nur den Kampf, sondern auch ihre Kräfte zu verlieren! Es ist Zeit, Allrounder! Es ist Zeit!“ „Ich weiß.“, tröstete ich. „Ich mache ja schon, Madam.“ Dann wandte ich mich Data zu: „Data, Schutz- und Führmodus ein! Die Großartige Königin Sytania suchen und anzeigen!“ Danach legte ich meine Hand wie sonst auch auf seinen rechten Arm. Wortlos setzte sich Data mit mir in Bewegung.

Wir kamen aber nicht sehr weit, denn Telzan hielt uns mit gezogenem Phaser auf: „Halt, Betsy El Taria! Du wirst den Ring nicht dieser Kopie geben. Wenn du das versuchst, töte ich dich! Du hast aber noch eine Chance dein Leben zu retten! Gib ihn meiner Herrin und ich lasse dir dein armseliges Leben! Vielleicht interessiert dich, dass du gerade in die Mündung eines Phasers blickst!“

Data drehte sich so, dass ich hinter ihm stand und stellte sich dann in Kampfhaltung Telzan Gegenüber. „Warnung! Ich kann Ihnen nicht erlauben meine Schutzbefohlene zu töten!“, sagte er. „Sollten Sie von Ihrem Vorhaben nicht ablassen, werde ich von körperlicher Gewalt Gebrauch machen!“ „Data, Schutzprogramm abbrechen!“, befahl ich und stellte mich neben ihn. „Ich werde verhandeln!“

Ich zog den Ring der Macht aus meiner Tasche und hielt ihn Telzan hin: „Das mit dem Phaser interessiert mich gerade nicht, um deine Frage zu beantworten und dich nicht dumm sterben zu lassen.“, entgegnete ich. „Kennst du das, Telzan?!“, fragte ich dann um ihn weiter unter Druck zu setzen. „Auch du bist ein Vendar. Auch du kennst den Inhalt dieser Inschrift. Auch du kennst die Konsequenzen, die uns allen drohen, falls ich den Ring wirklich deiner Herrin gäbe. Du weißt, dass weder sie noch ihre Kopie die rechtmäßigen Trägerinnen wären. Ich weiß, aus deiner Warte heraus haben wir die Wahl zwischen Pest und Cholera und ich überlasse die Entscheidung dir. Ich hoffe nur, du wirst vernünftig entscheiden!“

Telzan überlegte. Er wusste, dass ich Recht hatte. Es wurmte ihn aber sehr, dass er und seine Herrin am Ende in meiner Schuld stehen würden. Ein erneuter Blick auf seinen Erfasser bestätigte ihm aber, dass bald keine Zeit mehr blieb. Auch sein vendarisches Gespür verriet ihm das. Also sagte er: „Wie du willst, Betsy El Taria. Geh! Gib den Ring derjenigen, der du ihn geben willst!“ „Warum nicht gleich so.“, sagte ich und hakte mich erneut bei Data ein. Dieser aber machte mich jetzt auf ein Problem aufmerksam: „Der Energieaufbau zwischen den Sytanias produziert zu viel Strahlung, die auch meine Systeme beeinträchtigen wird, wenn ich näher gehe. Wir haben zu lange gewartet. Ich kann Sie nicht präzise führen. Wenn ich Sie nur verbal dirigiere, besteht die Gefahr, dass die falsche Sytania Ihnen den Ring entreißt, bevor Sie angekommen sind.“

Sytanias Oberster Vendar gab einen Laut von sich, der auf große Anstrengung seinerseits hinwies. Dann sagte er: „Ich würde dir gern helfen, Betsy El Taria. Aber meine Fähigkeiten versagen mir den Dienst. Es ist zu viel telepathische Energie in der Luft!“ „Sie braucht etwas wie einen Handlauf.“, sagte Nugura. „Aber natürlich!“, rief Telzan aus und öffnete die Schließe des Gurtes, mit dem sein traditionelles vendarisches Langschwert um seinen Leib geschnallt war. Dann übergab er es samt seiner reich verzierten ledernen Scheide an Data: „Nimm es so in die rechte Hand und halte es so vor dich, Data El Omikron-Theta, dass seine Spitze in die Richtung derjenigen zeigt, der Betsy El Taria den Ring geben will!“, sagte er. „Nur du kannst ihr das ja im Moment ermöglichen. Die lederne Schwertscheide ist nicht leitfähig. Sie wird verhindern, dass dir die Energie Schaden zufügt und das Gleiche gilt auch für Betsy El Taria. Auch sie wird sich nicht an der Klinge oder der Spitze verletzen können.“ Data nickte und führte Telzans Vorschlag aus.

Auf diese Weise war ich tatsächlich bald zu Sytanias Kopie gelangt. „Majestät, ich bringe Euch den Sieg!“, schauspielerte ich. „Bitte streckt mir Euren rechten Ringfinger hin!“ „Der Ring der Macht!“, geiferte Sytanias Kopie, die durch den Kampf aber bereits sehr außer Atem war. „Ich wusste, du würdest dich für die Richtige entscheiden!“ Dann streckte sie mir ihren Finger hin und ich pflanzte den Ring darauf. Dabei dachte ich nur: Angenehme Fahrt zur Hölle, Milady!

Sytania wandte sich wieder ihrer Gegnerin zu: „So.“, sagte sie. „Jetzt wirst du sehen, was … Ah!“

Ein merkwürdiges weißes Licht hatte alles eingehüllt. Dann löste sich die Kopie vor unseren Augen auf. Der Ring fiel zu Boden. Data nahm ihn an sich und steckte ihn mir wieder zu. Dann gab er auch Telzan seine Waffe zurück, nachdem ich daran wieder zu ihm zurückgefunden hatte. Iranachs Schätzung war also zu großzügig gewesen, aber das war ja auch kein Wunder. Sytania machte schließlich keinen Hehl aus ihrer Bosheit und das war sicher auch dem Ring nicht verborgen geblieben. Telzan grinste, als er das sah. Gleichzeitig aber wusste er, dass sich bald die gesamte Dimension auflösen würde. „Wir müssen gehen, Herrin!“, drängte er die originale Sytania zur Eile. „Bitte folgt mir! Unseren Sieg feiern wir später!“ Damit gab er dem Mishar seines Schiffes per Sprechgerät den Befehl sich und seine Herrin an Bord zu beamen. Dann starteten sie so schnell wie möglich.

Auch das Schloss und alles andere um uns herum hatte begonnen sich aufzulösen. Auch Kissara stand nur geschockt da. Aber auch sie wurde langsam immer durchsichtiger. Das schien sie aber nicht wirklich zu interessieren. „Scott, wie konnten sie unserer großartigen Königin Sytania das antun?!“, fragte sie vorwurfsvoll. „Wie konnten sie?“, ihre Stimme verhallte. „Bei allem Respekt, Commander.“, sagte ich mit viel Erleichterung in der Stimme. „Aber Ihre großartige Königin kann mich mal!“

Das weiße Licht hatte alles zu einer Art weißem Energiewirbel werden lassen, der die gesamte Dimension jetzt wie ein Plakat aufrollte. Data zog mich plötzlich zu sich und hob mich über seine Schultern: „Halten Sie jetzt bitte ganz still, Allrounder!“ Dann sprang er mit mir in die Mitte des Wirbels. Ich fasste seine Schultern. „Sehr gut!“, sagte er. „Nicht loslassen!“ Dann drehte es uns um und um. Ich hoffte nur, diese Fahrt in der interdimensionalen Achterbahn möge bald vorüber sein. Dann wurde ich ohnmächtig.

Mit Erleichterung hatte Telzan festgestellt, dass sie bald im Dunklen Imperium angekommen waren. Für den Vendar war dies aber nicht selbstverständlich gewesen, denn er hatte diverse Sicherheitsprotokolle der Systeme für den interdimensionalen Antrieb umgehen müssen. Ein Schiff in gelandeter Position in den interdimensionalen Modus zu versetzen war etwas, das an sich nicht erlaubt war, denn die Wahrscheinlichkeit war sehr groß, dass er einen Teil der Dimension oder des Planeten, auf dem es stand, mit in die interdimensionale Schicht nehmen würde. Dies würde eine temporäre interdimensionale Pforte zur Folge haben, die einen erheblichen Unsicherheitsfaktor darstellen würde. Diese Tatsachen waren ihm, einem ausgebildeten Piloten, natürlich nicht unbekannt. Deshalb war er auch so froh und erleichtert gewesen, als es ihm endlich, nach einer gefühlten halben Stunde, gelungen war, alle Sicherheitsprogramme auszuschalten und den interdimensionalen Antrieb schließlich doch zu starten und sich und Sytania doch noch ins Dunkle Imperium zu verbringen.

Jetzt schaltete er das Schiff erleichtert auf Atmosphärentriebwerke um und flüsterte nur in Richtung der Steuerkonsole: „Ich bin den Göttern verdammt dankbar, dass du mich nicht im Stich gelassen hast, Mädchen.“

„Telzan!“ Jemand war von hinten an ihn herangetreten und hatte ihn angesprochen. Er drehte langsam den Kopf. „Ach Ihr seid es, Gebieterin.“, stellte er fest, als er Sytania ansichtig geworden war. „Wer sollte es denn wohl sonst sein?!“, fragte Sytania schon fasst etwas spöttisch. „Bitte verzeiht, Herrin.“, bat der Vendar. „Aber ich war gerade mit den Gedanken an einer anderen Stelle. Ich bin heilfroh, dass es mir trotz der Widrigkeiten gelungen ist überhaupt diesen Antrieb zu starten. Wenn nicht, dann wären wir jetzt womöglich auch Opfer der Auflösung geworden.“ „Was redest du?!“, fragte Sytania streng. „Uns hätte nichts passieren können! Wir sind die Originale. Das andere waren alles Kopien. Von jedem von uns ein billiger Abklatsch. Wenn die sich auflösen, müssen wir das nicht zwangsläufig auch tun.“ „Das ist schon wahr.“, sagte Telzan. „Aber Tatsache ist, dass keiner von uns genau weiß, was mit einem Schiff passiert, das sich in einer Dimension befindet, die sich langsam aber sicher unter ihm auflöst. Ihr hättet auch nichts tun können. Eure Kräfte haben sich noch nicht wieder erholt. Das spüre ich. Bitte geht nach hinten und ruht Euch aus.“ „Das werde ich auch tun, Telzan.“, sagte Sytania. „Aber ich werde gut schlafen können, denn ich habe gesiegt!“

Ihre letzten Worte hatten den Vendar schlucken lassen. „Ist etwas nicht in Ordnung?“, fragte Sytania. „Herrin, da gibt es etwas, das ich Euch sagen muss.“, setzte Telzan an und seine Gesichtshaare stellten sich auf, ein Zeichen bei Vendar, das sie rot wurden. „Na rede schon!“, befahl Sytania. „Was ist so schlimm, dass ein gestandener Vendar-Krieger es nicht über seine Lippen bekommt, he?!“ „Dieser Sieg, Hoheit.“, druckste Telzan herum. „Der geht nicht allein auf Euer Konto. Genaugenommen verdankt Ihr ihn nur Betsy El Taria. Ihr und ich, wir stehen in ihrer Schuld. Es ist sogar eine Ehrenschuld, denn sie hat Euer Leben gerettet. Hätte sie nicht Eurer Kopie den Ring der Macht gegeben, dann wäre sie nicht gestorben und Ihr hättet nicht siegen können. Keine von Euch beiden hätte siegen können. Ihr hättet beide Eure Kräfte eingebüßt. Betsy El Taria muss das gewusst haben und …“

Er musste Sytania auffangen, die langsam aber sicher vor ihm in Ohnmacht zu fallen drohte. Dann befahl er dem Rechner seines Schiffes das Steuer zu übernehmen, damit er sich allein um sie kümmern konnte. Vorsichtig zog er sie auf den Sitz neben sich. „Was hast du gerade gesagt, Telzan?!“, stieß Sytania hervor. „Ich stehe in der Schuld dieser Tindaranermieze?! Wie konntest du das nur zulassen, Telzan?!“ „Ich hatte keine Wahl, Milady.“, rechtfertigte sich der Vendar. „Wenn Ihr Eure Kräfte eingebüßt hättet, dann hätte das Dunkle Imperium keinen Minus-Pol mehr. Eure Kopie wäre zu schwach. Es wäre alles zusammengebrochen. Meiner Meinung nach ist das ein sehr geringer Preis dafür, dass wir alle überlebt haben. Ich werde, wenn wir gelandet sind, Cirnach über die Situation informieren und sie zu Euch schicken. Sie kann Euch sicher besser trösten. Sie ist eine Frau wie Ihr. Ich werde mit einigen meiner männlichen Offiziere meinen Kummer ertränken. Auch ich empfinde große Schande bei dem Gedanken in der Schuld dieser Frau zu stehen. Aber wir hatten keine Wahl.“ „Die hatten wir wohl wirklich nicht.“, sagte Sytania. „Aber das mit Cirnach ist eine gute Idee. Lass den Mishar mich genau in meine Gemächer beamen, sobald wir am Schloss sind, Telzan. Dort werde ich auf deine Frau warten.“ „Wie Ihr wünscht, Gebieterin.“, sagte der Vendar und übernahm wieder das Steuer seines Schiffes um bald darauf auch Sytanias Befehle auszuführen.



Diese Geschichte wurde archiviert am http://www.sf-ecke.de/stories/viewstory.php?sid=215