Der Eis-Anschlag von kguenay
Hinweise zur Geschichte:
Diese Geschichte erschien 2003 in einer Mailingliste. Ich habe die Namen entfernt, aber diese Personen gibt es wirklich.
Kapitel 1 von kguenay

Als nun die Diskussion um das eis eine für mich bedrohliche Wendung zu nehmen schien, entschied ich mich, das Problem zu lösen! So bekam die Listenteilnehmerin auf ihre Frage, wo denn ihr Eis bliebe folgende Antwort ...

Ich habe es digitalisiert über das Netz gesendet, hat aber einige kleinere Probleme gegeben:

1. Es hat sich zu früh rematerialisiert.
Die Folge war, daß die Ortsvermittlungsstelle Wuppertal bis hin zum Netzübergang eines armen Call-By-Call-Anbieters verklebt war.

2. Das Rocher war zu groß!
Die Nuß in dem Rocher hat dazu geführt, daß einige Kabelschächte verstopft waren und die Techniker nicht an die verschmierten Kabel gelangt sind. Somit war die Ortsvermittlungsstelle und der POI (Point of interconnect) zur Reinigung und Reparatur nicht erreichbar. Durch die zu lange Lagerung der Eisreste und des Rochers hatte sich dort eine Familie gemeiner Mäuse angesiedelt, welchen vor allem das Kabel hervorragend geschmeckt hat.

3. Ich bin in Sicherheit!
Durch die fast restlose Vertilgung der Rocher-Nuß und des Eises ist es den Telekomikern nicht gelungen, den Urheber dieses doch recht ungewöhnlichen Eis-Anschlages ausfindig zu machen. Seit die Mäuse auf der Suche nach neuen Futtergründen die Vermittlungseinrichtungen wieder verlassen haben, gingen die Reparaturen rasch voran. Wenige Stunden später war das Netz wieder Online.

4. Es herrschte Ausnahmezustand!
Während des Netzausfalls war hier in Wuppertal die Hölle los! Tausende wütender DSL- und ISDN-Internet-Junkies waren auf die Straße gegangen, um gegen den stundenlang andauernden Netzausfall zu protestieren. Damit ich nicht gleich auffalle, bin ich mitgegangen. Der Telekom wurde massive Schlamperei bei der Behandlung von Störungsmeldungen vorgeworfen.

Liebe Leserinnen und Leser, KGN schaltet nun life zu Kamil, der für uns über die neuesten Entwicklung im Eis-Skandal der Telekom berichtet. Kamil?

Hallo Liste! Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie ein solch kleiner Zwischenfall zu solchen Ausmaßen anwachsen kann. Eben erreichte uns eine Meldung, nach der ein Wuppertaler Bus in der Gewalt von einer größeren Gruppe Mäuse sei! Nach Angaben der Fahrgäste forderten sie, zur nächsten Eisdiele gefahren zu werden. Sollte der Fahrer nicht kooperieren, würde man die Bremsleitungen durchnagen. Offensichtlich hat die Mäusefamilie, die sich in der Ortsvermittlungsstelle in Wuppertal eingenistet hatte, allen Mäusen erzählt, wie lecker doch Eis sei.

Unterdessen haben die im Ort ansässigen Katzen von dieser Aktion mitbekommen und ziehen im Nordteil der Stadt größere Truppen zusammen! Dies bedeutet ... Einen Moment ... Soeben erfahre ich, daß eine Delegation von Ratten bei der Stadtverwaltung einen Antrag auf Konzession für eine Eisdiele gestellt hat. Die unabhängigen Mäuse scheinen diesen Akt nicht zu befürworten. Ersten Berichten zufolge sollen sie das Eiskaffee Venecia besetzt haben.

Die Menschen sind ratlos. Ein in Tränen aufgelöstes Mädchen sagte zu uns: "Ich habe angst vor Mäusen, wo kann ich denn jetzt in Ruhe ein Eis essen?" Mehrere mitfühlende Passanten nahmen sich des Mädchens an und trösteten es.

Es herrscht Ausnahmezustand, meine lieben Leserinnen und Leser. Auslöser für diese Unruhen soll ein Junger Internet-Freak gewesen sein, der einer gewissen Listenteilnehmerin ein Eis per eMail schicken wollte. Jedoch hatte ein Hacker die Mail abgefangen und versehendlich geöffnet. Stundenlang waren Einwahlpunkte und Mailserver von T-Offline nicht erreichbar. Nach dem Urheber wird noch gesucht! Damit zurück in die Liste!

Wir unterbrechen die aktuelle Mail-Flut für ein wichtiges Eis ... Ähm ... eine wichtige Nachricht. Verdammt, die Mäuse machen ganz schön gutes Eis! Wir geben nun Life zu Kamil in die Fußgängerzone von Elberfeld.

Hallo Listenteilnehmerinnen und Listenteilnehmer. In den letzten Minuten ist eine Menge passiert. Die Katzengruppe, die sich im Nordteil der Stadt versammelt hatte, hat versucht, das Eiskaffee Venecia zu stürmen. Die Mäuse hatten allerdings vorher einen Vertrag mit einem Supermarkt abgeschlossen, wodurch die Mäuse im Besitz einer wirkungsvollen Waffe waren: Tunfisch und Wiskas! Nun sind alle Katzen satt, liegen vor dem Kaffee und schnurren. Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie je gehört, wie es klingt, wenn 5000 Katzen gleichzeitig schnurren? Ich hoffe, Sie können mich noch verstehen! (schrei) Auch die Börse hat Reagiert, liebe Leserinnen und Leser! Die Aktien der führenden Katzenfutter-Hersteller sind in astronomischen Höhen, Eis gilt hier als der Zukunfs-Rohstoff. Silbermann Niedersachsen, der Führende Börsenanalyst, hat die Aktien als sichere Kapitalanlage eingestuft.

Neben mir ist nun Herr Mäuserich von Mausenheim, der gewählte Diktator! (Ironie).

K: "Herr M, Was sind Ihre nächsten Ziele?"
M: "Zunächst müssen wir dem Internet-Freak mit der Eismail danken, wenn wir herausbekommen, wer das war! Anschließend sind wir immer noch auf der Suche nach der Antwort auf die Große Frage!"
K: "Welche Große Frage?"
M: "Natürlich auf das Leben, dem Universum und den ganzen Rest! Die Antwort ist 42, aber wir wissen die Frage nicht."
K: "Hat das was mit den Illuminaten zu tun?"
M: "Sag mal, Männchen, hast du noch nie Douglas Adams gelesen? Die 23 hat für uns nie eine Rolle gespielt, ist ja auch viel zu niedrig, die Zahl!"
K: "Wie geht es nun weiter?"
M: "Nun, wir werden mit den Katzen einen Vertrag schließen, indem wir sie lebenslänglich mit Tunfisch versorgen, dafür dürfen sie den Tunfisch-Pizza-Markt für sich haben."
K: "Erwarten Sie weitere Angriffe?"
M: "Nein, aber wir können kolateralschäden, wie Bauchweh und Brechreiz beim Eisgenuß natürlich nicht ausschließen. Aber wir gehen davon aus, daß es dann um Sabotage durch die Rattenfraktion handelt."

Meine lieben Leserinnen und Leser, offensichtlich spielt der Mensch in den Eroberungsplänen der Mäuse nur noch eine untergeordnete Rolle. Ich gebe nun zurück in die Liste.

Wenige Tage später ...

Liebe Leserinnen und Leser, Soeben haben die Mäuse uns verlassen und ihren natürlichen Lebensraum wieder eingenommen. Die Katzen sind darüber ziemlich sauer, weil sie jetzt keinen Tunfisch mehr für ihre Pizzas kriegen und kurz vor der Insolvenz stehen.

Der Mäuse-Geheimdienst hat den Internet-Freak entdeckt, welcher die initiierende Eismail schickte und ihm einen Orden verpaßt. Von offizieller Stelle heißt es, bei dem Freak hätte sich auch die Frage befunden, nach der die Mäuse so vergeblich gesucht hätten.

Ganz Wuppertal steht im Freudentaumel! Bei einer wirklich rührenden und wunderschönen Veranstaltung wurde der Frieden zwischen Mäusen, Katzen, Ratten und Menschen verkündet. Nur unser Bundeskanzler ist ein bißchen sauer, weil ein guter Arbeitgeber sich verdrückt und die Arbeitslosenstatistik in Zukunft wieder sein Problem ist.

Ja, der 28.03.2003 ist ein denkwürdiges Datum, liebe Leserinnen und Leser. Nicht nur, daß der Universalfrieden ausgerufen wurde, nein, auch eine weitere Feierlichkeit stand heute an: Zwei wichtige und geschätzte Mitglieder des Listen-Nachrichtendienstes hatten an diesem Tag Geburtstag! Ein nicht ganz so befreundeter Nachrichtendienst, See En En (sieh nicht nach), hatte es natürlich nicht nötig, hierüber zu berichten. Naja, was will man auch von Propagandisten anderes erwarten?

Und besagte Listenteilnehmerin, die auf ihr Eis wartet? Sie ist wohl das einzige Opfer dieses Konfliktes, hat sie doch ihr Eis immer noch nicht bekommen! Jedoch wissen wir aus sicherer Quelle, daß dies nicht der letzte Versuch dieses Internet-Freaks war, ihr auf irgendeine Weise ein Eis zukommen zu lassen. Mädchen, Kopf hoch!

Und hiermit verabschieden wir von KGN uns von Ihnen! Wir werden wieder Life berichten, wenn es wieder heißt: "Eis für die Liste, Frieden für die Welt"!



Diese Geschichte wurde archiviert am http://www.sf-ecke.de/stories/viewstory.php?sid=45