Way of music

von aroessler2003
Zusammenfassung:

James und Allan Anderson sind Zwillinge, die mit ihren Eltern in Vancouver an der kanadischen Pazifikküste leben und von einer Musikkarriere träumen. Als eines Tages ihr Vater entschließt, mit seiner Familie zusammen nach Deutschland zu ziehen, sind die beiden Brüder von dem Vorhaben ihres Vaters gar nicht begeistert…..


Kategorien: Eigene Stories, Non-Science-fiction und -Fantasy Charaktere: Keine
Genres: Belletristik
Herausforderung: Keine
Serie: Keine
Kapitel: 1 Fertiggestellt: Ja Wörter: 2922 Aufgerufen: 2339 Veröffentlicht: 02.05.09 Aktualisiert: 02.05.09
Hinweise zur Geschichte:

Kurzgeschichte

Way of music

von aroessler2003
Hinweise des Autors:

keine

 

 

Wichtiger Hinweis: Die in der Geschichte vorkommenden Orte und Personen sind rein fiktiv. Ähnlichkeiten oder gar Übereinstimmungen mit realen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

In der kanadischen Stadt Vancouver an der Westküste lebten die beiden Brüder James-Allan und Allan-James Anderson. Sie waren Zwillinge und alles, was sie auch machten, sie machten es stets gemeinsam. Es war oft ein Nachteil für die Verwandtschaft und ihre Freunde gewesen, weil sie immer wieder verwechselt wurden, was den beiden Jungs oft einen guten Jux wert war. Gelegentlich war es auch schon vorteilhaft für beide gewesen, vor allem wenn sie wieder einmal etwas angestellt hatten. Beide wollten als Musiker erfolgreich sein und sie suchten schon eine sehr lange Zeit gemeinsam nach Möglichkeiten, um musikalisch etwas auf die Beine stellen zu können. Doch sie hatten weder Instrumente noch Räumlichkeiten zur Verfügung. Auch die vielen Amateurbands, bei denen sie anfragten, ob sie dort mit einsteigen könnten, lehnten immer wieder ab. Es war zum verzweifeln, aber aufgeben wollten alle beide nicht. Auch die Gründung einer eigenen Rockband blieb ihnen versagt, denn diejenigen die gerne sich daran beteiligen wollten, hatten entweder selbst keine Ahnung von Musik gehabt oder sie hatten andere Absichten damit verfolgt. David Newman war der einzige Freund, mit dem sie hin und wieder musizieren konnten, wenn er Zeit hatte, denn er hatte mehrere Musikinstrumente zu Hause gehabt. Doch das war nicht das gleiche. So blieb ihr gemeinsamer Wunsch nur ein Wunsch, der wohl nicht in Erfüllung gehen sollte.....

Eine familiäre Neuigkeit sorgte obendrein noch für weiteren Aufruhr für die beiden. Der Vater wollte mit seiner Familie in das Heimatland seiner Großeltern ziehen. Die Zwillinge waren von den Absichten der Eltern, nach Deutschland zu ziehen, gar nicht begeistert. „Was sollen wir denn in Deutschland?”, monierten beide, „Außer Mom und du kann sonst keiner von uns Deutsch. In Sachen Musik sind wir da endgültig erledigt.” Sowohl James als auch Allan waren tierisch sauer auf ihren Daddy, doch dieser ließ sich nicht von seiner Entscheidung abbringen. Auch die Mutter konnte ihre Söhne nicht aufmuntern. Sie musste sich um die Vorbereitungen für die Abreise kümmern. Nach ein paar Monaten verkauften sie alles und verließen ihre Heimat Kanada. Die Andersons zogen nach Hamburg.

Obwohl Hamburg eine Großstadt war, war sie doch im Verhältnis zu Vancouver mächtig klein. Es war einfach nicht miteinander zu vergleichen. Selbst nach zwei Jahren hatten die beiden Jungs immer noch schreckliche Sehnsucht nach Hause. Während die Zwillinge eines Tages durch die Stadt flanierten, lernten sie Murat Şen kennen, als dieser gerade von einer Gruppe Jugendlicher beschimpft und bedroht wurde. Mutig schritten die beiden Brüder ein, als einer von ihnen begann auf den Türken einzuschlagen. Dankbar nahm Murat die Hilfe der beiden an, als James dem Schläger am Handgelenk packte und fragte: „Was soll denn der Blödsinn? Nur weil er Ausländer ist, müsst ihr ihn gleich schlagen, oder was?” Ohne zu antworten gingen die anderen auf die beiden Kanadier los. „Warum nicht?”, fauchte einer von ihnen wütend, „Ihr seid Ausländer und bekommt nur das, was ihr verdient!” Die Schlägerei fand ein jähes Ende, als eine Polizeistreife auftauchte. Die Täter flüchteten so schnell sie konnten.

James, Allan und Murat waren sehr erleichtert, als der Spuk vorbei war. „Vielen Dank für eure Hilfe. Ich dachte schon, die würden mich jetzt trotz Krafttraining plattmachen.”, sagte der Türke mit starkem Akzent grinsend, „Übrigens ich heiße Murat Şen und wie heißt ihr?” Die Zwillinge stellten sich ebenfalls mit ihren jeweiligen kompletten Namen vor. „Euer Akzent klingt irgendwie so amerikanisch.”, stellte der Türke fest, „Seid Ihr aus den USA?” „Nein, wir sind aus Kanada.”, antwortete Allan, „Vor gut zwei Jahren sind wir hierher gezogen.” „Warum?”, wollte Murat wissen, „Kanada soll doch sehr schön sein, habe ich mir sagen lassen.” Die Zwillinge grinsten. „Ja, allerdings, aber Dad wollte es so.”, antworteten beide amüsiert, „Von dort kommt auch die beste Musik.” „Okay.”, sagte Murat, „Ich wollte gerade zum Training ins Fitnesscenter. Hättet ihr Lust mitzukommen? Dort könnt ihr gleich ein paar sehr gute Freunde von mir kennen lernen.” Die Zwillinge willigten ein und begleiteten den jungen Türken zum Fitnessstudio.

Das Gebäude, in dem sich das Fitnesscenter befand, lag relativ versteckt in einer kleinen Seitengasse, in der sonst wohl nicht viel los zu sein schien. Es war ein recht altes Haus, dessen Mauern ursprünglich rot waren, aber teilweise konnte man das nicht mehr wegen der vielen Graffiti erkennen. Kaum hatten die drei die Fitness-Oase betreten, wurde Murat auch schon von seinen Freunden begrüßt. „Hallo, Murat!”, rief Thomas Berger, der gerade Kriminalmeister Ingo Berends und Henning Tiemann ein paar Trainingstipps gegeben hatte, „Wir hatten schon geglaubt, du kommst heute überhaupt nicht mehr zum Training. Wo hast du denn wieder gesteckt?” Der Türke erzählte seinen Freunden von der Gang, die ihn wieder einmal beschimpft und bedroht hatte. Dabei stellte er ihnen die Zwillinge vor, die ihm zu Hilfe kamen. Thomas reichte ihnen die Hand. „Ich find’s klasse, dass ihr unserem Freund geholfen habt.”, sagte er, „Leider gibt es heutzutage nicht mehr viele, die noch soviel Zivilcourage haben und einem helfen, wenn man in Schwierigkeiten ist. Wie heißt ihr beiden?” Die beiden Kanadier stellten sich vor. Thomas wurde hellhörig, als die beiden sagten, dass sie aus Vancouver seien. „Aus Vancouver an der kanadischen Westküste?”, ließ sich Markus Neumann ebenfalls vernehmen, „Cool! Da will ich auch mal hin.” Stefan Kamann klopfte ihm auf die Schulter. „Dann will ich aber mit.”, warf er grinsend ein, „Hast du verstanden? Immer nur ans Mittelmeer muss ja auch nicht sein.” „Das klingt wirklich gut. Ich glaube, da komme ich ebenfalls mit.”, sagte Marian Abramczek mit einem starken polnischen Akzent, „Da würde ich auch einmal gerne hin. Aber vorher will ich noch mal nach Polen zurück, um meine alten Freunde in Warschau wiederzusehen.” „Au ja, das wäre ja echt der Hammer.”, fügte Andrea Schmidt hinzu, „Da käme ich auch sofort mit. Sonst noch jemand ohne Fahrschein?” Alle lachten. „Und wie ist es mit der Musik in Kanada? Was hört ihr denn dort eigentlich?”, erkundigten sich Michael Berger, der Sohn von Kriminalhauptkommissar Dieter Berger, und Manfred Heinemann, „Etwa dasselbe wie in den USA oder mehr wie hier in Deutschland?” James und Allan erzählten ihnen alles über Musik in Kanada, was sie darüber wussten. Als die Zwillinge erzählten, wie gern sie selbst in einer Band spielen würden, wurden die anderen hellhörig. „Meint ihr das ernst? Wollt ihr wirklich in einer Musikband spielen?”, hakte Stefan nach, „Dann solltet ihr euch mal am besten mit Bettina May unterhalten. Ihre Band sucht momentan noch Leute. Hat sie hier heute schon einer gesehen?” Alle schauten sich um, bis Andrea Schmidt sie bei den Trimmrädern entdeckte, wo sie zusammen mit der blinden Miriam Steinberg trainierte.

Schnurstracks bahnte sich die kleine Gruppe zwischen den stöhnenden und ächzenden Sportlern zu den Trimmrädern, wo Bettina gerade von einem Ergometer stieg. „Hallo, Betty!”, begann Thomas, „Sage mal, sucht eure Band immer noch zwei Gitarristen?” Die Rothaarige nahm einen Schluck Mineralwasser aus der Flasche und blickte die Jungs an. „Ja, wir suchen noch welche.”, antwortete sie interessiert, „Warum? Habt ihr etwa geeignete Leute gefunden?” Thomas stellte ihr die Zwillinge vor und erzählte von ihrem Wunsch in einer Musikband zu spielen. Einen kurzen Augenblick dachte sie nach, bevor sie sich entschied, was zu tun war. „Ist das wahr? Ihr könnt Gitarre spielen und ihr seid wirklich aus Kanada?”, fragte sie skeptisch, „Von woher genau kommt ihr denn aus Kanada?” „Wir sind aus Vancouver an der Pazifikküste.”, antwortete Allan wahrheitsgemäß. „Aha, aus Vancouver seid ihr also.”, fuhr sie fort, „Ich habe nämlich eine Brieffreundin in Kanada. Sie heißt Jeanette Devereaux. Aber sie wohnt in Montreal.” Thomas und die anderen Jungs begannen über das ganze Gesicht zu grinsen. „Nun seht euch die mal einer an.”, sagte er amüsiert, „Betty schweift wie immer vom Thema ab.” Die Rothaarige blickte ihn keck an. „So, tue ich das wieder?”, neckte sie Thomas schalkhaft, „Aber du hast Recht. Es stimmt.” Dann blickte Bettina die beiden Kanadier ernst an und fragte, wann sie denn Zeit hätten, sie zu ihrer Band zu begleiten. „Wann probt ihr denn immer?”, wollte Allan wissen. „Wir proben jeden Abend hier in der Nähe in einer alten Schmiede, die schon lange leer steht.”, antwortete Bettina. „Erzähl’ uns doch mal ein wenig von eurer Band.”, bat James das junge Mädchen. „Gern.”, sagte sie und begann zu erzählen: „Unsere Band heißt Way of Music und besteht normalerweise aus acht Leuten, von denen einer Schlagzeuger ist, zwei Gitarristen sind normalerweise noch dabei, einer ist Bassist, einer spielt Saxophon sowie noch weitere Blasinstrumente, ein weiterer spielt Syntethizer und wir Mädels singen. Die Musik komponieren wir selbst und für die Texte gilt ähnliches, denn wir schreiben die Texte selbst. Jeder von uns muss seinen Beitrag leisten, sonst geht es nicht. Zwischendurch spielen wir aber auch Stücke von anderen Bands und Interpreten.” James und Allan sahen sich kurz an. Das ist genau die Band, die sie gesucht hatten. „Okay, wir kommen nachher mit dir mit.”, teilte Allan der Rothaarigen mit. Sie lächelte. „Das ist sehr gut.”, meinte sie, „Ihr bringt bestimmt ein paar gute Ideen mit, um unsere Musik aufzupeppen. Dann sehen wir uns später.” Mit diesen Worten ging Bettina zu einen der Universaltürme und setzte ihr Training fort. Zufrieden gingen James und Allan in die kleine Cafeteria, die zum Fitnesscenter gehörte.

Am frühen Abend gingen die beiden Brüder zusammen mit Bettina zu der alten Schmiede, wo die Band immer probte. Unterwegs erzählte sie den Zwillingen von den Auftritten der Band, die sie schon hatten. Interessiert hörten James und Allan zu. Als sie das Gebäude betraten, winkten ihnen schon der Schlagzeuger Klaus Zimmermann, der Bassist Bernd Keller und Saxophonist Holger Endermann zu.

„Hallo, Betty!”, sagte Holger fröhlich, „Sag’ bloß, du hast tatsächlich zwei Gitarristen für unsere Band aufgetrieben.” Die Rothaarige strahlte und stellte ihnen die Zwillinge aus Kanada vor. „Ja, wenn ihr mit den beiden einverstanden seid, denn die beiden können garantiert besser Englisch als wir.”, sagte sie grinsend, „Außerdem hatte Murat die beiden aufgetrieben und nicht ich.” Holger wandte sich interessiert an die beiden Brüder und bat sie, ein wenig über Kanada, die Musik, die dort gern gehört wird, und warum sie eigentlich nach Deutschland gekommen sind zu erzählen. Während James und Allan einiges über Kanada, ihre Auswanderung nach Deutschland und über sich selbst erzählt hatten, trafen noch Cordula Schulz und Astrid Schneider ein. Nachdem die Band komplett war, drückte Bernd den Zwillingen jeweils eine E-Gitarre in die Hand und forderte sie auf, der Band ihr Können zu demonstrieren. Das ließen sich die beiden Kanadier nicht ein zweites Mal sagen und begannen einige ihrer Lieblingsstücke, die sie zusammen mit ihrem Freund David Newman in Vancouver oft geprobt hatten, auf den Instrumenten vorzuspielen. Zufrieden stimmte nach kurzer Zeit der Rest der Band mit ein. Nach dem fünften Stück legten sie eine kurze Pause ein und Bettina fragte die restlichen Mitglieder nach ihren Meinungen über das Können der Zwillinge. Klaus kratzte sich kurz am Hinterkopf und begann schalkhaft zu grinsen. „Also, wenn es nach mir ginge...”, fing er an, „...dann sind sie meiner Meinung nach schon engagiert.” Die Anderen nickten zustimmend. Holger trat auf die beiden zu und reichte ihnen seine Hand. „Na dann herzlichen Glückwunsch, Jungs!”, sagte er fröhlich, „Willkommen an Bord!” Bettina lächelte zufrieden. „Wenn das unsere Freunde im Fitnesscenter wüssten.”, meinte sie, „Vor allem Murat wird sich darüber freuen, dass die beiden von nun an zu unserer Band gehören.” „So.”, sagte Bernd etwas ernster, „Wir müssen noch sehr viel proben, wenn wir in sechs Monaten bei dem Nachwuchswettbewerb was erreichen wollen. Schließlich geht es um Fünfzigtausend DM und einen Plattenvertrag.” Sofort machten sich alle wieder ans Werk. An diesem Abend wurden die beiden Kanadier mit dem Kleinbus der Band von Holger nach Hause gebracht. Noch nie waren die Zwillinge so glücklich gewesen wie an diesem Abend.

Kaum waren sie daheim angekommen, erzählen sie sofort alles ihren Eltern. Freudig nahm Kathryn ihre Söhne in die Arme. „Das freut mich sehr für euch.”, sagte sie zufrieden, „Dann wird euer Traum vielleicht doch noch wahr.” Als George von der Arbeit nach Hause kam, überfielen die beiden Jungs ihren Vater mit den Neuigkeiten. Dieser lächelte schalkhaft. „Seht ihr. Erst monieren und dann noch Karriere machen.”, meinte er grinsend, „Aber erst nicht mit Mom und Dad nach Deutschland wollen.” An diesem Abend wurde im Hause der Andersons noch viel gelacht.

Die Monate vergingen wie im Flug und die Zwillinge probten jeden Abend zusammen mit ihrer Band. Bettina, Astrid und Cordula kümmerten sich in der Zwischenzeit auch noch um die Kostüme, die sie bei ihren Wettbewerbsauftritten anziehen wollten, um möglichst viele Pluspunkte bei der Jury zu sammeln. Je näher der Termin rückte desto aufgeregter waren die Band-Mitglieder. Auch James und Allan blieben von der Aufregung nicht verschont. Beide patzten während der letzten Woche mehrmals bei den besonders schwierigen Stücken. Beim Verstärker von Allans E-Gitarre gab es sogar einen Kurzschluss und die Band musste die Ersatzgitarre erst richtig stimmen. Dabei ging fast ein kompletter Abend drauf. Bettina traf es besonders schlimm, denn zwei Tage hintereinander fand sie nicht den richtigen Ton. In solchen Momenten war sie den Tränen sehr nah gewesen. Klaus schoss allerdings den Vogel ab, denn er verlegte am Vorabend seine Sticks. Stundenlang suchte er sie sowohl bei sich zu Hause als auch in der alten Schmiede verzweifelt. Schließlich fand er sie in seinem Wagen. Auch Holger bekam an diesem Abend Probleme mit seinem Saxophon. „Heiliger Bimbam!”, meinte Bernd nur, „Wie soll das bloß werden, wenn wir vor Publikum und der Jury auftreten sollen?”

Der Talentwettbewerb fand in Hamburg statt. Gesponsort wurde diese Veranstaltung von verschiedenen Unternehmen von denen unter anderen ein sehr bekannter und renommierter Rundfunk- und Fernsehsender mit drei Buchstaben, der nach seinem eigenen Werbeslogan das Beste am Norden sei, dabei war, der das Spektakel im Regionalprogramm übertrug. Als die acht Mitglieder der Band Way of Music mit ihrem Kleinbus am Ort des Geschehens ankamen, war die Diskothek bereits brechend voll. Die meisten Teilnehmer waren ebenfalls eingetroffen. James und Allan waren sehr überrascht gewesen, das sich insgesamt dreiundzwanzig Bands und Einzelinterpreten angemeldet waren. Die Luft vibrierte vor Spannung als eine Musikband nach der anderen auftrat. Die Gruppe Way of Music kam erst an 19. Stelle dran. Alle Acht atmeten nochmals tief durch, bevor sie die Bühne betraten. „Jetzt gibt’s kein zurück mehr.”, sagte Klaus Zimmermann leise zu den anderen, „Also, gebt euer Bestes!” „Worauf du wetten kannst!”, erwiderte Bernd Keller ebenso leise. v

Dann begannen sie ihr bestes Stück zu spielen. Das Publikum tobte vor Begeisterung und klatschte mit. Kaum hörte die Gruppe auf, brandete frenetischer Applaus auf, der erst nach einigen Minuten wieder abebbte. Zufrieden verließen die Acht die Bühne. „Jetzt hat die Jury das letzte Wort.”, konstatierte Bettina May aufgeregt nach dem Auftritt, „Wir können jetzt nur noch hoffen und beten.” „Mann, bin ich erleichtert!”, seufzte Astrid Schneider, „Ich hatte schon solche Angst gehabt, dass da wieder etwas schiefgehen könnte!” Hinter der Bühne trafen sie auf einige Freunde und die Eltern der Zwillinge, die Way of Music Glück gewünscht hatten. Stolz nahm Kathryn ihre Söhne in die Arme. Auch George war sehr stolz auf seine Zwillinge. „Wow, das war great, was ihr geboten hattet!”, meinte er mit starkem kanadischem Akzent, „Das hätte ich nicht gedacht, das ihr den Laden so aufmischen könntet!” Ähnlich äußerten sich auch alle Freunde, von denen sich das Spektakel keiner entgehen lassen wollte. Dann begann die Zeit des endlosen Wartens, während die letzten Bands ihre Auftritte hatten und die Jury sich anschließend zur Beratung zurückzog. In der Zwischenzeit gab Kathryn den beiden Jungs ein Telegramm, das von David Newman aus Kanada geschickt wurde. Sofort öffneten sie es und begannen zu lesen. Er wünschte seinen beiden Freunden mit ihrer Band viel Erfolg bei dem Wettbewerb und lud die Zwillinge nach Kanada ein. James und Allan freuten sich riesig über die Einladung.

Nach zwei Stunden, die nicht enden wollten, traten die Juroren auf die Bühne. In kürzester Zeit wurde es still in der Diskothek. Dann bat der Moderator den Vorsitzenden der Jury die ersten drei Platzierungen bekanntzugeben. Bevor dieser zur Sache kam, begann er mit einer ganzen Reihe von Danksagungen an die Veranstalter, Organisatoren und Sponsoren. „Ich bin gespannt, wer den ersten Preis bekommen wird.”, meinte Holger aufgeregt, während der Vorsitzende mit seiner Rede fortfuhr, „Ich hätte jedenfalls nichts gegen einen Plattenvertrag.” Die anderen Band-Mitglieder nickten zustimmend. Dann begann der grauhaarige Mann mit der Drittplatzierung. Es war eine dreiköpfige Gruppe aus Hannover, die sich ihren Platz mit einem Duo aus Köln teilen musste. Der zweite Platz ging an einer Interpretin aus Oldenburg in Oldenburg in Niedersachsen. Sobald der Applaus abgeklungen war, begann der Alte zu lächeln.

„Und der erste Preis und damit Fünfzigtausend DM sowie ein Plattenvertrag geht an die Band Way of Music, die mit ihrer originellen Show und Musik nicht nur das Publikum sondern auch die gesamte Jury beeindruckt hat. Als weiterer Grund müssen an dieser Stelle auch ihre Kostüme genannt werden und ihre Professionalität, mit der diese Amateurband ihren Auftritt meisterte. Herzlichen Glückwunsch!” Die Presse machte sehr viele Fotos während der Mann den jungen Musikern den Scheck und die Auszeichnung überreichte. Frenetischer Applaus brach los, als Bettina im Namen der Band dem Publikum und allen dankte, die dies möglich gemacht hatten. Anschließend spielte die Band Way of Music ihren Siegertitel noch einmal und noch weitere Stücke aus ihrem Repertoire, denn das Publikum wollte noch einige Zugaben. An diesem Abend wurden die Acht so gefeiert wie noch nie zuvor in ihren jungen Leben. An diesen Tag ging für James-Allan und Allan-James Anderson ein lang gehegter Traum endlich in Erfüllung.....

E N D E

von Andreas Rößler, 1983 - Neubearbeitung 2006

Abschließende Hinweise:

keine

Diese Geschichte wurde archiviert am http://www.sf-ecke.de/stories/viewstory.php?sid=24