Star Trek - Die Kraft des Geistes

von jazmin_juanita, aroessler2003, Visitor
Zusammenfassung:

Sytania, eine machthungrige Entität, plant die absolut Herrschaft über sämtliche Universen und Dimensionen sowie dem Q-Kontinuum an sich zu reißen. Um ihren Plan besser umsetzen zu können, schickt sie ihre Verbündeten in die verschiedensten Zeitlinien, um dort diejenigen zu vernichten, denen statt ihr gehuldigt und verehrt werden. Doch Sytania hat nie damit gerechnet, dass die Crews von der Voyager, Deep Space Nine, den verschiedenen Raumschiffen Enterprise sowie Q gemeinsam erbittert Widerstand leisten…


Kategorien: Fanfiction > Star Trek Charaktere: Keine
Genres: Science Fiction
Herausforderung: Keine
Serie: Familie Q
Kapitel: 3 Fertiggestellt: Ja Wörter: 15903 Aufgerufen: 9347 Veröffentlicht: 03.11.09 Aktualisiert: 03.11.09
Hinweise zur Geschichte:

Diese Story entstand als Weihnachtskettenstory in der Mailingliste „Trekpower“, vor der Umwandlung der Liste in ein Forum. Initiiert wurde sie von Matthias Wieprecht, dem Moderator der Liste, der auch einiges zur Story beigetragen hat. Sie war auch der Beginn der Serie um die Familie Q, auch wenn sie chronologisch erst an 3. Stelle steht.

 

1. Star Trek - Die Kraft des Geistes - Teil 1 von jazmin_juanita

2. Star Trek - Die Kraft des Geistes - Teil 2 von jazmin_juanita

3. Star Trek - Die Kraft des Geistes - Teil 3 von jazmin_juanita

Star Trek - Die Kraft des Geistes - Teil 1

von jazmin_juanita

Captain Archer blickte aus dem Fenster und konnte nicht glauben, was er dort sah! Das Raumschiff bewegte sich auf die NX01 zu und es hatte ganz den Anschein, es wäre ein Raumschiff aus einem anderen Jahrhundert, obschon es „Enterprise” hieß. Über Funk meldete sich der Captain: „Hier spricht Jean-Luc Picard, wir haben den Abgesandten an Bord...Admiral Janeway wünscht an Bord zu kommen um ihnen alles zu erklären...” Archer konnte es nicht glauben, was hier geschah: er bekam Besuch aus der Zukunft!

*****

Ohne zu zögern aktivierte er seinen Kommunikator. „Hier spricht Captain Jonathan Archer.”, antwortete der dunkelhaarige Mann, „Erlaubnis erteilt. Ich komme in den Transporterraum.” Fassungslos blickte er weiterhin das Raumschiff an, das er aus dem Fenster sehen konnte. Jonathan merkte nicht, als Tucker neben ihn trat und etwas sagte. „Was hast du gesagt, Trip?”, fragte Archer, der seinen Blick von dem Raumschiff nicht losreißen konnte. Tucker warf dem Captain der Enterprise NX 01 einen Seitenblick zu, bevor er antwortete. „Sie ist faszinierend.”, wiederholte der blonde Mann seine Aussage. „Sie?”, fragte Jonathan verwirrt. Trip nickte. „Ja.”, antwortete Tucker mit einem leichten Schmunzeln, „Ich meine das Schiff da draußen.”

*****

Janeway lächelte Archer an, als dieser den Transporterraum betrat. „Was ich Ihnen erklären muss.”, begann sie. „Klingt auf den ersten Blick sehr merkwürdig. Aber nach meiner Illustration werden Sie sicher verstehen.” Damit wischte sie sich über die Stirn, worauf der Transporter ein zweites Mal surrte und mehrere Sternenflottenoffiziere materialisiert wurden. Irritiert sah Archer in die fremden Gesichter. Plötzlich löste sich eine der Frauen aus der Gruppe, die aus Frauen und Männern mit teilweise für Archer sehr seltsamen Uniformen und seltsamem Aussehen bestand, ging forschen Schrittes auf Trip zu und sagte: „Komm, Kollege Schweißfuß, ab an die Arbeit. Die liebe Tressa erklärt alles.” Dann drehte sie sich wieder um und sagte zu einem anderen Techniker: „Miles, komm in Schweiß, wir haben keine Zeit.” Alle Techniker verschwanden in den Maschinenraum, während Archer erst Janeway und dann die entenschnabelnasige Frau ansah, die gleich darauf neben ihr hervortrat. „Ich bin Agent Sedrin Taleris.”, stellte sie sich vor. „Ich komme noch viel weiter aus der Zukunft als Janeway. Ach übrigens, das ist Commander Sisko. Er liegt irgendwo dazwischen. Wir müssen alle zeitübergreifend zusammenarbeiten, um eine riesige Katastrophe zu verhindern. Sytania, die die Föderation in meinem Heimatjahrhundert terrorisiert, hat alle Bösewichter aus allen Zeiten zusammengeholt. Sie beraten, wie sie uns vernichten können und das kurz vor einem Jahresende.”

*****

An einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit.…

Spock kniete vor dem Zeitportal und berührte es mit seinen Händen. Seine Augen hatte er angestrengt zusammengekniffen. Kirk kam hinzu und beobachtete ihn, dann folgte McCoy.

„Was zum Teufel…”, begann er, aber Kirk gebot ihm Einhalt. Leiser fragte McCoy: „Was zum Teufel macht er da? Will er Eins mit dem Steinkreis werden? Lieber nicht, dann liegen seine Sprüche mir bald noch schwerer im Magen…”

„Ich weiß nicht, was er da tut, aber er hat seinen Landurlaub dafür verplant. Es muss ihm wichtig sein.…”

„Wichtig?”, platzte McCoy heraus. „Unser grünblütiger Vulkanier nahm mal Urlaub für Kohlinar oder wie das hieß. Der hat doch eine Schraube locker.…”

„Pille! Bitte zäume deinen Tonfall. Warum regst du dich so auf?”

„Das letzte Mal, dass wir hier waren… Es war eine sehr schmerzvolle Erfahrung für Dich. Außerdem…”, bluffte er, „…wollte ich mich gerade von zwei orionischen Sklavinnen massieren lassen.” Kirk lächelte schief.

„Es ist schon in Ordnung. Ich bin darüber einigermaßen weg. Edith Keeler ist tot. Schon lange.”

Dann fügte er hinzu: „Spock sagte mir, er habe Kontakt mit einer Entität aufgenommen. Ich begreife es selber nicht!”

Spock löste seinen Griff vom Portal und ging auf wackeligen Beinen zu seinen Kollegen. „Sedrin Taleris.”, stammelte er. „Sie wird sich für Sedrin Taleris ausgeben!” „Sie wer?”

„Es ist Sytania, uns auch bekannt als Redjac.”

„Meine Güte! Meinen Sie etwas Jack the Ripper?”

„Das ist korrekt.”…

„Wann wird sie das tun?”

„In der Vergangenheit. Sie wird Captain Jonathan Archer aufsuchen und erfolgreich täuschen! Die Entität ist ein großer Geist eine machtvolle, geistige Präsenz. Sie sagte mir, dass dies nie passieren durfte!”

„Mit welcher Konsequenz, wenn mir die Frage gestattet ist, müssen wir denn rechnen?”, fragte Pille. Spock zog eine Augenbraue hoch. „Die Vernichtung der Föderation wie wir sie kennen!”

„Meine Herren.”, erklärte Kirk, „Wir müssen mal wieder die Menschheit retten. Kirk an Enterprise... Drei Mann hochbeamen und alles klar machen für einen Zeitsprung.”…

„Captain, wenn ich Sie korrigieren dürfte: Sie werden nicht nur die Menschheit retten!” „Grünblütiger…” Dann beamten sie auf ihr Schiff…und fragten sich einmal mehr wie die Vergangenheit etwas ändern konnte, das schon geschehen war…

*****

Während Admiral Janeway sich bereitmachte, um auf die NX-01 gebeamt zu werden, spielte sich gleichzeitig etwas sehr merkwürdiges ab. Auf dem Gang vor der Brücke hörte man, wie sich ein Mann und eine Frau lauthals stritten.

„Was machst DU denn hier, was hast du jetzt schon wieder angestellt??”, hörte man eine junge Frau sagen. „ICH???” Mit absoluter Unschuldsmiene sagte der Mann: „Ich bin ausnahmsweise mal völlig unschuldig!” „Und wieso bist du dann hier?” wurde er gefragt. „Weil ich euch helfen möchte.” Sie fing an zu grinsen, sagte: „Du, uns helfen?? Was für’n Witz!” „Bitte glaube mir, es steht viel auf dem Spiel und ich will nicht, dass dir etwas passiert, Jenny.”

Wie vom Donner gerührt stand sie da. Immer mal wieder war er in den letzten Wochen aufgetaucht und hatte die Besatzung in helle Aufregung versetzt. Aber es passierte – nichts – weil er nämlich nach einigem Hin und Her und lautstarken Streitereien brav hinter ihr herdackelte, und alles tat, was immer sie wollte.

Nur Captain Picard hatte noch nicht wirklich begriffen, was eigentlich los war…

„Also gut.”, sprach sie, „Ich bringe dich zu Captain Picard, mein Schatz, aber wehe, du benimmst dich daneben!” „Ist ja gut…” erwiderte er und beide betraten die Brücke.

Nun bot sich der Brückenbesatzung ein Bild, das zumindest die Brückencrew noch nie gesehen hatte. Sie hatten Gerüchte gehört, ja, aber niemand hatte sie wirklich geglaubt.

Ein äußerst freundlicher, friedlicher Q stand nun vor Picard und sagte:

„Mon Capitain, ich weiß von der Katastrophe, die das ganze Universum bedroht und möchte helfen.” Picard sah Q sprachlos an. „Moment mal, SIE sind der Freund von Commander Janzen????? Das gib’s nicht!” Er drehte sich zu ihr um und sagte: „Wie um alles in der Welt haben Sie es geschafft, Q zu zähmen?? Ich habe gehört, der folgt Ihnen wie ein braves Hündchen?” „Mit sowas wie Liebe, Captain Picard, damit ist es ganz leicht gewesen.”, lächelte sie.

„Nun Captain, mein Freund hat einige Daten für Sie, die Ihnen meines Wissens bisher nicht bekannt waren, ich finde, Sie sollten sich das anhören.”

*****

Auf dem Zubringer zur Hauptverkehrsstraße nach Demetanya war nicht viel los, als der mit einem Androidenpaar besetzte Solarjeep darauf entlang raste. „Dr. Soong und Prof. Melusina sei dank können wir keine Opfer von Sytanias telepathischer Täuschung werden im Gegensatz zum armen Agent.”, stellte Cupernica fest. Data stoppte den Jeep vor einem Krankenhaus und sagte dann nur sachlich: „Bestätigt. Komm jetzt, wir haben keine Zeit.”

Sie betraten wenig später ein Krankenzimmer, in dem eine einzelne Demetanerin auf einem Biobett lag. Sie war zwar wach, aber schien trotzdem irgendwie benommen. Cupernica ließ ihren Blick scannend über sie schweifen und sagte dann: „Dachte ich mir.” Dann wandte sie sich in bestimmtem Ton an Data: „Hilf mir, wir müssen sie drehen.” Data eilte hinzu und die beiden drehten die Patientin vorschriftsmäßig auf den Bauch. Cupernica zog einen Hypor aus ihrer Tasche, steckte eine Patrone mit Zellarem Peptidsenker auf und sagte ruhig: „Ist ja gut, Agent. Gleich wird es Ihnen besser gehen.” Damit spritzte sie das Medikament in Sedrins Schokoladenseite. Bald darauf nahm die Demetanerin einen tiefen Atemzug und sagte: „Danke Cupernica. Ich erinnere mich nur noch, wie ich auf dem Fußweg zusammengebrochen bin. Alles andere ist total verschwommen, wie in einem Traum.” Verständnisvoll legte Cupernica ihre Hand in die ihrer Vorgesetzten, warf einen Blick zu Data, der mit Hilfe eines Sprechgerätes einen Shuttletransporter fernbediente und meinte dann: „Um sich permanent wie Sie verhalten zu können, Ma’am, bedurfte es für Sytania einer ständigen telepatischen Verbindung zu Ihnen. Die haben wir aber jetzt gekappt.” „Sie werden mir sicher zustimmen, verehrter Agent, wenn ich sage, dass sie jetzt bald beginnen wird, Fehler zu machen. Das passiert jedem Täter, der nervös wird. Ich selbst partizipiere des Öfteren an Detektivgeschichten und da ist es in 99 % der Fälle auch so.”, fügte Data hinzu. Sedrin nickte bestätigend. „Dann los.”, sagte sie. „Stellen wir uns zwei Sedrins gegenüber und zeigen wir Sytania, dass wir ihr Spiel durchschaut haben. Übrigens, ich erinnere mich an jedes verdammte Wort, das auf der Konferenz zwischen Ihr und den anderen gewechselt wurde. Sie hat wohl nicht bedacht, dass die Verbindung zu mir das mit sich bringt. Verdammt! Q verarscht alle gründlich, inklusive seiner eigenen Freundin. Wir müssen…” Ein Schwächeanfall unterbrach ihre Aufklärungsbemühungen. „Kümmere du dich um die Patientin, Cupernica, ich kümmere mich um die Zeitreise.”, kommandierte Data und initiierte den Zeitsprung.

*****

Captain Picard sah sowohl Q als auch seine Commander stirnrunzelnd an und nickte dann: „Kommen Sie beide bitte mit in meinem Bereitschaftsraum, Mr. LaForge, Sie haben das Kommando!”

Eilig begaben sich die drei in den Bereitschaftsraum. „Nun, Q, nachdem Sie mir nun so eine Überraschung beschert haben.”, dabei sah er schmunzelnd zu Commander Janzen rüber, „Berichten Sie!” „Jean-Luc, wir sollten schleunigst an der Konferenz auf der anderen Enterprise teilnehmen. Die Q haben herausgefunden, dass Agent Sedrin eigentlich Sytania ist und die Menschen täuscht, indem sie eine telepathische Verbindung zu der echten Sedrin unterhält.” Q schüttelte den Kopf, „Hat die allen Ernstes geglaubt, wir Q würden nicht dahinter kommen?” „Sagen Sie, Q, warum wollen Sie der Föderation auf einmal helfen? Ich meine, mal abgesehen von Ihrer hübschen Freundin hier.” Q seufzte: „Ach, Jean-Luc, nun seien Sie doch nicht so misstrauisch. Sytania bedroht nicht nur alle Zeitlinien, sondern ALLES. Wenn sie Erfolg hat, dann ist auch das Q-Kontinuum vernichtet, dann gibt es nichts mehr.” Erschrocken sah Picard ihn an. „Wir müssen sie irgendwie aufhalten.” Q

nickte: „Und ich habe auch schon eine Idee: Ich werde die da drüben auf der anderen Enterprise ein bisschen an der Nase herumführen und damit das wirklich alle glauben, was ich da sage, wird niemand eingeweiht.” Er wandte sich an seine Freundin, nahm ihr Gesicht in seine Hände und sagte: „Schatz, es tut mir leid, ich werde auch dich da mit hineinziehen müssen. Alle werden hinterher behaupten, ich wolle dich verarschen. Bitte glaube mir, ich tue das nur um alle Universen in allen Zeitlinien samt Kontinuum zu retten. Bitte zweifele nie an mir, denk dran, egal was auch geschieht, ich liebe dich!”

Nachdem Q das gesagt hatte, ließ er sie los und alle drei standen plötzlich auf der Enteprise NX-01, wo Archer nicht schlecht staunte, als plötzlich noch mehr Menschen in seltsamen Uniformen auftauchten und dann auch noch, ohne sich anzukündigen.

„Captain Archer, ich bin Captain Jean-Luc Picard, wir hatten bereits das Vergnügen, miteinander zu reden, meine Begleiter sind mein erster Offizier, Commander Jenny Janzen und Q, eines der mächtigsten Wesen aus dem Q-Kontinuum und gleichzeitig...”, seufzte er, „ ...der Freund meines Commanders.”

*****

Jonathan nickte kurz zur Begrüßung, bevor er antwortete. „Das Vergnügen ist ganz meinerseits.”, sagte er, „Nur langsam frage ich mich, was hier eigentlich gespielt wird.” „Das wird sich wohl bald klären.”, erwiderte Picard mit ernster Miene, „Aber vorher müssen wir Sie noch über einige Dinge aufklären, um das Ganze besser zu verstehen.” „Hoffentlich bekomme ich davon keine Kopfschmerzen.”, meinte Archer trocken, „Wenn ich mir hier die ganzen Uniformen der Neuankömmlinge so betrachte, scheint das ganze bereits Maße anzunehmen, die ich schon mehr als etwas beunruhigend empfinde.” Trip trat an Picard heran und musterte den fremden Captain von jener Enterprise, die erst weit in der Zukunft gebaut werde sollte.

„Was für eine Transportertechnologie hat eben gerade Ihr Freund da verwendet, Sir?”, fragte Tucker Jean-Luc, „Sein Verschwinden war ja wirklich lautlos und ziemlich schnell. Mit der lautlosen Technik kann man ja wirklich die Leute an der Nase herumführen.” Picard verzog das Gesicht. „Glauben Sie mir.”, erwiderte er ein wenig gequält, „Der braucht keine Transporter. Das macht er irgendwie anders und die Sache mit dem an der Nase herumführen, kann er besonders gut. Das werden Sie schon bald selbst erleben.”

*****

In diesem Augenblick ging die Tür auf und Kirk, McCoy und Spock betraten den Raum!

"Wer sind Sie denn?”, fragte Picard und schmunzelte anbetracht der historischen Uniformen, die sie trugen.

"Mein Name ist James Tiberius Kirk, Captain der Enterprise!”

Picard bekam große Augen.

"Das bin ich auch!”

Spock sagte: "Faszinierend!”

Und McCoy fluchte: "Verdammt, kann mir mal einer erklären, was hier los ist?”

*****

Alle Anwesenden hatten sich inzwischen zu den Neuankömmlingen umgewandt.

„Die Frage habe ich mir auch schon gestellt.”, erwiderte Archer trocken, währenddessen McCoy einen kurzen Blick in die Runde warf, „Das einzige, was ich bisher begriffen habe ist, dass von irgendwoher eine Gefahr droht, die uns alle auslöschen kann und die Leute aus verschiedenen Zeitlinien alle hierher kommen, um sich gemeinsam gegen dieser Bedrohung zu stellen.” McCoy nickte verwirrt. „Aha.”, sagte Leonhard, dem Jonathans Antwort nicht wirklich weiterhalf, den Grund für diese ungewöhnliche Versammlung zu begreifen, „Na wenn das mal kein endgültiges Chaos wird.”

Kirk trat fast lautlos neben seinen Ersten Offizier, der die illustre Gesellschaft schweigsam, aber mit großem Interesse beobachtete. „Nun, Spock, was halten Sie denn von der ganzen Sache?”, fragte er so leise den Vulkanier, dass die anderen das nicht mitbekamen. „Für eine Analyse ist es wohl noch zu früh, Captain.”, antwortete Spock in seiner stoischen Ruhe, „Aber anhand der Uniformen und dem Gebaren der Anwesenden hier zu urteilen, stammen sie alle tatsächlich aus verschiedenen Zeitlinien.” „Ich nehme an, dass Sie das durch die Mentalverschmelzung mit dem Wächter der Ewigkeit wissen.”, erwiderte Kirk mit nachdenklicher Miene. „In der Tat, Captain.”, gestand Spock, „Durch diese Mentalverschmelzung haben wir bereits ein paar Informationen erhalten, die den anderen hier noch fehlen, was sich aber bald ändern dürfte.” McCoy, dem die Situation etwas unheimlich anmutete, gesellte sich wieder zu Kirk und Spock. „Ich weiß nicht, Jim.”, gestand Pille, der wieder etwas ruhiger geworden war, „Ich komme mir hier so langsam wie auf einem Kostümball vor.” „Da irren Sie sich, Doktor.”, entgegnete Spock gelassen, der nach einer Person Ausschau hielt, die sich als Sedrin Taleris ausgab, aber in Wirklichkeit Sytania war, „Wir befinden uns hier keineswegs auf einem Kostümball. Stattdessen sind wir Zeugen eines historischen Ereignisses.” „Die Frage ist nur, was die Historie dabei gewinnen wird.”, brummte McCoy missmutig. James T. Kirk sah Leonhard an. „Beruhige dich wieder, Pille.”, antwortete dieser leise, „Genieße diesen Moment, denn so schnell wirst du nicht all’ diese Personen wiedersehen.” Doch bevor McCoy etwas erwidern konnte, trat eine junge Frau, die den Rang eines Commanders bekleidete, in die Mitte und ergriff das Wort.

*****

Das Shuttle mit Data, Sedrin und Cupernica hatte die Zeitreise beendet und war nun neben den anderen Schiffen zum Stoppen gekommen. Data hatte Kontakt mit dem Computer seiner Enterprise aufgenommen und sich über die letzten Vorkommnisse erkundigt. Nach einer Weile sagte er fast staunend: „Ich kann sie nicht finden.” „Über wen sprichst du.”, fragte Cupernica. „Über Commander Jenny Janzen.”, antwortete Data. „Es ist merkwürdig, in allen Tonaufzeichnungen der Gespräche wird sie erwähnt oder ist sogar anwesend. Aber im Computer sind keine Daten, die älter als einen Tag sind. So schnell wird man doch normalerweise kein erster Offizier.” „Docken Sie uns und lassen Sie uns nachsehen.”, schlug Sedrin vor. „Vor einem erneuten Kontakt mit Sytania habe ich keine Angst. Die sollte sie ja viel eher haben, schließlich haben Sie, Cupernica, mir ja grade noch eine fiese Spritze mit Verteron verpasst. Die macht ja jeden Kontakt mit mir für den Telepathen giftig und das mindestens für drei Tage.” Cupernica nickte bestätigend und fügte hinzu: „Die normale Halbwertzeit von medizinischem Verteron in einem demetanischen Stoffwechsel beträgt drei Tage. Wenn man aber nachspritzt, wirkt es länger.”

Sie hatten sich auf eines der unteren Decks gebeamt. Sedrins Plan beinhaltete, dass sie den so genannten Commander stellen und mit Datas Daten konfrontieren würden. Stattdessen kam aber alles ganz anders. Grade wollten sie sich im Korridor postieren, als sie sich plötzlich in Commander Janzens Quartier wieder fanden. Selbige empfing sie mit einem Lächeln. „Ich habe mir schon gedacht, dass Sie mir draufkommen würden.”, sagte Janzen mild. „Der aufgetretene Datenfehler war Absicht und sollte Sie auf meine Spur lenken. Nur zu, Cupernica, scannen Sie mich. Ich bin sicher, Sie werden mich erkennen.” Cupernica tat dies und sagte dann: „Erstaunlich. Sie können das Neuralfeld einer Terranerin täuschend echt imitieren. Aber ein Resonanzscan Ihrer Hirnrinde hat mir verraten, wer Sie wirklich sind. Sie sind …” „Mundhalten, Cupernica.”, unterbrach Sedrin, grinste breit und sagte schließlich: „Sie sind Q’s Ex, nicht wahr? Sie sind auf unserer Seite! Sie spielen Q den jungen unschuldigen Commander nur vor. Hah, das wird ihn treffen, dass er auf seine Ex ein zweites Mal reingefallen ist.” „Sie sind eine clevere Frau, Agent.”, sagte die Entlarvte und verwandelte sich vor aller Augen in ihre wahre Gestalt zurück. „Ich habe kein Wort von dem geglaubt, was Q über uns helfen gesagt hat. In Wahrheit arbeitet er doch sicher mit Sytania zusammen. Die Wahrscheinlichkeit ist am Größten. Sie beträgt 99,53 %.”, warf Data ein. „Stimmt.”, bestätigte Sedrin. „Und das habe ich sogar aus erster Quelle.” Dabei verzog sie angeekelt das Gesicht. „Q und Sytania hätten, würden sie ihren Plan durchziehen, eine Sekunde absoluter Macht, in der sie das Universum neu schaffen könnten, wie es ihnen gefiele.”, referierte Cupernica. Die Q nickte. Dann setzte sie sich ruhig in einen Sessel und sagte: „Die Techniker machen allerdings genau das Richtige. Sytania hat sich nämlich ein Bisschen zu sehr wie Sie verhalten, Sedrin. Sie bauen die Phaser um, damit diese Sytanias schönes Phänomen als Trägerwelle benutzen können und es zerstören können, durch alle Zeiten hindurch. Allerdings müssen die Schiffe wieder in ihren Zeiten sein und Synchron feuern, sonst funktioniert es nicht.” „Ups.”, machte Sedrin. „Da haben Sie den Beiden ja ein riesiges Ei ins Nest gelegt, Ms. Q.” „Ich muss Sie korrigieren, Ma’am.”, widersprach Cupernica. „Das waren die beiden im Grunde selbst.” „Ist ja auch egal.”, meinte Sedrin in etwas abfälligem Ton, während sie die Q mit ihrem Erfasser scannte. „Interessant.”, lächelte sie danach. „Sie waren anscheinend für einen Moment nicht in Ihrem Körper und hatten auch Kontakt zu Mr. Spock.” „Ich nehme an, Ma’am.”, begann Cupernica. „Sie wollen die Bombe erst nach Sytanias Niederlage platzen lassen.” Die Demetanerin gab einen bestätigenden Laut von sich und sagte dann: „Tun wir erst mal, als wüssten wir von nichts. Es wird Zeit, dass Sie wieder Commander Janzen werden, Ms. Q. Ja, ja, wer spielt am Ende wohl mit wem?”

*****

Inzwischen auf der NX-01:

„Meine Damen und Herren, ich bin Commander Jenny Janzen. Sie werden sich vielleicht wundern, warum gerade ich das Wort ergreife. Wenn Sie die Datenbanken der Föderation durchforsten, werden Sie nur wenige Daten über mich finden und die, die Sie finden, sind nur wenige Monate alt. Das alles hat seinen guten Grund. Der Rang eines Commanders wurde mir ehrenhalber von Captain Picard gegeben, um in dieser Situation besser helfen zu können. Ich komme aus dem 21. Jahrhundert, genauer gesagt, aus dem Jahre 2015. Zu jener Zeit kam ich über das damals sogenannte Internet mit einer Verschwörungsorganisation in Berührung, die mir, meinem Exmann und einem Freund erklärte, es halte sich eine Außerirdische namens Sytania auf der Erde auf, die danach trachte, alles Leben in allen Universen und Zeitlinien auszulöschen. Man suchte einen Freiwilligen, der bereit war, sich in die Zukunft bringen zu lassen, um die Menschen zu warnen und hier bin ich nun. Ich traf zuerst auf Admiral Janeway, die dann dafür sorgte, dass ich auf die Enterprise zu Captain Picard kam.”

Nach diesen Worten zog sich Commander Janzen zurück und ließ ihrem Freund den Vortritt. „Als Jenny mir erzählte, was sie in diese Zeitlinie führte, habe ich mich unverzüglich mit dem Kontinuum in Verbindung gesetzt und gemeinsam haben wir einen Plan entwickelt, um Sytania endgültig und für alle Zeiten zu besiegen.” Zweifelnd sah Captain Kirk dieses übermächtige Wesen an. „Wenn Sie so mächtig sind wie alle sagen, wieso haben Sie das nicht schon vorher gewusst?”, fragte er. „Nun.”, antwortete Q. „Ich habe mich lange nicht im Kontinuum blicken lassen, das Chaos, dass die Menschen verbreiten, ist viel interessanter.”, grinste er.

*****

„Bevor Sie mit Ihren Erklärungen anfangen, möchte doch mal fragen, warum diese Entität uns alle auslöschen will?”, warf Archer ein, „Da frage ich mich doch nach dem Sinn.” „Nun, mein lieber Jonathan.”, antwortete Q hochnäsig, „Die Frage ist doch ganz einfach zu beantworten. Sytania will die absolute Herrschaft über sämtliche Universen und Dimensionen, einschließlich des Q-Kontinuums. Alle, die sich ihr widersetzen, will sie vernichten. Alle anderen, die sich ihr unterwerfen, lässt sie am Leben.” McCoy gab ein abfälliges Schnauben von sich. „Vermutlich solange, bis sie ihr zu unbequem werden oder etwas von ihr wollen, was sie nicht teilen will.”, meinte Leonhard finster. Q nickte. „Ja, so könnte man es ausdrücken.”, bestätigte er. „Und warum haben Sie nicht schon vorher etwas dagegen unternommen?”, wollte Kirk wissen, „Eigentlich hätten Sie diese Gefahr schon frühzeitig erkennen und dementsprechend längst handeln müssen. So, wie ich das verstehe, haben Sie doch genügend Macht, um mit dieser Person alleine fertig zu werden.” Q sah den Captain der Enterprise 1701 an. „Natürlich habe ich die Macht, um mit ihr alleine fertig zu werden.”, gab Q zu, „Aber da sie jede Menge Leute aus den verschiedenen Zeitlinien für die Umsetzung ihres Planes zusammengeholt hat, wobei ich erwähnen muss, dass alle aus Ihrer Sicht sehr finstere Gestalten sind, die sie als Unterstützung hat, kann ich mich nicht um alle kümmern, die an ihrer Seite kämpfen.” „Und deshalb brauchen Sie uns.”, schlussfolgerte Benjamin Sisko finster, „Wir sollen die Kleingeister bekämpfen, während Sie sich mit dem Kopf der illustren Bande auseinandersetzen.” „So ist es, Bennyboy.”, bestätigte Q mit hochnäsigem Grinsen, „Schließlich wird die Schlacht an mehreren Orten gleichzeitig stattfinden und auch ich kann nicht an allen Orten zur selben Zeit agieren.” Einige der Anwesenden begannen unwillkürlich zu grinsen und hinter der vorgehaltenen Hand zu kichern. Siskos Miene hingegen blieb ausdruckslos, obwohl er innerlich langsam zornig wurde.

Commander Janzen knuffte Q unsanft in die Seite. „Aua.”, sagte er und sah die junge Frau aus der Vergangenheit an, „Warum machst du das, Jenny?” „Hast du mir nicht etwas versprochen, mein Schatz?”, erinnerte sie ihn, „Du wolltest nicht mehr so arrogant gegenüber anderen in Erscheinung treten und sie so herablassend behandeln. Rede in Zukunft respektvoller mit diesen Leuten.” „Entschuldigung, Jenny.”, lenkte Q ein, „Das war wieder mal meine alte Gewohnheit. Kommt nicht wieder vor.” „Okay, dann erzähle ihnen weiter, was wir vorhaben.”, antwortete Commander Janzen besänftigt, „Uns läuft bald die Zeit davon.” Doch bevor Q seinen Plan weiter erläutern konnte, wurde er erneut unterbrochen.

„Mit wem arbeitet denn diese Sytania zusammen?”, wollte Kirk wissen, „Wenn Sie schon sagen, dass es sehr finstere Gestalten sind, die Sytania um sich versammelt hat, müssen diese Typen in ihren jeweiligen Zeitlinien ja schon sehr gefährlich sein.” Q verzog das Gesicht. „Das stimmt.”, antwortete Jennys Freund, „Sie dürfen keinen von ihren unterschätzen, denn sie haben schon in ihren jeweiligen Zeitlinien sehr viel Schaden angerichtet.” „Das hört sich nicht gut an, Q.”, bemerkte Picard, „Erzählen Sie uns, wie gefährlich Sytanias Verbündete für uns sind.” „Nun, Jean-Luc.”, begann er mit einem warnenden Unterton, „Wenn Sie mich so fragen. Jeder von Sytanias Komplizen hat keine Probleme damit, jeden einzelnen von Ihnen im Kampf zu töten.” Q machte eine kurze Pause und ließ seine Worte auf die Anwesenden wirken.

*****

Ein leises Raunen ging durch die Menge der Anwesenden, als Q mit ernster Miene die ersten Namen von Sytanias Verbündeten nannte. „Oh mein Gott.”, flüsterte McCoy, „Da ist einer schlimmer als der andere.” Q unterbrach seine Aufzählung und blickte Leonhard an. „In der Tat.”, sagte er mit ernster Miene, „Wie Sie sehen, hat Sytania keine Mühen gescheut, um die schlimmsten von ihnen um sich zu versammeln.” „Das wird keine leichte Mission werden.”, stellte Sisko mit finsterer Miene fest. „Eben.”, ergänzte Kirk, „Wir müssen uns so gut wie möglichst vorbereiten, damit wir nicht scheitern.” „Weiß denn schon jemand, wo sich zurzeit diese Sytania aufhält?”, fragte Archer. „Auf Grund ihrer Fähigkeiten als Entität, kann man das nicht so einfach sagen.”, erwiderte Q, „Sie kann zu jederzeit an jeden Ort sein.” „Mit anderen Worten, Q.”, konstatierte Jean-Luc, „Sie wissen es auch nicht.” „Leider nein, Jean-Luc.”, gestand Q widerwillig. „Okay.”, ergriff Kirk das Wort, „Dann sollten wir mal alle Informationen zusammentragen, die wir haben, denn so wie ich das sehe, hat jeder von uns ein Puzzlestück des Ganzen. Vielleicht wissen wir dann, wo sie sich aufhalten könnte, wenn jeder seine Informationen an alle anderen weitergibt.” „Ja, dem Vorschlag kann ich mich nur anschließen.”, pflichtete Picard seinem Vorgängerkollegen bei, „So können wir gemeinsam einen Anhaltspunkt finden, um unseren Plan umzusetzen, nachdem Sie ihn uns vollständig erläutert haben.”

*****

Janeway runzelte die Stirn, stand auf und sagte: „Das ist ja eine illustre Runde von Gaunern, die Sie uns da aufzählen, Q. Sicherlich haben alle ihre Widersacher erkannt.” „Ja, sogar ich habe mich nicht schlecht über die Anwesenheit des Großen Nagus der Ferengi gewundert.”, meldete sich Sisko erneut zu Wort. „Der lässt sich doch sonst von einer Frau nichts sagen. Allerdings vermute ich, Sytania hat ihn ihre Macht spüren lassen.” Unbeeindruckt von Siskos Zwischenruf fuhr Janeway, die wahrscheinlich wie Kirk schon etwas gemerkt hatte, fort: „Ich vermisse aber eigentlich sehr meine eigene ärgste Widersacherin, die Borgqueen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich die Gelegenheit entgehen lässt, mir einen Denkzettel zu verpassen.” Die falsche Sedrin richtete sich im Stuhl auf, setzte ein dreckiges Grinsen auf und erwiderte: „Die? Wollen Sie wirklich wissen, was ich mit der gemacht habe? Die habe ich beseitigt, weil sie anfing, Ansprüche zu stellen. Ich teile nun mal nicht gern!” Alle sahen sie verwirrt an.

*****

„Wie bitte!?”, entfuhr es der fassungslosen Janeway, die glaubte, sich verhört zu haben, „Sagen Sie das noch mal, Agent Sedrin.” „Ich sagte, Sytania hat die Borgqueen beseitigt, weil Sie anfing, Ansprüche zu stellen und Sytania nun mal nicht gern teilt.”, erwiderte die Angesprochene. Commander Sisko trat einen Schritt vor. Seine Miene verfinsterte sich. „Das stimmt nicht.”, sagte er in einem scharfen Tonfall, „Sie haben etwas anderes gesagt. Sie haben in der Ich-Form gesprochen.” Sisko wiederholte die Worte der falschen Agent Sedrin.

In diesem Augenblick setzte sich Spock in Bewegung und bahnte sich mit raschen Schritten einen Weg durch die Menge der Anwesenden. Kirk versuchte ihn zurückzuhalten. „Spock, wo wollen Sie hin?”, fragte er, als er versuchte, den Vulkanier am Arm festzuhalten. Dieser drehte sich kurz zu Kirk um und warf ihm einen vielsagenden Blick zu. Sofort begriff Jim, dass der Vulkanier Sytania gefunden hatte und was er nun zu tun gedachte. „Nein, Spock.”, sagte er, „Machen Sie das nicht.” Doch Spock streckte bereits seine Hand nach der Schulter der falschen Sedrin Taleris aus. Der falsche Agent machte eine rasche Drehung und ein greller Lichtblitz ließ den Vulkanier durch die Luft wirbeln. Er krachte laut gegen die nächste Wand und sank leblos zu Boden. Sofort waren Kirk und McCoy bei ihm. Leonhard untersuchte den Vulkanier. Langsam wandte er sich Kirk zu und schüttelte bedauernd mit dem Kopf. „Er ist tot, Jim.”, sagte er tonlos, „Genickbruch.” Q trat mit raschen Schritten in die Menge. „Ich habe Sie alle gewarnt.”, sagte er mit ernster Miene, „Sytania hat keine Probleme jemanden umzubringen.” Direkt vor dem toten Vulkanier ging Q in die Hocke und streckte seinen Arm aus, bis seine flache Hand Spocks Brust berührte. Ein kleiner Lichtblitz folgte und wenig später öffnete Spock wieder seine Augen. Q richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf und trat ein paar Schritte zurück, um Kirk und McCoy wieder Platz zu machen. Sorgenvoll sahen sie den Vulkanier an, der gerade seine Augenbrauen hob. „Spock!”, rief Jim, währenddessen Leonhard Sareks Sohn mit dem medizinischen Tricorder untersuchte, „Ist alles in Ordnung mit Ihnen?” Dieser erwiderte Kirks Blick. „Faszinierend!”, antwortete der Vulkanier in seiner stoischen Gelassenheit. Kirk und McCoy sahen sich verdutzt an.

*****

Q wandte sich zu den anderen um: „Ich muss etwas erledigen.”, sprachs und verschwand in einem Lichtblitz. …Und tauchte in einem entfernten Winkel der Enterprise NX-01 wieder auf, wo Sytania wütend hin und her wanderte und vor sich hin fluchte.

„Hallo Sytania, nette Vorstellung, die du da abgeliefert hast!” „Q! Was willst du? Ich dachte, du Weichei hast dich auf die Seite dieser lächerlichen Menschen gestellt.” Q lächelte gewinnend: „Aber Sytania, tsts, hast du wirklich geglaubt, ich würde mich mit diesen billigen Kreaturen abgeben?” Sytania fing an zu grinsen. „So gefällst du mir schon besser, Q.”, erwiderte sie. Während sie sprach, waren sie sich immer näher gekommen. Q legte freundschaftlich den Arm um ihre Schultern: „Ich musste sie doch in Sicherheit wiegen, sonst wäre dein Sieg doch nicht vollkommen gewesen.”

Währenddessen verließ Commander Jenny den Konferenzraum. Was hat Q nur vor?, fragte sie sich. Und während sie grübelnd die Gänge entlang schritt, hörte sie Stimmen. Sie erkannte sowohl Qs, als auch Sytanias Stimme. Neugierig geworden und mit einem flauen Gefühl im Magen, ging sie etwas schneller in die Richtung, aus der sie die Stimmen vermutete. Sie bog um die nächste Ecke: und da sah sie, wie Q, einen Arm um Sytanias Schultern gelegt, leise auf sie einredete. Wie erstarrt blieb sie stehen. Eine Eiseskälte machte sich in ihrem Herzen breit. Nein, das kann nicht wahr sein!, schrie es in ihr. Er hat mich betrogen und belogen! Oh Q, warum?!, war alles, was sie in diesem Moment denken konnte.

Wie betäubt und fast tränenblind wankte sie zurück zum Konferenzraum, um die anderen zu informieren. Unterwegs traf sie auf Captain Picard, der ihr blasses Gesicht bemerkte. „Commander, was ist denn los? Sie sehen aus, als hätten Sie ein Gespenst gesehen!”, sagte er besorgt. „Vielleicht habe ich das.”, erwiderte Jenny tonlos. „Was ist denn passiert, Commander?”, wollte Picard erschrocken wissen. „Ganz einfach: Q hat mich betrogen, er flirtet gerade auf Teufel komm raus mit Sytania. Wenn ich das gerade richtig verstanden habe, informiert er sie über die Schwächen von jedem einzelnen von uns.”

Picard sah seine junge Commander bedächtig an. „Commander, Sie lieben Q doch, nicht wahr?”, fragte er behutsam. „Ja sicher, aber was ist das jetzt noch wert?”, sprach sie und wischte sich verstohlen die Tränen aus den Augen. „Nun Jenny, dann geben Sie Q die Chance, sein Handeln zu erklären, denken Sie daran, was er Ihnen sagte, bevor wir hierher gebeamt wurden.” Jenny schluckte hörbar. „Aber…aber …Sytania…” Picard fasste Jenny an den Schultern und sah ihr in die Augen: „Nicht immer ist alles so wie es scheint, Commander, denken Sie immer daran.”

Jenny schluckte die Tränen hinunter und sagte entschlossen: „Also die Erklärung muss verdammt gut sein, sonst kann der mich mal!”, erwiderte sie bereits nicht mehr ganz so verzweifelt. Picard lächelte und sprach: „Kommen Sie, man erwartet uns, wir wollen Sytania eine würdige Schlacht liefern.” Beide machten sich auf den Weg zu den anderen.

Picard erklärte den Anwesenden kurz, was Commander Jenny ihm gerade mitgeteilt hatte. Benjamin Sisko lachte bitter. „Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn Q sich wirklich geändert hätte!” Tadelnd sah Captain Picard ihn an. „Lassen Sie es gut sein, Benjamin, diese junge Frau hat schon genug zu leiden. Wir reden später darüber.”

*****

Archer atmete erleichtert auf, nachdem Sytania geflohen war und Spock inzwischen wieder gesund und munter vor den Anwesenden stand. „Wenigstens wissen wir jetzt, wo Sytania sich die ganze Zeit über aufhielt und wie gefährlich sie für uns alle ist.”

„Ja, Captain Archer.”, antwortete Picard mit ernster Miene, „Und sie hat uns allen eindrucksvoll bewiesen, wie skrupellos sie ist.” „Die Frage ist nur, was sie genau vorhat.”, überlegte Sisko laut, „Und wie ihre Verbündeten ins Spiel passen.” Jenny, die sich inzwischen ein wenig von ihrem Schrecken bezüglich ihres Freundes aus dem Q-Kontinuum erholt hatte, ergriff das Wort.

„Sytanias Plan sieht folgendermaßen aus.”, begann sie mit fester Stimme, „Q hat mir berichtet, dass Sytania alle Personen auslöschen will, die in den jeweiligen Kulturen in allen Universen und Dimensionen gehuldigt werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist Weihnachten auf der Erde. Weihnachten bedeutet im biblischen Sinne die Geburt Jesu Christi und wird jedes Jahr erneut gefeiert. Dasselbe gilt auch für Ostern auf der Erde. Auch in dem Fall wird wieder etwas gefeiert, was mit dem Leben von Jesus Christus zu tun hat und das ist etwas, was Sytania gar nicht verknusen kann. Deshalb hat sie sich dazu entschlossen, den Heiland ein für allemal auszulöschen, um stattdessen an seine Stelle zu treten. Dasselbe hat sie auch mit allen anderen Kulturen in der Galaxis vor, in denen solche Huldigungen stattfinden. Im Klartext bedeutet das, dass sie alleine gehuldigt und verehrt werden will.”

„Aber wie will sie denn all’ diese Personen denn vernichten?”, wollte Trip wissen. Commander Janzen sah den Ingenieur der Enterprise NX-01 an. „Die Frage ist berechtigt.”, antwortete sie, „Da kommen ihre Komplizen ins Spiel. Sytania hat inzwischen alle von ihnen in die jeweilige Zeitlinie entsandt, damit sie deren Geburten verhindern, indem sie die Mütter schon vorher töten.” Kirk trat einen kleinen Schritt vor. „Lassen Sie mich raten, Commander Janzen.”, sagte er etwas ahnend, „Wir alle müssen in die entsprechenden Zeitlinien entsandt werden, um genau dieses zu verhindern.” „Genauso ist es, Captain Kirk.”, antwortete Jenny mit sorgenvoller Miene, „Der Haken daran ist es, dass jeder von uns gegen seinen schlimmsten Feind antreten muss.” McCoy fluchte. „Das heißt also, dass du letztendlich gegen den Mann antreten musst, der indirekt für Davids Tod verantwortlich ist.” Jim nickte. „Ja, Pille.”, erwiderte er bitter, „Das bedeutet, dass wir noch mal gegen Khan kämpfen müssen.”

„Sie, Commander Sisko, müssen weit in die Vergangenheit Bajors entsandt werden, damit Sie zusammen Ihren Leuten die Artefakte von den Propheten vor den Palgeistern und Gul Dukat beschützen können.”, verkündete Jenny mit ernster Miene. Benjamin nickte finster. „Ich verstehe.”, sagte er finster, „Wenn es soweit ist, werden wir ihnen einen würdigen Empfang bereiten.”

Kathryn Janeway seufzte tief. „Ich befürchte, dass ich mich wieder mit meinen Leuten zusammen um unsere alten Freunde, die Borg, kümmern darf.”, sagte sie ebenso finster, „Und die haben inzwischen bestimmt schon eine neue Borgqueen.” „Das haben Sie gut erkannt, Admiral Janeway.”, bestätigte Commander Janzen.

*****

Q hatte natürlich bemerkt, dass Jenny ihn gehört hatte. Er hatte gehofft, dass sie diese Szene nicht mitbekommen würde, aber er konnte es auch nicht ändern. Das gehörte zum Plan. Nun gut, so würden die anderen Sytania gegenüber glaubhaft weismachen können, dass er sich auf ihre Seite geschlagen hatte. Das Problem bestand darin, dass sie Sytania nur mit einem Überraschungsangriff besiegen konnten. Jenny sollte nun genügend Wut und Energie aufgebaut haben, um ihre Kräfte voll nutzen zu können, und genau die brauchte er, alleine würde er das nicht schaffen.

Soweit so gut, Q hatte es geschafft, Sytania dazu zu bewegen, ihn zu begleiten. Sytania war nun überzeugt davon, diese Menschen und Vulkanier problemlos besiegen zu können. Schließlich hatte sie Q an ihrer Seite!

Und so betraten Sytania und Q den Konferenzraum, der nun bis auf wenige Personen leer war.

*****

Mehrere Gestalten blickten sich auf einer kleinen Anhöhe um. Leise summte der Tricorder, den Sulu in seinem Händen hielt. „Wo müssen wir hin, Mr. Sulu?”, erkundigte sich Kirk. Der Asiate deutete mit seiner Hand in eine Richtung, wo sie nur ein paar Hügel erkennen konnten. Es war kalt geworden, nachdem die Sonne schon vor Stunden untergegangen war, was typisch für das Wüstenklima war. Unzählige Sterne funkelten am abendlichen Firmament. „Das ist interessant.”, sagte Sulu, „Wir müssen in diese Richtung. Direkt hinter diesen Hügeln befindet sich die Stadt Bethlehem, Captain.” McCoy blickte kurz nach oben gen Himmel und hielt nach dem berühmten Stern von Bethlehem Ausschau, der die drei Könige aus dem Morgenland zu dem neugeborenen Jesus Christus führen sollte. Jim tippte seinen Freund auf die Schulter. „Komm, Pille.”, sagte er, nachdem McCoy jenen Stern gefunden hatte und ihn nun ehrfürchtig ansah, „Wir müssen die Mutter Jesu vor Khan finden und retten. Sonst gibt in Zukunft keine Weihnachten mehr.” Fast lautlos setzten sich die drei Männer in Bewegung und begannen sich den kleinen Hügeln zu nähern. Nachdem sie den ersten Hügel erklommen hatten, blieben sie stehen. Vor ihnen erblickten sie in weiterer Entfernung ein kleines Lagerfeuer, an dem mehrere Männer saßen. Deutlich konnten Sulu, Kirk und McCoy das Blöken von mehreren Schafen hören, die sich in der Nähe aufhielten und grasten. „Das sind Hirten.”, stellte Jim fest, nachdem er die Gestalten am Lagerfeuer musterte, „Wahrscheinlich sind es jene Hirten, denen später ein Engel die Geburt des Heilandes verkünden wird.” Einen Augenblick lang beobachten sie wortlos die friedliche Szenerie. Von den Gesprächen der Männer am Lagerfeuer hörten sie nur wenige Fetzen, von denen keiner von ihnen etwas verstand. „In welcher Sprache unterhalten die sich da?”, fragte Leonhard leise, „Ist das Hebräisch oder Arabisch?” „Wahrscheinlich weder das eine noch das andere.”, meinte Sulu trocken, „Vermutlich sprechen sie eher Aramäisch miteinander.” Plötzlich begann der Tricorder leise zu piepsen.

Sulu warf einen raschen Blick auf das Display. „Khan ist auf dem Weg nach Bethlehem.”, informierte er Jim, der ihn fragend ansah, „Er reitet auf einen Pferd und wird in wenigen Minuten die Stadt erreichen.” Mit seiner Hand deutete der Asiate auf einen Schatten, den Kirk und McCoy in der Ferne nur schwach erkennen konnten. Nur der schwache Wind trug den Klang der Hufe zu den drei Männern von der Enterprise 1701 hinüber. Sofort machten sich die drei Menschen auf den Weg, um Khan an der Ausführung von Sytanias Plan zu hindern.

Mehrere Gestalten gingen durch die Straßen Bethlehems. An vielen Orten brannten Fackeln. Kirk und seine beiden Begleiter gingen fast lautlos durch die Straßen. Viele der Einheimischen waren zu Fuß unterwegs, andere waren mit ihrem Gespann. Die Karren rumpelten über die Straßen. Aufmerksam beobachteten Jim, Leonhard und Hikaru die Leute, die auf den Karren saßen. Aus einer Nebenstraße hörten sie Hufschläge. Jemand kam auf einem Pferd die Straßen entlang geritten. Rasch gingen die drei in Deckung und beobachteten, wie Khan an ihnen vorüber ritt.

„Der sucht systematisch die ganze Stadt nach ihr ab.”, flüsterte McCoy. Kirk nickte.

„Wollen wir ihm folgen, Captain?”, fragte Sulu. „Nein.”, entschied Kirk, „Wir werden den Stall suchen, wo sie das Kind zur Welt bringen wird. Khan wird von selbst dort auftauchen und wir werden ihn dort empfangen.” Wenig später verließen sie gemeinsam wieder jene Stadt, in der Jesus Christus geboren wurde.

Eine längere Zeit lang suchten sie nach jenem Stall, ohne ihn zu entdecken zu können. Als sie auf freiem Feld waren, blieben sie stehen. „So werden wir ihn niemals rechtzeitig abfangen, Jim.”, meinte Pille leise, „Wo sollen wir noch nach diesen Stall suchen?” Plötzlich hörten sie unerwartet Babygeschrei. Sofort wandten sich die drei Männer in jene Richtung um, wo sie das neugeborene Kind schreien hörten. In der Dunkelheit erkannten sie in größerer Entfernung einen Stall, aus dem verschiedene Tiere Laut von sich gaben. „Da ist der Stall, wo Maria Jesus geboren hat.”, sagte Kirk und setzte sich mit raschen Schritten in Bewegung. Sulu und McCoy folgten dem Captain der Enterprise 1701, der sich rasch dem Stall näherte. Über dem Stall war deutlich der Stern von Bethlehem zu sehen.

Kurz bevor Kirk den Stall erreichte, kam eine große Gestalt um die Ecke. Geisterhaft flatterte sein Umhang. Entschlossen stellte sich James T. Kirk in den Weg. Abrupt blieb die Gestalt stehen. Diabolisch grinsend nahm er die Kapuze ab. „Ich freue mich sehr, dass Sie der Stunde meines Triumpfes bewohnen wollen, Kirk.”, sagte Khan verächtlich, „Irgendwie hatte ich Sie hier erwartet.” „Geben Sie auf, Khan!”, forderte Jim den blonden Mann auf, „Sie sind zu spät gekommen. Das Kind wurde bereits geboren.” Khan blickte kurz zum Stall, wandte sich dann wieder dem Captain der Enterprise zu. „Zu spät bin ich noch nicht, Kirk.”, erwiderte er entschlossen, „Das einzige Problem, dass ich nun habe, ist dass ich nun mehr Menschen umbringen muss als vorgesehen.” Jim trat einen Schritt auf die Gestalt zu. „Das wird Ihnen nicht gelingen, Khan.”, entgegnete Jim. Khans Gesichtsausdruck verhärtete sich. „Wer will mich daran hindern?”, fragte er höhnisch, als er ein kleines Röhrchen aus seiner Tasche zog und etwas Glänzendes hineinsteckte, „Sie etwa, Kirk?” Lautlos drehte er sich dem offenen Fenster zu und führte das Röhrchen an seinen Mund. Entschlossen sprang Kirk den Mann an und riss diesen zu Boden. Khan gab einen Laut der Überraschung von sich und schluckte. Dann begann er zu röcheln. Kirk rollte sich zur Seite und stand auf. Röchelnd und nach Luft japsend stand Khan ebenfalls auf. Er taumelte vor Kirk. Drohend hob er den Finger und seine Lippen formten stumme Worte. Dann sackte er zusammen und gab erneut ein tiefes kehliges Röcheln von sich. Sofort traten die drei Männer zu dem genetisch veränderten Mann hin, der leblos am Boden lag. „Ist er tot?”, fragte Sulu, als Leonhard ihn untersuchte. McCoy richtete sich langsam wieder auf, nachdem er an Khans Hals nach den Puls getastet hatte. „Ich konnte seinen Puls nicht fühlen.”, gestand der Arzt, „Was er auch immer in seiner Phiole hatte. Es hat Khan das Leben gekostet.”

Erneut begann das Baby im Stall zu schreien. Jim und seine beiden Begleiter blickten zum offenen Fenster. Vorsichtig blickten sie in den Stall, wo sie das Kind in einer kleinen Krippen liegen sahen. Maria und Josef knieten vor der Krippe und beteten. Langsam zogen sich Kirk, Sulu und McCoy von dem Fenster zurück, als Hikaru einen Laut des Erstaunens von sich gab. Khan war verschwunden.

„Wo ist der denn hin?”, fragte Leonhard verdattert, währenddessen Sulu den Ort mit dem Tricorder untersuchte, wo Khan gestorben war. Einen Moment später richtete sich der Asiate wieder auf. „Der Tricorder hat jede Menge Chronoton-Partikel registriert.”, sagte er und hielt Jim das Gerät hin, um ihn die Anzeigen auf dem Display sehen zu lassen. „Dann hat die Zeit ihn wieder eingeholt, würde ich sagen, Mr. Sulu.”, antwortete Kirk trocken, „Wir sollten uns auch zurückziehen, damit niemand merkt, wenn wir ebenfalls in die Zukunft geholt werden.” Erneut begann das Baby im Stall zu schreien, währenddessen Kirk, McCoy und Sulu durch die Dunkelheit leise davongingen. Auf einem kleinen Hügel stehend, sahen die drei Männer von der Enterprise 1701 das Lagerfeuer, an dem die Hiten immer noch saßen. Doch dieses Mal war noch jemand bei ihnen. Es war eine Lichtgestalt die hell leuchtete und mit sehr ruhiger und freundlicher Stimme in ihrer Sprache zu den verängstigten Hirten sprach. Ergriffen lauschten Kirk, Sulu und McCoy jenen Worten, die deutlich hörbar zu ihnen drangen. Das muss der Engel sein, der den Hirten die frohe Botschaft über die Geburt Jesu Christi, dem Heiland verkündet!, dachte Kirk beeindruckt. Niemand merkte, wie wenig später die drei Männer wieder durch einen künstlich erzeugten Zeitwirbel verschwanden.

Star Trek - Die Kraft des Geistes - Teil 2

von jazmin_juanita

*****

 

Verwirrt blickten sich Doktor Bashir, Constable Odo und Kira Nerys auf einer kleinen Wiese um. Der Wind wehte schwach und die Sonne schien etwas blass vom diesigen Himmel herab. „Was ist passiert?”, fragte Julian und blickte von einem zum anderen, „Wo sind wir hier?” Kira klopfte sich den Dreck von ihrer Uniform und sah sich kurz um. „Ich bin mir nicht sicher.”, gestand sie, „Jedenfalls befinden wir uns definitiv nicht mehr auf Deep Space Nine.” Odo gab einen undefinierbaren Laut von sich. „Hm.”, meinte er nachdenklich, „Wo wir auch immer sind. Es ist ein Klasse-M-Planet, auf dem wir uns befinden.” „Das haben Sie gut erkannt, Gentlemen.”, antwortete Sisko, der unbemerkt hinter den dreien getreten war. „Was soll das, Commander?”, fragte die Bajoranerin verständnislos und etwas unwirsch, „Wo hat man uns denn hingebracht?” Benjamin musste unwillkürlich grinsen, wurde aber sofort wieder ernst. „Ich weiß nicht, Major.”, sagte er mit ausdrucksloser Miene, „Von Ihnen hatte ich schon erwartet, dass Sie diesen Ort wiedererkennen. Immerhin befinden wir uns auf Bajor.” Perplex blickte Nerys Jakes Vater an. „Wo sind wir?”, fragte sie nach, um sich zu vergewissern, dass sie sich nicht verhört hatte, „Wir sind auf Bajor?” Commander Sisko bejahte. „Wieso haben ich diesen Ort dann nicht erkannt, Commander?”, wollte sie wissen. „Anscheinend befinden wir uns hier nicht in der Gegenwart, Major.”, antwortete Odo, der bereits eine Vermutung hatte, „Entweder befinden wir uns hier in der Vergangenheit oder in der Zukunft von Ihrer Heimatwelt.” „Wie sind wir denn hierher gekommen, Sir?”, fragte Bashir. „Das ist eine lange Geschichte, die ich Ihnen unterwegs erklären werde.”, antwortete Sisko und setzte sich in Bewegung.

Rasch folgten ihm die anderen drei. „Wohin gehen wir?”, wollte die Bajoranerin wissen. „Wir sind zu dem ältesten Tempel Bajors unterwegs, wo die Propheten die Drehkörper erschufen.”, erwiderte Benjamin mit ernster Miene. Überrascht sah Kira Nerys den Mann von der Erde an. „Wir sind hier, um diese Artefakte vor den Palgeistern und Gul Dukat zu schützen.”, erklärte Sisko weiter. „Wieso müssen wir die Drehkörper vor ihnen schützen?”, erkundigte sich Kira, „So viel ich weiß, ist Dukat doch tot.” Sisko warf der ehemaligen Widerstandskämpferin einen Seitenblick zu. „Einerseits haben Sie Recht, Major.”, antwortete Sisko mit ernster Miene, „Andrerseits stimmt das auch nicht. Es kommt darauf an, von welcher Zeitlinie wir sprechen.” Verständnislos blickte Kira den Abgesandten an, als wäre dieser ein Geist. „Also gut.”, sagte Benjamin mit ernster Miene weiter, „Ich werden Ihnen unsere Mission mal erklären, damit Sie verstehen, was wir hier tun müssen.” Der Commander von Deep Space Nine berichtete seinen drei Begleitern, wie er unverhofft in die Vergangenheit geholt wurde und Zeuge eines ungewöhnlichen Treffen wurde. Als er ihnen von Sytanias Plänen erzählte, verfinsterte sich besonders Gesicht von Major Nerys. Aufmerksam hörten sie ihm zu und unterbrachen ihn nicht ein einziges Mal.

Nachdem Commander Sisko seinem Bericht geendet hatte, schwiegen seine drei Begleiter. Nachdem sie einen kleinen Hügel hinaufgelaufen waren, erblickten sie einen großen Tempel, der noch sehr neu aussah. Major Kira Nerys betrachtete das riesige Gebäude, das sie nur als Ruine kannte. „Das Teil ist ja gigantisch.”, meinte Julian ehrfürchtig, „Ich hätte nie gedacht, dass der Tempel so groß war.” „Ja, das ist schon beeindruckend, nicht wahr?”, sagte Odo, der ebenfalls das Gebäude aufmerksam betrachtete. Benjamin war der erste, der sich wieder in Bewegung setzte. „Los, Gentlemen, wir müssen vor unseren Widersachern den Tempel erreichen.”, sagte Sisko, „Wenn wir unsere Mission erfüllt haben, haben wir noch genügend Zeit, um uns das alles noch anzusehen.” „Wenn der dann noch steht.”, meine Odo trocken. Überrascht blickte Kira den Gestaltwandler an. „Was soll das heißen, Constable?”, fragte sie. „Nun, Major, im Allgemeinen ist doch bekannt, dass Dukat den Tempel wohl eher zerstören wird, wenn er scheitern sollte.”, antwortete Odo in einem neutralen Tonfall, „Der wird mit Sicherheit keinen Stein auf dem anderen lassen.” „Das werden wir zu verhindern wissen.”, entschied Sisko, „Wir werden schon dafür sorgen, dass Sytanias Plan nicht gelingen wird.” Ein halbe Stunde später erreichten sie den Tempel und traten ein.

Überrascht stellten sie fest, dass kein Geistlicher weit und breit zu sehen war. Es war sehr still. Die Sonne beschien den riesigen Innenhof. Mehrere Baumhaine gaben Schatten. Unter ihnen standen mehrere Bänke, auf denen niemand saß. „Wo sind denn die Leute hin?”, wunderte sich Bashir und blickte kurz auch zum Garten der Anlage hinüber, wo ebenfalls kein einziger Bajoraner zu sehen war, „Hier ist es ja stiller als auf einem Friedhof.” Nerys deutete mit ihrer Hand auf ein größeres Gebäudeteil der Tempelanlage. „Vermutlich sind die Mönche alle beim Beten.”, gab Odo zu Bedenken. „Genau das wollte ich auch sagen, Constable.”, sagte sie. „Trotzdem ist das hier viel zu ruhig.”, meinte Sisko nachdenklich, der ein ungutes Gefühl hatte, „Wir sollten zusehen, dass wir so schnell die Artefakte finden, bevor Dukat und Palgeister sie finden.” Entschlossen ging Benjamin auf eine Tür zu, die offen stand. Ohne zu zögern trat er ein. Rasch folgten ihm die anderen.

Ein schwacher Lichtschein erhellte einen langen Korridor. Leise gingen die vier Offiziere von Deep Space Nine auf die Lichtquelle zu, die leicht flackerte. Als sie das Ende des Korridors erreichten, blieben sie stehen. Sisko riskierte einen kurzen Blick um die Ecke und wandte sich sofort seinen Begleitern zu. An seinem Blick erkannten Bashir, Kira und Odo, dass sie zu spät gekommen waren.

„Ah, Commander Benjamin Sisko.”, hörten sie die wohlbekannte Stimme des Cardassianers, „Ich freue mich, dass Sie mich hier besuchen. Kommen Sie nur her und wenn Sie nicht alleine hier sind, dann bringen Sie auch Ihre Begleiter mit.” Jakes Vater fluchte und trat um die Ecke. Gul Dukat grinste teuflisch, als er den Terraner näherkommen sah. Seine Augen glühten rot, als würde in ihnen das Feuer der Hölle brennen. Er hob mahnend den Finger. „Mein lieber Freund.”, sagte Dukat mit höhnischer Stimme, „Ich sagte doch, dass Ihre Begleiter sich ruhig zu uns gesellen können. Immerhin ist das doch die Stunde meines Sieges, der Sie alle beiwohnen können. Genießen Sie diese Ehre, solange Sie noch können.”

„Dukat!”, platzte es aus Sisko heraus. Das Grinsen des Cardassianers wurde breiter.

„Gul Dukat immer noch, Commander.”, erwiderte er höhnisch, „So viel Zeit muss sein.” Benjamin gab ein abfälliges Schnauben von sich. Der Cardassianer hielt etwas in die Höhe und lachte triumphierend. „Sind sie nicht schön?”, fragte er, währenddessen er den Drehkörper weiter hochhielt und betrachtete, ohne auf eine Antwort der Neuankömmlinge zu warten, „Mein ganzes Leben lang habe ich nach allen Drehkörpern gesucht. Jetzt habe ich sie endlich alle gefunden.” Dukat wandte sich um und blickte Commander Sisko direkt in die Augen. Triumpf lag in seinen kalten Augen.

„Dukat, Sie haben nicht das Recht, den Bajoranern diese Artefakte zu nehmen.”, sagte Benjamin mit Bestimmtheit in seiner Stimme. „Das sind keine Artefakte, Commander.”, erwiderte der Cardassianer schroff, „Die wurden erst vor wenigen Stunden von den Propheten geschaffen.” Behutsam legte er den Drehkörper wieder in seinen Behälter zurück. „Wer will mich daran hindern, sie mitzunehmen?”, fragte er, „Sie und Ihre Begleiter können das jedenfalls nicht.” Er lachte dröhnend. Die Wände reflektierten sein höhnisches Lachen. Es klang in Siskos Ohren so, als ob das gesamte Gewölbe ihn auslachen würde. „Ich werde sie mitnehmen.”, fuhr Dukat fort, „Durch sie habe ich die Macht, den Bajoranern und allen anderen endgültig den Garaus zumachen. Letztendlich wird mir das gesamte Universum gehören!” „Nein, das dürfen Sie nicht!”, rief Kira entschieden, „Ich werde Sie umbringen, wenn Sie meinem Volk die Drehkörper stehlen.” In Sekundenschnelle zog die Bajoranerin ihren Phaser und richtete ihn auf den Cardassianer. Dieser lachte und zeigte mit seinem Finger auf die Waffe, die auf höchste Stufe justiert war. „Damit wollen Sie mich töten, Major?”, höhnte er und er lachte noch mehr, „Soll das ein Witz sein?” Entschlossen betätigte Kira den Abzug und ein roter Energiestrahl traf die gegenüberliegende Wand. Der Strahl war einfach durch Dukats Körper durchgegangen als wäre er nur ein Geist oder gar nicht da. Zorn glitzerte in ihren Augen.

„Was werden Sie machen, wenn Sie die Drehkörper mitgenommen haben?”, wollte Sisko wissen, „Werden Sie die Artefakte Sytania geben?” Das Lachen erstarb.

„Was erlauben Sie sich, Commander?”, entfuhr es Dukat und sah Jakes Vater hasserfüllt an, „Halten Sie mich für einen Idioten? Niemals werde ich die Drehkörper einen anderen überlassen! Verstehen Sie? Niemals! Weder Sytania noch den Palgeistern!”

Plötzlich begann der Boden zu erzittern. Ein tiefes Grollen erklang aus dem Boden und der rot aufzuleuchten begann. Wenig später öffnete sich ein Spalt, der rasch breiter wurde und ein greller Blitz schoss aus dem Spalt. Dukat stieß einen lauten gellenden Schrei aus, als dieser Blitz ihn direkt in die Brust traf. Der Cardassianer wurde innerhalb einer Sekunde in den Spalt gezogen, bis er vollständig verschwand. Sofort schloss sich der Spalt im Boden wieder und sein Schrei erstarb. Fassungslos starrten Sisko und seine Begleiter auf den Boden, in dem Gul Dukat verschwunden war.

„Was war denn das?”, fragte Julian verwundert. „Hm.”, antwortete Odo, „Anscheinend waren die Palgeister mit seinen Plänen nicht ganz einverstanden und haben ihn zurückgeholt.” Sisko und Nerys waren inzwischen an die Behälter, in denen sich die Drehkörper befanden, getreten und betrachteten sie eine Weile lang nachdenklich. „Wir müssen die Behälter mit den Artefakten in Sicherheit bringen.”, sagte Benjamin. Kira nickte. „Nur wo wollen wir sie hinbringen?”, erwiderte Odo, „Auf Deep Space Nine sind ebenso wenig sicher wie hier.” „Wir müssen sie hier lassen, Commander.”, meinte die junge Bajoranerin ernst, „Wir würden meinem Volk keinen Gefallen tun, wenn wir sie ihnen entreißen würden. Am besten ist es, wenn wir sie dorthin brächten, wie sie später von den richtigen Leuten entdeckt werden.” Sisko nickte nachdenklich. „Also gut, Major.”, sagte er, „Sie haben Recht. Wenn wir sie mitnähmen, würden wir die Zeitlinie verändern und damit auch Bajors Zukunft. Wir bringen sie woandershin.” Sofort machten sich die vier ans Werk und trugen die Kisten mit den verschiedenen Drehkörpern in einem tiefliegenden Keller der Tempelanlage, wo sie erst Jahrhunderte später gefunden werden sollten. Mit ihren Phasern verschlossen sie den kleinen Raum. Nachdem sie damit fertig waren, kehrten sie wieder in die Zukunft zurück.

*****

Janeway blickte sich in dem kleinen Raum um, nachdem sie in eine andere Zeitlinie entsandt wurde. Der Raum war ihr vollkommen vertraut, denn es war ihr Quartier auf der Voyager, als die sich noch im Delta-Quadranten befand. Unwillkürlich musste sie lächeln, als ihr die Erinnerungen an die Offiziere in den Sinn kamen, die unter ihr als Captain an Bord der Voyager gedient hatten. Spontan öffnete sie das persönliche Logbuch und las den letzten Eintrag.

Wenig später schloss sie es wieder. Sie wusste nun, in welcher Zeit sie entsandt wurde. Gut!, dachte sie zufrieden, Dann wollen wir mal ein paar Vorbereitungen für unseren Besuch bei den Borg treffen! Hinter ihr öffnete sich unerwartet die Tür und eine kleine Gestalt stand in der Tür, die abrupt stehen blieb. „Kommen Sie ruhig rein, Captain.”, sagte Admiral Janeway, „Wir haben eine Menge zu besprechen.” Ohne eine Antwort zu geben, trat die jüngere Kathryn in das Quartier.

„Wer sind Sie?”, fragte Janeway ihr Pendant aus der Zukunft, von der sie nur ihre Silhouette erkennen konnte. Admiral Janeway schmunzelte ein wenig, als sie antwortete. „Ich bin du.”, sagte sie, wobei sie wieder ernst wurde, „Um genau zu sein. Ich bin das, was du in Zukunft sein wirst, wenn es uns beiden gelingt, unsere Mission zu erfüllen.” „Was für eine Mission?”, fragte die jüngere Kathryn. Admiral Janeway nahm auf dem Sofa Platz und sah ihr jüngeres Pendant an. Captain Janeway setzte sich ihr gegenüber auf einen Stuhl. „Dann erzählen Sie mal, um was für eine Mission es sich handelt.”, forderte sie ihre ältere Doppelgängerin auf. Ohne Umschweife kam Admiral Janeway zur Sache und berichtete ihrem jüngeren Ich von der Gefahr, die alle Universen und Dimensionen sowie das Q-Kontinuum bedrohte.

„Und hast du schon einen Plan, wie wir diese Sytania besiegen können?”, fragte Kathryn ihr alter Ego aus der Zukunft. „Ja, den haben wir bereits.”, antwortete sie und erläuterte ihr detailliert ihren Plan und wie sie ihn umzusetzen gedachte. „Also unser Teil ist der, dass wir uns die neue Borgkönigin vorknöpfen sollen, damit die Sytania nicht mehr unterstützen kann, nachdem ihre Vorgängerin von dieser Entität bereits getötet wurde.”, stellte Captain Janeway fest, „Steht es denn schon fest, dass die Borg Sytania noch helfen werden?” „Das ist eben die Frage.”, erwiderte der Admiral, „Wir wissen momentan nicht, wie sich die Borg verhalten werden. Was wir vorhaben ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, damit die neue Borgqueen gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt.”

Wenig später rief Captain Janeway ihre Offiziere zu einer Besprechung in den Konferenzraum. Erwartungsvoll sahen alle den Captain der Voyager an. Janeway sah jeden von ihnen nacheinander mit ernster Miene an, bevor sie das Wort ergriff. Ausführlich berichtete sie von der Gefahr, über die sie von Admiral Janeway kurz vorher informiert wurde. „Woher haben Sie diese Information, Captain?”, fragte Chakotay. „Von mir selbst.”, antwortete sie, woraufhin sie verwirrte Blicke von ihren Offizieren erntete. „Von Ihnen selbst?”, hakte Tuvok nach, „Das ist nicht logisch.”

„Seit wann halten Sie denn Selbstgespräche?”, fragte der Holodoc auf dem Monitor besorgt, „Geht es Ihnen nicht gut?” „Vielen Dank für Ihre Nachfrage, Doktor.”, antwortete sie mit ernster Miene, „Es geht mir hervorragend.” Der Captain aktivierte ihren Kommunikator. „Kommen Sie herein, Admiral.”, sagte sie, „Es wird Zeit, dass meine Crew den Tatsachen ins Augen sieht, mit denen wir es zu tun haben.” Im nächsten Augenblick öffneten sich die Türen und ihr Alter Ego aus der Zukunft betrat den Raum. Sprachlos sahen die Offiziere Kathryns Doppelgängerin aus der Zukunft an. Tom Paris war der erste, der seine Sprache wiederfand und packte es Worte, was den anderen durch den Kopf ging. „Das ist ja total abgefahren.”, sagte er trocken, „Dann muss man doch irgendwann denken, dass man verrück ist, wenn man plötzlich mit sich selbst reden kann und auch noch konstruktive Antworten erhält.”

Admiral Janeway erklärte den Anwesenden ihren Plan, mit dem sie die Borg außer Gefecht setzen wollte. „Womit wollen sie die Borg ausschalten?”, erkundigte sich Tuvok, „Unsere Waffen reichen nicht aus, um es mit ihren Schiffen aufzunehmen.”

„Das ist mir bekannt, Mr. Tuvok.”, antwortete Admiral Janeway, „Wir werden sie an ihrer empfindlichsten Stelle angreifen und dafür brauchen wir keine konventionellen Waffen.” „An was denken Sie dabei?”, fragte Seven-of-Nine, „Mr. Tuvok sagte bereits, dass wir gegen die Borg mit den üblichen Waffen nicht ankommen.” Kathryns Alter Ego sah die ehemalige Borgdrohne an. „Wir werden sie mit ihren eigenen Waffen schlagen.”, erwiderte sie mit fester Stimme, „Wir werden auf eine List zurückgreifen, die schon einmal funktioniert hat. Wir werden einen netten kleinen einfachen Programmvirus in ihr System einschleusen.”

„Ein Programmvirus?”, fragte B’Elanna Torres zweifelnd, „Den werden sie doch sofort erkennen und löschen.” „Nicht unbedingt.”, erwiderte Seven, „Es kommt darauf an, welcher Priorität er zugeordnet wird. Je höher die Priorität ist, desto mehr Systeme werden von ihm beeinflusst.” „Könnten Sie so ein Programm entwickeln, Seven?”, fragte Janeway. „Ja, Captain.”, antwortete die Blonde, „Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis der fertig ist. Ich muss nur wissen, welche Aufgaben er erfüllen soll.” „Und wie wollen wir ihn bei den Borg einschleusen?”, fragte Torres, „Ich glaube nicht, dass die Borg sich hinstellen und sagen werden: Ja, gibt uns diesen Virus, damit wir mal etwas anderes zu tun haben als nur das ständige Assimilieren andere Völker!”

„Es gibt einen Weg, ihn unbemerkt einzuschleusen.”, sagte Seven-of-Nine, „Das könnte über meine Alkoven funktionieren. Eine Zeit lang hatte ich ja auch Kontakt zu anderen Borgdrohnen, die sich in der Unimatrix Zero aufhielten.” „Der Gedanke ist logisch.”, meldete sich Tuvok zu Wort, „Diese virtuelle Nische gibt es aber nicht mehr, um sie für unseren Zweck noch nutzen zu können. Wir müssten diesbezüglich etwas Neues erschaffen.” „Oder nach einer neuen Nische suchen.”, fügte Seven hinzu und stand auf, „Wenn Sie möchten, werde ich mich sofort an die Arbeit machen, Captain.” Janeway sah den Admiral an. Ihr älteres Pendant nickte. „Tun Sie das, Seven.”, befahl Kathryn, „Je eher der Virus fertig ist, umso eher können wir zur Tat schreiten.” Tuvok und Torres standen ebenfalls auf. „Wir müssen noch ein paar Modifikationen an Sevens Borgalkoven vornehmen, um später den Virus einschleusen zu können.”, teilte B’Elanna den anderen mit. Captain Janeway nickte. „Machen Sie das, B’Elanna.”, sagte sie, „Mr. Tuvok wird Sie dabei unterstützen.” Seven, Tuvok und Torres verließen gemeinsam den Konferenzraum.

Es dauerte mehrere Stunden, bis das Virusprogramm entwickelt wurde und die Modifikationen an Sevens Alkoven fertig waren. Beide Janeways kamen zu den Borgalkoven, nachdem Seven ihnen mitgeteilt hatte, dass alles für die Mission vorbereitet war.

Seven-of-Nine trat in ihren Borgalkoven und schloss sich an dem System an. Ihre Augen waren bereits geschlossen, als der Regenerationsmodus aktiviert wurde. Aufmerksam beobachteten Torres und Tuvok die Werte.

 

„Ab wann können wir das Programm ins Borgsystem laden?”, fragte Captain Janeway. „In wenigen Minuten.”, antwortete der Vulkanier, „Sobald Seven bereit ist wird sie uns ein Signal schicken, dass hier auf dem Display angezeigt wird.” Minutenlang warteten sie schweigend. Dann begann auf dem Display eine kleine Lampe zu blinken. „Es ist soweit.”, sagte Torres, „Schieben Sie nun den Chip rein, Lieutenant.” Tuvok folgte der Anweisung der Chefingenieurin. Kurz darauf änderten sich die Darstellungen auf dem Schirm. Das Programm wurde geladen und auf die Systeme der Borg überspielt.

„Wie lange wird es dauern, bis es eine Reaktion gibt?”, wollte Kathryn wissen. „Unbekannt, Captain.”, antwortete der Vulkanier, „Das kann bis zu mehreren Minuten dauern.” Schweigend warteten sie weiter, während Seven-of-Nine weiterhin mit geschlossen Augen in ihrem Alkoven stand.

Minuten später öffnete Seven ihre Augen und löste sich aus dem System. „Wie ist es gelaufen?”, fragte Torres. Seven sah die Halbklingonin an. „Gut.”, sagte die Blonde, „Die Borg sind für die nächste Zeit erst mal beschäftigt.”„Was macht denn der Virus, den Sie bei unseren Freunden eingeschleust haben?”, wollte der Admiral wissen. B’Elanna begann listig zu grinsen. „Wir haben ihnen ihren größten Alptraum geschickt.”, antwortete sie, „Die Borgdrohnen werden nach und nach ihre Individualität zurückerhalten, denn genau das befielt das Virus, das angeblich von der Borgqueen selbst kommt. Kodiert ist dieser Befehl als Assimilierungsbefehl.” Die beiden Janeways sahen kurz an. Dann begannen sie zu lachen.

Wenig später waren die beiden Janeways, Tuvok, Torres und Seven sowie Chakotay in den Konferenzraum zurückgekehrt. „Es gibt da noch eine Sache, die Sie uns nicht erzählt haben, Admiral.”, sagte Chakotay, währenddessen Captain Janeway sich einen Kaffee replizieren ließ, „Mit wem arbeiten Sie, oder besser gesagt, wir zusammen, um gegen diese Entität anzugehen?” „Nun, da wären schon mal die Enterprise aus den verschiedenen Zeitlinien mit ihren jeweiligen Crews.”, begann die Janeway aus der Zukunft, „Und noch einige andere Leute mehr, die noch mehr Macht haben als wir.” „Wer hilft uns denn, der noch mehr Macht hat als wir?”, wollte Captain Janeway wissen, die gerade einen Schluck Kaffee zu sich nahm. „Einer von ihnen ist Q.”, antwortete der Admiral trocken, währenddessen Captain Kathryn Janeway ihren Kaffee in einer hohen Fontäne ausspuckte. „Wie bitte!?”, platzte es fassungslos aus ihr heraus, „Sagten Sie gerade Q?” Ihr Alter Ego nickte.

Der Q?”, hakte sie ungläubig nach. Wieder nickte Admiral Janeway. Fassungslos schüttelte Captain Janeway den Kopf. „Ich fasse es nicht.”, sagte sie perplex, „Wer hat den denn umgekrempelt?” „Eine Frau aus dem 21. Jahrhundert.”, antwortete die Janeway aus der Zukunft, „Die hat ihm ganz gehörig den Kopf verdreht und seitdem die sich begegnet sind, folgt er ihr wie ein braves Hündchen.” „Wau, wau!”, meinte Kathryn, die es immer noch nicht glauben konnte. „Der menschenverachtende arrogante Q?”, vergewisserte sie sich noch mal, „Der soll sich in eine Menschenfrau verliebt haben und sich auch noch von ihr rumscheuchen lassen?” „Ja, so sieht es wohl aus.”, erwiderte der Admiral trocken, „Möchten Sie noch mehr hören?” „Nein, danke.”, antwortete der Captain der Voyager grinsend, „Heute ist mein Bedarf an Neuigkeiten aus der Zukunft vollkommen gedeckt.” „Gut.”, erwiderte die Janeway aus der Zukunft, „Dann wird es für mich Zeit, wieder dahin zurückzukehren, wo man mich vermutlich schon erwarten dürfte.” Wenig später verließ sie die Voyager und kehrte zu den anderen auf die Enterprise NX-01 zurück.

*****

„Oh.”, grinste Sytania breit, „Haben etwa schon einige Feiglinge das Weite gesucht?” Sie lachte hämisch. Ja ja, lach du nur!, dachte Jenny grimmig. Sie würde es diesem Weibstück schon zeigen. Verunsichert blickte sie zu Q. Aber der ließ sich nichts anmerken. Es fiel ihm furchtbar schwer, Jennys Schmerz zu ertragen, aber er musste sich beherrschen.

*****

Die echte Sedrin hatte sich mit Cupernica und Data in einem leeren Quartier auf der Enterprise versteckt, das Ms. Q ihnen gezeigt hatte. Außerdem hatte sie sich von Bord des Shuttles eine Wanze repliziert und sie ihr angeheftet, als klar wurde, dass man zusammenarbeiten würde. Darüber bekamen sie jetzt alles mit, was im Konferenzraum gesprochen wurde. „Ma’am.”, begann die Celsianerin salutierend. „Die leitende technische Offizierin meldet den erfolgreichen Umbau der Waffensysteme. Mr. O’Brien hätte da noch ein paar Fragen.” „Was gibt’s?”, lächelte die Agentin. „Nun.”, setzte O’Brien an. „Warum um alles in der Welt brauchen wir die Waffen überhaupt? Wir haben doch ein mächtiges Wesen an unserer Seite.” „Ganz einfach.”, antwortete Cupernica, die sich unaufgefordert ins Gespräch gemischt hatte. „Die Q, insbesondere Mr. Q, lernen langsam, uns Sterbliche zu respektieren. Durch sein Zusammensein mit Commander Janzen hat er wahrscheinlich seine Meinung geändert und billigt uns zu, dass wir zumindest mithelfen können, dieses Problem zu lösen. Außerdem weiß er ganz genau, wie geknickt Sytania wäre, käme es dazu, dass ein paar einfache Sterbliche mithalfen, sie zu besiegen. Und nun los, ab in den Konferenzraum! Bringen wir die liebe Sytania mal ein wenig ins Schwitzen!”

*****

In diesem Augenblick betraten Agent Sedrin, Cupernica und Data den Konferenzraum. „Was für eine illustre Truppe.”, meinte Sedrin grimmig. „So sieht man sich also wieder, Ms. Q.” Sytania sah verblüfft die echte Agent Sedrin an: „Wie bitte? Wo bitte sehen sie eine Ms. Q?” Sedrin grinste. „Na dann schauen Sie sich doch mal Commander Janzen genauer an. Ich wette, die haben Sie für einen harmlosen Menschen gehalten, aber das ist die ganz bestimmt nicht!” „Ach, wie nett.”, grinste Sytania, dann hab ich ja noch mehr Hilfe.”

In diesem Moment sah Jenny Spock an, der nickte. Alles war abgesprochen. Alle standen in den verschiedenen Zeitlinien bereit. Sie hatte bereits sowohl von der Erde, von Bajor, als auch von der Voyager die Informationen, dass die entsprechenden Gegenspieler besiegt waren. Spock, Jenny und T`Pol planten eine zeitüberspannende geistige Verbindung aufzubauen, die Sytania besiegen sollte. Genau das taten sie jetzt.

Als Sytania diese geistige Präsenz spürte, wich sie überrascht zurück. „Was…?? Ich dachte… Ms. Q??”, stotterte sie. Jenny antwortete grimmig: „Tja, das hättest du wohl gerne gehabt was? Na dann wundere dich mal weiter! Ich habe nämlich Agent Sedrin und ihre Leute nur glauben lassen, ich wäre Ms. Q.” Sytania reagierte etwas irritiert und dadurch bekamen Spock und Commander Janzen die Chance, Sytania zu schwächen. Doch nachdem Sytania die Überraschung überwunden hatte, drängte sie die Menschen und die Vulkanier gnadenlos zurück. Mit aller ihr zur Verfügung stehenden Kraft stellte sich Jenny der Entität entgegen. All ihre Wut und ihre Kraft legte sie in ihren Geist. Doch Sytania war unerbittlich und stark. Immer mehr drängte sie die mentale Verbindung zurück. T’Pol und auch Tuvok, der die Verbindung auf der Voyager hielt, konnten nicht mehr standhalten und fielen aus der Verbindung raus. Geschwächt sanken beide zusammen. Nur Mr. Spock und Jenny kämpften verbissen weiter. Als Jenny schon fast glaubte, verloren zu haben, spürte sie, wie eine starke Kraft sie stützte. Überrascht stellte sie fest, dass es Q war, der ihr da zu Hilfe kam. Q…, ich dachte…!, ließ sie Q wissen. Oh mein Liebling, ich habe noch nie jemanden so geliebt wie dich, hast du wirklich geglaubt, ich könnte dich hintergehen?!, antwortete er. Es tut mir leid, Q, ich hätte nie an dir zweifeln dürfen!, gab Jenny zurück. All das spielte sich in Bruchteilen von Sekunden ab. Nur Spock bekam etwas davon mit, schwieg aber.

Plötzlich keuchte Sytania: „Q! Was soll das…?? Du sollst mir helfen und nicht…” In diesem Moment wurde Sytania mit einem grellen Blitz gegen die nächste Wand geschleudert und rührte sich erst einmal nicht. Erschöpft sahen sich Spock, Q und Commander Janzen an. „Geschafft!”, seufzte Jenny. Als Sytania sich wieder regte, sagte sie: „Tot ist sie leider nicht, schade eigentlich, ABER…” und damit wandte sich Jenny direkt an Sytania: „Solltest du noch einmal auch nur versuchen, irgendwo in Zeit oder Raum Unheil anzurichten, dann glaub mir, werden wir es wissen und dich finden. DU wirst nie wieder einen Fuß auf den sprichwörtlichen Boden bekommen, dafür werden wir sorgen.”

******

Geschlagen und aufs tiefste gedemütigt verschwand Sytania. Alle atmeten erleichtert auf. Agent Sedrin allerdings war doch sehr verwirrt. Jenny bemerkte das und fragte: „Sedrin, ist alles in Ordnung mit Ihnen?” „Äh ja schon, obwohl ich nicht wirklich verstehe, was hier gespielt wird.”, erwiderte diese. Commander Janzen reichte Sedrin die Hand: „Nun Sedrin, es tut mir Leid, dass ich Sie in dem Glauben lassen musste, Qs Exfrau zu sein.” „Ist schon okay, aber warum eigentlich?”, fragte Sedrin. „Wir mussten Sytania überrumpeln und das ging nur, wenn jemand, den sie kennt, ihr glaubhaft einen Schock versetzen kann und das haben Sie gut hingekriegt, Agent.”, grinste Jenny.

Dann wandte Jenny sich zu Q um. Der trat zu ihr, nickte und sagte: „Ja Schatz, ich weiß, ich schulde dir eine Erklärung für mein Verhalten. Ich musste Sytania in Sicherheit wiegen und da sie in deinen Geist eindringen würde, musste ich dafür sorgen, dass du wirklich von dem überzeugt warst, was du glaubtest gesehen zu haben.” Sanft strich er ihr über die Wange. „Es tut mir wirklich Leid, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie schwer mir das gefallen ist.” Jenny ließ sich erschöpft in seine Arme sinken und meinte: „Und das ausgerechnet du, der du ja bisher mit wachsender Begeisterung alle Welt an der Nase herumgeführt hast:”, grinste sie schon wieder.

„Nur eines noch! ”, meinte Commander Data verwirrt. „Ja, Mr. Data? Sprechen Sie.”, erwiderte ihm Commander Janzen. „Wenn Sie nicht Ms. Q sind, woher hatten Sie dann die Macht, Zeitwirbel zu erzeugen und Sytania zu bekämpfen? Meines Erachtens ist ein Mensch dazu nicht in der Lage.” „Da haben Sie Recht, Mr. Data.” sagte Jenny. „Als ich mich im Kontinuum aufgehalten habe, habe ich nicht nur Informationen bekommen, sondern mir wurde auch die Umwandlung in eine Q bewilligt.” Deshalb war ich dazu in der Lage, die Zeitwirbel zu erzeugen und damit Captain Kirk, Commander Sisko und Admiral Janeway in die entsprechenden Zeitlinien zu senden und auch wieder zurückzuholen.” Des Weiteren wurde die Gruppe um Agent Sedrin über die wahre Identität von Commander Janzen und ihr Verhältnis zu Q aufgeklärt.

Inzwischen waren alle wieder auf die NX-01 zurückgekehrt und auch Captain Picard und Captain Archer, die sich vor dem Kampf zurückziehen mussten, waren wieder in den Konferenzraum zurückgekehrt. Alle hatten das Gespräch zwischen Agent Sedrin, Commander Data und Commander Janzen mit angehört und staunten.

Captain Picard trat lächelnd zu Commander Janzen. „Captain, danke, dass Sie mir geholfen haben, Sie hatten mit Ihrer Aussage Recht, ich hätte nie an Q zweifeln dürfen.”

Q räusperte sich: „Nachdem sich nun alle wieder hier versammelt haben, möchte ich ein paar Worte loswerden.” Alles verstummte. „Ich danke Ihnen allen für Ihre Hilfe. Ich weiß, es fällt Ihnen schwer, mir das zu glauben, denn ich habe in der Vergangenheit viel Schaden angerichtet. Dafür möchte ich mich hier und jetzt bei Ihnen allen in aller Form entschuldigen!”, sprach Q. Alles applaudierte.

„Wie ich sehe, sind alle wieder gesund und munter zurückgekehrt. Khan wurde daran gehindert, sowohl die Maria, als auch das Jesuskind zu töten, stattdessen hat er sich selbst getötet. Admiral Janeway und ihr jüngeres Ich haben dafür gesorgt, dass die Borg lange beschäftigt sein werden und die Drehkörper auf Bajor konnten auch gerettet werden. Glücklicherweise haben wir die von Agent Sedrin in Auftrag gegebenen modifizierten Waffen nicht gebraucht. Darüber bin ich sehr froh. So konnten wir Sytania ohne all zu großes Blutvergießen besiegen.”, sprach Q weiter.

Dann wandte sich Q an seine Freundin: „Meine Liebste, niemals hätte ich geglaubt, so etwas Wunderschönes zu erleben. Du hast mir einen völlig neuen Blick auf das Leben geschenkt. Du hast mir gezeigt, wie armselig und klein ich doch eigentlich bin, gegenüber dem Wunder des Lebens. Dafür danke ich dir über alles!” Und dann sank Q auf die Knie, hielt plötzlich eine rote Rose in der Hand, sah zu Jenny auf und fragte: „Meine Jenny, willst du meine Frau werden, für immer und ewig bei mir bleiben?” Ein Raunen ging durch den Raum. Jenny sah fassungslos auf Q hinab und dann antwortete sie mit bewegter Stimme: „Ja, ja und jaaa! Du bist der Mann, nach dem ich mich immer gesehnt habe.” Q erhob sich, schloss sie stürmisch in seine Arme und alle um sie herum klatschten Beifall. Während der Beifall langsam verebbte, steckte Q seiner frisch gebackenen Braut einen Verlobungsring an den Finger. Lächelnd sahen beide sich in die Augen. „Und du dachtest allen Ernstes, ich würde dich betrügen, dabei war für mich da schon klar: entweder die oder keine!”, flüsterte er ihr lächelnd zu.

Captain Picard war der erste, der den beiden gratulierte. „Ich freue mich sehr für Sie beide.”, sprach er freundlich. „Von nun an sind Sie jederzeit auf der Enterprise herzlich willkommen, Q.” „Danke Jean-Luc, ich werde gelegentlich auf die Einladung zurückkommen, aber nun möchte ich Sie zum ersten Mal in unser beider Leben um einen Gefallen bitten.” Picard sah Q erstaunt an. „Sprechen Sie, Q, ich werde Ihnen gerne helfen, wenn ich kann.” „Jean-Luc, ich möchte Sie bitten, unsere Trauung durchzuführen.”, bat Q. „Es wäre mir eine große Ehre Q und ich hab da auch schon eine Idee!”, erwiderte er lächelnd. „Wir sprechen später weiter darüber, ich muss mal kurz weg.”, sagte er noch und verließ den Konferenzraum, um zu seiner Enteprise zurückzukehren.

Star Trek - Die Kraft des Geistes - Teil 3

von jazmin_juanita

*****


Während sich Jenny zu den anderen gesellte und man sich über das Erlebte in den anderen Zeitzonen unterhielt, verschwand Q still und leise. Er wollte zu Captain Picard, um gewisse Vorbereitungen mit ihm abzusprechen, außerdem plante er eine Überraschung für seine Verlobte. Picard war nicht sonderlich überrascht, als Q in seinem Bereitschaftsraum auftauchte. „Q, ich habe Sie schon erwartet.”, meinte er. „Ist Ihre Verlobte gut genug abgelenkt genug um Ihr Verschwinden nicht zu bemerken?”, fragte er Q, der sich in einen Sessel vor Picard`s Schreibtisch fallen ließ. „Ich denke schon.”, erwiderte Q gelassen. „Kirk und Janeway werden schon dafür sorgen, dass sie beschäftigt ist.”, fügte er lächelnd hinzu. „Dann erzählen Sie mal Jean-Luc, was haben Sie denn für eine Idee?”, fragte Q neugierig. Langsam lehnte Picard sich zurück und antwortete lächelnd: „Q, wie wäre es, wenn wir Jennys Familie und ihre Freunde aus der Vergangenheit hierher zur Hochzeit holen? Ich meine für Sie dürfte das eine Kleinigkeit sein.” „Mon Capitain, das ist eine glänzende Idee.”, erwiderte Q. „Darauf hätte ich auch alleine kommen können!”, grinste er. Dann beugte Picard sich gespannt vor: „Hm…, was halten Sie davon, Q, wenn wir die Trauung auf dem Holodeck durchführen?” Q lächelte. „Könnte es sein, dass Sie einen Plan haben, Jean-Luc?”, fragte er. Picard nickte. „Einverstanden.”, sagte Q. „Auf die Reaktion bin ich gespannt!”


*****


Mit diesen Worten verschwand Q und machte einen Abstecher in die Vergangenheit. Sowohl Commander Janzens Familie, als auch ihre Freunde staunten nicht schlecht, als er bei ihnen auftauchte und ihnen erklärte, weshalb er da sei. Alle ließen sich von ihm mit in die Zukunft nehmen. Dann begab Q sich in die Gegenwart Captain Picards und Admiral Janeways und sprach mit Captain Riker. Schließlich hatte er auch hier Abbitte zu leisten, für die vielen Male, die er ihm gewaltige Schwierigkeiten bereitet hatte. Captain Riker staunte nicht schlecht, erklärte sich aber dazu bereit, an Qs Hochzeit teilzunehmen, nachdem dieser ihm in kurzen Worten geschildert hatte, was vorgefallen war. Bei dieser Unterredung war natürlich auch Deanna Troi anwesend, die ihrem Mann hinterher nur sagte: „Es ist kaum zu glauben, wie glücklich Q ist.” Beide schüttelten fassungslos die Köpfe, freuten sich aber gleichzeitig auch, ihren ehemaligen Captain und viele Kollegen wiederzusehen.


Auf die Enterprise NX-01 zurückgekehrt, gesellte sich Q zu der Versammlung im Konferenzraum, die in angeregte Gespräche vertieft war. Er nahm Jenny beiseite und sprach: „Liebling, was hältst du davon, wenn wir die Trauung durchführen lassen, solange noch alle hier sind? Du weißt, lange dürfen sie nicht mehr bleiben, um die Zeitlinie nicht zu schwächen.” „Die Idee ist gut!”, erwiderte Jenny lächelnd. Beide wandten sich nun zu der versammelten Gruppe um Captain Kirk, Captain Archer, Admiral Janeway und Commander Sisko. „Meine Damen und Herren, bald müssen wir Sie alle wieder in Ihre jeweiligen Zeitlinien zurückschicken, aber vorher möchten wir Sie noch herzlich einladen, bei unserer Hochzeit, heute am 24. Dezember dabei zu sein.”, sprach Q. Beifall ertönte und alle gaben zu verstehen, dass sie gerne bis zur Hochzeit bleiben würden.


 


In diesem Moment betraten Dr. Beverly Crusher und die ehemalige Counselor der Enterprise NCC-1701-E den Raum. Captain Kirk bekam große Augen: „Wer sind denn diese Schönheiten?”, fragte er erstaunt. Sie wurden ihm und auch Jenny von Q vorgestellt. Deanna reichte Jenny die Hand und sprach: „Commander Janzen, es ist mir eine Ehre, die Frau kennenzulernen, die Q so vollkommen verändert hat.” „Danke, aber das ist nicht mein Verdienst, sondern es waren seine eigenen Gefühle, die ihn verändert haben.”, erwiderte Jenny bescheiden. „Na, jedenfalls hat er gesagt, Sie hätten ihm ganz schön eingeheizt.”, meinte Dr. Crusher lächelnd. „Ach? Hat er das?”, erwiderte Jenny grinsend.


„Nun Jenny, Deanna und ich sind hier, um Sie mitzunehmen und Ihnen bei Ihren Vorbereitungen für die Trauung zu helfen.”, sprach Beverly dann ernst. Jenny nickte, wandte sich zu Q, gab ihm einen Kuss, flüsterte: „Bis später.” und verschwand mit den beiden Frauen in Richtung Quartier.


Einige Stunden später begab sich die Hochzeitsgesellschaft gespannt zum Holodeck 1. Als sie jedoch das Holodeck betraten, gab es ein großes Staunen. Captain Picard hatte in der Zwischenzeit mit der Hilfe von Commander Data und Geordi LaForge ganze Arbeit geleistet. Auf dem Holodeck war der Stephansdom aus Wien des neunzehnten Jahrhunderts entstanden. Alles nahm staunend zwischen den Bänken Platz. In diesem Moment betraten auch Captain Picard und Captain Riker und seine Frau in Galauniform das Holodeck. Das Ehepaar Riker sollte den Part der Trauzeugen übernehmen.


Nachdem sich nun Captain Picard und die Trauzeugen zum Altar begeben hatten, betrat das Brautpaar das Holodeck. Ein Raunen ging durch die Menge… Q, der einen im 21. Jahrhundert üblichen, schwarzen Anzug trug, schaute auf seine strahlende Braut. Ihr Anblick war überwältigend. In der Hand hielt sie einen wunderschönen Brautstrauß aus roten Rosen. Ihr langes, weißes Brautkleid mit einem mehrere Meter langem Schleier rief bei sämtlichen Damen in der Runde ein sehnsüchtiges Seufzen hervor.


Langsam schritt das Paar zum Altar.


Dann hatten sie den Altar erreicht. Deanna nahm Jenny den Brautstrauß ab und dann sprach Captain Picard:


„Liebe Familie Janzen, liebe Freunde und Kollegen! Wir haben uns hier versammelt um heute am Heiligen Abend, das Wunder der Liebe zu feiern. Die zwei Wesen, die unterschiedlicher nicht sein können, haben einander in Liebe gefunden und wir können nur dankbar staunen. Diese beiden haben sich entschieden, ihren Lebensweg in Zukunft gemeinsam zu gehen.”


Dann wandte er sich direkt an das strahlende Brautpaar: „Liebe Jenny, lieber Q, Sie werden noch oft vor schier unlösbare Probleme gestellt werden. Sie werden sicher auch immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Aber denken Sie immer daran, Sie haben einander. Eine Liebe, wie die Ihre kann nichts so schnell erschüttern.” Er winkte dem Neffen Jennys, der die Schachtel mit den Ringen in der Hand hielt und sich nun neben das Brautpaar stellte.


Captain Picard wandte sich nun direkt an Jenny: „Commander Jenny Janzen, sind Sie bereit, diesen Mann, Q, zu lieben und zu ehren, ihm immer treu zur Seite zu stehen, in guten wie in schlechten Zeiten, bis in alle Ewigkeit, so antworten Sie mit „Ja.” Alle hörten ein jubelndes „JA!”


Weiter sprach Captain Picard: „Q, wollen Sie diese Frau, Commander Jenny Janzen, lieben und ehren, ihr immer treu zur Seite stehen, in guten wie in schlechten Zeiten, bis in alle Ewigkeit, so antworten Sie mit „Ja.” Auch sein freudiges „JA!” war im ganzen Dom klar und deutlich zu hören.


Das Brautpaar steckte sich nun gegenseitig die Ringe an die Finger, die ihnen von dem kleinen Jungen gereicht wurden.


Danach fuhr Captain Picard fort: „Kraft meines Amtes als Captain der Enterprise NCC-1701-E und im Namen Gottes erkläre euch Sie hiermit zu Mann und Frau!” Lächelnd sah er dann das Brautpaar an und sprach an Q gewandt: „Sie dürfen die Braut jetzt küssen.” Mit strahlenden Augen beugte sich Q dann über seine Frau, seine Lippen berührten sanft die ihren, seine Arme umschlangen sie und minutenlang rührten sie sich nicht. Begeistertes Gemurmel macht sich im Dom breit. Lieutenant Uhura, Janice Rand und Kathryn Janeway tupften sich mit ihren Taschentüchern, wie noch ein paar weitere Damen in der Hochzeitsgesellschaft, verstohlen ein paar Tränen aus ihren Augen.


Captain Picard gratulierte dem frischgebackenen Ehepaar, dann kamen die Trauzeugen an die Reihe und Jennys Familie. Jennys Mutter hatte Tränen in den Augen, sie konnte kaum glauben, was sich da vor ihren Augen abgespielt hatte. Aber sie sah, wie glücklich ihre Tochter war und das genügte ihr.


Schließlich wandte sich das Paar Richtung Ausgang des Doms und die ganze Hochzeitsgesellschaft folgte Ihnen.


Als alle den Dom verlassen hatten und sich um das Paar versammelten, um ihnen zu gratulieren, ertönten plötzlich die Glocken des Doms. Da lächelte Jenny und sprach zu den Anwesenden. „Die Stille Nacht hat begonnen. Wir haben das Holodeck nebenan weihnachtlich geschmückt. Ich möchte Sie alle einladen, mit uns den Heiligen Abend zu feiern.” Alles stimmte zu und man wandte sich dem Holodeck 2 zu.


*****


Laute des Staunens und Bewunderns ging durch die Menge der Hochzeitsgäste, als sie zusammen das zweite Holodeck betraten. Vor ihnen stand ein riesengroßer Weihnachtsbaum, der hell erleuchtet war. Unter dem Baum lagen unzählige Geschenke, deren Verpackungen in den verschiedensten Farben glänzten und glitzerten. Am Rand einer sehr großen Tanzfläche war eine große Kapelle, die musizierte. „Wie schön das ist.”, flüsterte Hoshi Sato voller Bewunderung. „Ja, das ist wirklich sehr schön dekoriert worden.”, pflichtete ihr Uhura bei, „Wer dafür auch immer zuständig war: Er hat sehr gute Arbeit geleistet.” Nachdem mehrgängigen Menü eröffneten das Brautpaar traditionsgemäß den Tanz. Es dauerte nicht lange bis die Tanzfläche voll war.


Kirk und Leonhard standen etwas abseits und der Captain der Enterprise 1701 betrachtete die tanzenden Gäste. Unbemerkt gesellte sich Spock, der sich vorher noch eine Zeit lang mit Mr. Tuvok, Mr. Vorik, T’Pol und Lieutenant Saavik unterhalten hatte, zu Kirk und McCoy. „Nun, Mr. Spock.”, sagte er nachdenklich, „Was halten Sie von der ganzen Sache?” Der Vulkanier, der wie so oft seine Arme hinter sich verschränkt hielt, ließ seine Augenbrauen nach oben klettern. „Es ist faszinierend, Captain.”, antwortete Spock gelassen, „Wenn ich ein Mensch wäre, würde ich jetzt anfangen, über die Liebe nachzudenken.” Leonhard setzte bereits zu einer Bemerkung an, als Spock seine Hand hob und ihn damit zum Schweigen brachte. Er wusste bereits, was Pille zu sagen beabsichtigte. „Ich sagte, wenn ich ein Mensch wäre, Doktor.”, fuhr der Vulkanier fort, „Aber weil die Liebe eine Emotion ist, ist es für einen Vulkanier unlogisch, darüber nachzudenken.” Sprachlos sah McCoy Sareks Sohn an. Kirk begann unwillkürlich zu lächeln. „Mein lieber Mr. Spock.”, sagte er verschmitzt, „Sie denken bereits darüber nach.” Verwirrt sah Leonhard von einem zum anderen, währenddessen Spocks Augenbrauen erneut in die Höhe kletterten. „Jim.”, sagte der Arzt daraufhin, „Wenn er plötzlich anfängt, über die Liebe nachzudenken, dann stimmt mit ihm definitiv etwas nicht. Das ist nicht mehr normal.” James Tiberius Kirk legte seine Hand auf McCoys Schulter. „Es gibt keinen Grund, in Panik zu geraten, Pille.”, grinste er, „Heute ist unser guter Mr. Spock so menschlich wie noch nie.” Leise lachend schritt der jüngste Captain der Enterprise davon und ließ einen verwirrten Doktor Leonhard McCoy sowie einen Spock zurück, dessen Augenbrauen erneut nach oben wanderten.


Währenddessen saßen Hikaru Sulu zusammen mit Pavel Chekov, Montgomery Scott und Uhura an einem Tisch. Ausführlich erzählte der Asiate den Dreien von seinen Erlebnissen in der Vergangenheit der Erde. „Und du hast wirklich die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind im Stall gesehen?”, fragte Pavel mit einem starken russischen Akzent. Sulu nickte. „Das ist beneidenswert.”, meinte Uhura mit versonnenem Blick, „Ich wäre sehr gern dabei gewesen.” „Ich auch.”, gestand Chekov, „Wäre bestimmt eine Erinnerung, die man nie mehr vergessen würde.” Hikaru nickte. „Darauf kannst du dich verlassen.”, erwiderte er nachdenklich. „Ich glaube, diese Mission dürfte für uns alle die wichtigste sein, an der wir jemals teilgenommen haben.”, meinte Scotty und legte tröstend seine kräftige Hand auf die Schulter des Russen, „Wir haben alle etwas Besonderes erlebt.” „Und eine ganze Menge über die Liebe gelernt.”, fügte Uhura hinzu und deutete mit einer Hand auf das glückliche Brautpaar, das engumschlungen miteinander tanzte.


Hoshi stand direkt neben Captain Archer und Tucker, der von einem Ohr bis zum anderen grinste. „Ich verstehe das nicht, Sir.”, sagte die zierliche Frau zu Jonathan gewandt, „Warum hatte Sie mich nicht mit Captain Kirk und Doktor McCoy in die Vergangenheit geschickt?” „Ich hätte zu gern erfahren, welche Sprachen die Menschen damals in Palästina tatsächlich gesprochen haben und welche von ihnen wirklich die Muttersprache von Jesus Christus war.”, fuhr sie fort. Jonathan sah die Linguistin verständnisvoll an. „Das ging leider nicht.”, antwortete er mit Bedauern in seiner Stimme, „Aber wir brauchten Sie für alle Fälle hier, falls Sytania auf die Idee kommen würde, eine Geheimsprache einzusetzen, die keiner von uns entschlüsseln könnte. Hätten man Sie mit in die Vergangenheit der Erde entsandt, hätte das schreckliche Folgen für alle haben können, weil uns in dem Fall Ihre linguistischen Fähigkeiten gefehlt hätten. Das Risiko konnten wir alle nicht eingehen.” Behutsam legte Archer beide Hände tröstend auf Satos Schultern. „Glauben Sie mir.”, sagte er mit einem Blick, in dem Hoshi deutlich lesen konnte, dass er die Wahrheit sagte, „Auch ich wäre zu gern selbst dabei gewesen, um das Jesuskind zu sehen.”


Jean-Luc betrachtete nachdenklich Q, der mit seiner glücklichen Braut tanzte. „Das ist wohl ein Bild, an das wir uns wohl alle erst gewöhnen müssen, Sir.”, meinte Riker mit einem verschmitzten Grinsen, als er zusammen mit Deanna zu ihm tat. „In der Tat, Numm…Captain Riker.”, gestand Picard, „Aber Commander Janzen ist ja auch eine außergewöhnliche Frau.” „Sie werden doch wohl nicht…?”, begann Deanna mit gespielter Besorgnis. Picard verzog das Gesicht. „Nein, nein, Counselor…Ms. Riker.”, antwortete er nachdenklich, „Es ist nur so, dass ich erst vor kurzem zwei meiner besten Offiziere gehen lassen musste.” „Und jetzt müssen Sie Commander Janzen gehen lassen.”, konstatierte die dunkelhaarige Halbbetazoidin, „Und das betrübt Sie.” Unwillkürlich nickte der Captain der Enterprise-1701-E. „Ja, so ist es.”, sagte Jean-Luc, „Es ist immer schade, wenn gute Offiziere die Enterprise verlassen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen.” Alle drei blickten nachdenklich zum tanzenden Brautpaar hinüber. „Und die beiden stellen sich der größten Herausforderung im Leben, der Liebe, der man sich nur stellen kann.”, sinnierte Deanna, „Für beide hat die Reise erst begonnen.” Picard nickte nachdenklich. Schweigend beobachteten die drei die tanzenden Gäste auf der Tanzfläche.


*****


Indessen trat Commander Sisko zu den Dreien. „Der Gedanke, dass Q sich in eine Menschenfrau verliebt hat ist ja schon sehr gewöhnungsbedürftig, aber dass er sich jetzt auch noch in einer irdischen Kirche trauen lässt, wo er sich doch immer für gottähnlich gehalten hat, ist schon erstaunlich.”, sagte er zu Captain Picard. Dieser nickte lächelnd. „Ja, Benjamin, da haben Sie völlig Recht.” Q, der die Unterhaltung gehört hatte, wandte sich zu Commander Sisko um und sprach: „Sie haben Recht, Benjamin, aber wenn diese hübsche Frau hier es geschafft hat, mir beizubringen, was Liebe ist und ich lernen durfte zu lieben, warum soll es dann nicht auch einen Gott geben, der aber tausendmal mächtiger ist als ich es je sein werde?” Dann schnappte er sich Deanna und entschwebte mit ihr auf die Tanzfläche während seine Braut sich lächelnd einen Weg durch die Menge zu Geordi LaForge bahnte: „Komm mal bitte mit, Geordi, ich muss dir jemanden vorstellen.”, bat sie, schnappte sich seinen Arm und begab sich mit ihm ans andere Ende des Raumes, wo an einem Tisch ihre Freunde aus der Vergangenheit zusammen mit ihrer Familie saßen.


Bei der Gruppe angekommen sprach sie den Blindenstock schwingenden Carlos an: „Carlos, ich weiß, wie sehr du immer davon geträumt hast, Geordi einmal persönlich kennenzulernen. Darum möchte ich dir hiermit Commander Geordi LaForge vorstellen.” Sie wandte sich zu Geordi um und sagte noch: „Geordi, dass ist quasi ein Fan von dir, irgendjemand hat nämlich aus der Zukunft eure Abenteuer in die Vergangenheit gebracht und daraus eine Serie gedreht.” Geordi reagierte erstaunt: „Das war bestimmt die Besatzung des Zeitschiffs Relativity, die sind ja öfter mal dort, hab ich von Tom Paris gehört.” Jenny nickte „Könnte sein, schließlich waren die es auch, die sich auf der Erde mit uns in Verbindung gesetzt haben.”


Dann wandte sie sich ihrem Exmann zu, der sich inzwischen angeregt mit Hoshi Sato unterhielt. „Aldo, Commander Data und einige weitere Mitglieder der Linguistikabteilung möchten sich mit dir unterhalten, soll ich dir ausrichten…ach ja, Hoshi kann dich ja begleiten.” Mit einem wissenden Grinsen wandte sie sich um und schritt zur Tanzfläche zurück.


*****


Kurz vor Mitternacht gaben Q und Jenny den Musikern ein Zeichen, woraufhin die Musik verstummte. Ein leises Murmeln ging durch die Menge. „So, jetzt kommt das, worauf alle Damen schon lange gewartet haben.”, verkündete Jenny lächelnd und hielt dabei den Brautstrauß in die Höhe, „In wenigen Augenblicken werden wir erfahren, wer von Ihnen die nächste Braut sein wird.” Sofort drängten sich mehrere der Frauen auf der Tanzfläche zusammen, währenddessen Jenny sich umdrehte und sich zum Wurf des Brautstraußes bereitmachte. Leises Kichern und Lachen erfüllte den Raum. Jenny warf Q einen fragenden Blick zu. Dieser nickte und Jenny warf. Kurz darauf begannen die ersten zu klatschen. Jenny wandte sich wieder zu der Menge auf der Tanzfläche um. Major Kira Nerys hielt den Strauß in ihren Händen.


Dann wurde es dunkel. Irritiert blickten sich die Anwesenden nach allen Seiten um. Sofort erhob Q seine Stimme. „Keine Panik, verehrte Gäste.”, sagte er amüsiert, „Das ist kein Grund zu Beunruhigung. Das gehört eher zum Programm.” Erschrocken zuckten die ersten erneut zusammen, als es laut knallte und ein schwaches Licht aufflackerte. Alle blickten gebannt nach oben, nachdem sie realisiert hatten, dass es ein Feuerwerk war, das man am Firmament abbrannte.


*****


Wenige Stunden nach Mitternacht raunte Q seiner frisch gebackenen Ehefrau etwas ins Ohr. „Es wird Zeit, dich von deiner Familie und deinen Freunden zu verabschieden.”, flüsterte er leise, „Sie müssen als erstes in ihre Zeit zurück.” Jenny sah ihren Mann traurig an. „Muss das jetzt schon sein?”, fragte sie mit feucht werdenden Augen. „Leider ja, Liebes.”, antwortete er zärtlich, „Bei ihnen ist es wichtigsten, dass sie so rasch wie möglich in ihre Zeit zurückkehren, damit niemand in der Vergangenheit merkt, dass sie fort sind.” Jenny löste sich aus der innigen Umarmung mit Q und schritt schweren Herzens zu ihren Freunden und zu ihrer Familie hinüber. Ihre Mutter blickte auf und erkannte sofort an Jennys Blick, dass die Zeit des Abschieds gekommen war.


„Wir müssen wieder zurück, nicht wahr?”, fragte sie und stand auf. Jenny nickte. Die ersten Tränen begannen ihr über die Wangen zu kullern. „Ja, ihr müsst vorher wieder zu Hause sein, bevor jemand merkt, dass ihr allen nicht dort seid, wo ihr eigentlich sein müsstet.”, sagte Jenny schluchzend. „Aber du wirst uns doch besuchen kommen?”, fragte ihr Vater, als er sie in ihre Arme schloss und fest an sich drückte, „Durch die Zeit telefonieren können wir leider noch nicht.” Die junge Braut musste unwillkürlich schmunzeln, als sie antwortete. „Wer weiß, wie lange das noch dauern wird, bis das möglich ist.”, sagte sie und wischte sich dabei eine weitere Träne aus dem Auge, „Es sei denn, du würdest versuchen, so etwas zu erfinden.”


„Na ja, Zeit ist relativ.”, meldete sich Carlos zu Wort, „Zumindest für dich. Die zweihundert Jahre dürften für dich doch schnell vergehen.” Jenny wandte sich dem blinden Mann zu, der nervös mit seinem Stock hantierte. „Einerseits ja.”, antwortete sie, „Trotzdem ist das eine sehr lange Zeit für mich. Ihr bekommt davon ja gar nichts mit, weil ich später ja zu jederzeit euch besuchen kann. Die Zeitdifferenzen merke nur ich.” Dann gab sie Carlos die Hand.


Zum Schluss wandte sie sich ihrem Exmann zu. Aldo sah sie mit einem Blick an, den sie nicht recht deuten konnte. Was hatte das wohl zu bedeuten? „Tja.”, sagte er etwas fröhlicher, als ihm in Wirklichkeit zumute war, „Das Leben ist eine Reise, in der man sich begegnet und eine Zeitlang aneinander begleitet, bis sich ihre Wege wieder trennen.” „Ej, das war ja sehr philosophisch.”, sagte Jenny, als sich beide umarmten. „Is’ doch wahr.”, gab Aldo missmutig von sich, als sich die beiden wieder voneinander lösten. Prüfend sah sie ihn an. „Was is’?”, fragte er verunsichert und versuchte dabei eine Träne wegzuwischen. „Es gibt da etwas, was ich dir anbieten könnte, wenn du daran Interesse hast.”, sagte die Braut leise. Fragend sah ihr Exmann sie an. „Was meinst du?”, fragte er verwundert, „Wovon sprichst du?” „Nun ja, ich könnte dafür sorgen, dass du in Zukunft in der Zeit von Hoshi Sato bleiben kannst, wenn du Lust hast.” Verdattert sah Aldo sie an. „Na, ich weiß nicht, ob das richtig wäre.”, meinte er unsicher, „Die Frage ist doch letztendlich, welche Folgen das für die Zeitlinie hat, wenn ich einfach in dieser Zeit bleiben würde.” „Das musst du entscheiden.”, erwiderte sie, „Ich kann dir das nur anbieten. Du weiß zumindest, was dich in der Vergangenheit erwartet.” „Was mich in der Vergangenheit erwartet, weiß ich.”, antwortete Aldo mit ernster Miene, „Trotzdem ist das eine Sache, bei der ich mir nicht sicher bin, ob das so gut wäre, in dieser Zeit zu bleiben.” „Warum nicht?”, schaltete sich Kirk in das Gespräch ein, „Ich habe damals auch Doktor Gillian Taylor dreihundert Jahre mit in die Zukunft mitgenommen. Das geschah zwar nicht ganz freiwillig, aber sie findet sich in ihrer neuen Gegenwart gut zurecht.” Aldo dachte kurz über Jims Worte nach. Dann nickte er entschieden. „Also gut.”, sagte Aldo, „Ich bleibe hier. Allein aus medizinischer Sicht werde ich hier wohl einiges mehr gewinnen. Außerdem habe ich mich schon immer gefragt, wie man sich als lebendes Fossil fühlen muss.” Kirk begann zu grinsen. „Na dann herzlich willkommen in der neuen Zukunft.”, sagte er, „Das ist eine sehr mutige Entscheidung.”


„Eigentlich hat Aldo Recht.”, meinte Carlos nachdenklich, „Vielleicht sollte ich auch hier bleiben.” Jenny sah den Blinden an. „Aus medizinischer Sicht wäre das für dich bestimmt nicht verkehrt.”, überlegte Jenny laut. „Wieso nur aus medizinischer Sicht?”, entgegnete Carlos mit ernster Miene, „Ich meine aus technischer Sicht im Allgemeinen. Oh Mann, allein die ganze Computertechnologie in dieser Zeit würde mich schon sehr reizen um hier zu bleiben!” Jenny sah Q an, doch dieser schüttelte entschieden mit dem Kopf. „Das ist leider nicht möglich, mein lieber Carlos.”, antwortete er, „Du muss in deine Vergangenheit auf jeden Fall zurück, weil du dort noch eine sehr wichtige Schlüsselrolle spielen wirst.” „Ich?”, fragte der Blinde überrascht, „Eine Schlüsselrolle in meiner eigenen Zeit?” „Ja.”, antwortete Q ernst, „Du wirst noch einiges in Bewegung setzen, nachdem du dich einer Widerstandsgruppe angeschlossen hast. Deshalb ist es so wichtig, dass du in deine Zeit zurückkehrst. Erst wenn du deine Aufgabe erledigt hast, können wir dich ohne Folgen in diese Zeit holen.” Carlos machte ein nachdenkliches Gesicht und seufzte.


„Na schön.”, sagte er schließlich, „Dann schickt mich zurück. Je eher ich meine Aufgabe hinter mich gebracht habe, umso eher kann ich wieder hierher zurückkommen und mich mit den ganz modernen Computern beschäftigen!” Q nickte zufrieden. „Also so sei es.”, sagte er und brachte mit Jenny zusammen ihre Familie und Freunde wieder in die Vergangenheit zurück. Anschließend wurden auch alle anderen Hochzeitgäste nach und nach in ihre jeweiligen Zeitlinien zurückgeschickt. Zu guter Letzt brachten Q und Jenny zusammen Captain Jean-Luc Picard und seine Crew auf die Enterprise 1701-E zurück.


Im Bereitschaftsraum setzten sich Picard, Jenny und Q zusammen an den großen Schreibtisch. Lange sahen sie sich einander an, ohne etwas zu sagen. „Ich hoffe, Sie werden bald eine neue Offizierin an meiner Statt haben, Captain.”, sagte Jenny etwas wehmütig. „Sie haben Ihren Rang als Commander, den ich Ihnen ehrenfalber verliehen habe, gut ausgefüllt.”, erwiderte Picard aufrichtig. Jenny lächelte dankbar.


„Ich danke Ihnen, Sir.”, erwiderte die Frau aus der Vergangenheit, „Ich danke Ihnen auch für Ihre Überraschung mit der Hochzeitsfeier. Besonders habe ich mich über die Idee mit dem Stephansdom im Wien des neunzehnten Jahrhunderts gefreut. Sie haben mir damit eine Riesenfreude bereitet, Captain.” Q nickte. „Auch ich kann mich nur den Worten meiner Frau anschließen und Ihnen für Ihre Mühe danken, Jean-Luc.”, sagte er, „Es war ein wunderbares Fest.” Das frisch vermählte Paar stand auf.


„Es wird Zeit wieder ins Q-Kontinuum zurückzukehren.”, verkündete Q und sah dabei kurz Jenny an. Da erhob sich auch Picard hinter seinem Schreibtisch und sprach: „Dann bleibt mir nur noch Ihnen beiden alles Gute zu wünschen.” „Au revoir, mon Capitain.”, erwiderte Q lächelnd und schnippte dann kurz mit seinen Fingern. Dann verschwanden beide mit einem Lichtblitz. Picard trat an den Replikator und orderte einen heißen Earl-Grey-Tee. Mit dem Glas in der Hand trat er ans Fenster und sah nachdenklich in die Ferne hinaus. Jetzt ist alles so, wie es sein sollte!, dachte er zufrieden.


ENDE


von Matthias Wieprecht, Andreas Rößler, Bianca Trs, Jenny Rößler, November - Dezember 2008

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