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Van Canto, A Capella Heavy Metal, geht das überhaupt?

Als ich auf ProSieben im Quatsch Comedy Club diese Band sah, dachte ich auch nur, „Oh wei, was wird das denn jetzt?“. Aber je länger das Medley lief, desto neugieriger wurde ich. Irgendwie erinnerte mich das daran, wie ich selber zu meinen Lieblingsliedern vor der Anlage sitze und „dudududu dam dam ratata“ vor mich hindudelte. Nur, diese Leute machten das auf der Bühne, koordiniert und meinten das auch noch ernst! Es gefiel mir, aber ich muss ehrlich sagen, ich hatte Bauchschmerzen vor lachen. Nicht, weil es blöd war, sondern weil jemand mit etwas auftrat, was ich für mich immer als blöd angesehen habe. Stellt euch mal vor, jemand hätte mich dabei gesehen, wie ich da so Gitarren und so nachmache… Aber bei den Leuts von Van Canto klang das total gut irgendwie. Und es war mal was völlig anderes.

Also kaufte ich mir „A Storm to Come“, das erste Album von Van Canto. Und es war riesig gut. Viele Songs haben mir richtig gefallen. Zwar musste ich immer noch grinsen bei der Vorstellung, jemand würde mich beim Mitsingen ertappen… 🙂 Aber es bohrte sich so ins Ohr, und wollte da nicht mehr raus… 🙂

Beim Album „Hero“, dem zweiten Album, lachte ich nicht mehr! Spätestens hier war klar, die meinen das völlig ernst und können das auch noch derartig gut, dass es eine wahre Freude war, das Album zu hören. Die Covers von Blind Guardian, auch eine meiner Lieblingsbands, Nightwish und Iron Maiden waren so detailliert und mächtig arrangiert, dass es einem schon eine Gänsehaut gemacht hat.

Als dann noch „Tribe of Force“ rauskam, konnte ich kaum glauben, dass man das noch steigern kann. Auch, dass Gastsänger wie Tony Kakko von Sonata Arctica oder der Sänger von Grave Digger dabei waren, war der Hammer. Zumal ich Sonata Arctica vorher gar nicht kannte, aber jetzt so ziemlich alle Alben von denen habe. Das war eine sehr schöne Nebenentdeckung. 🙂

Steigerung um Steigerung, und die Spannung wuchs. Fast jede Woche mindestens ein mal habe ich auf der Website von Van Canto nachgesehen, wann denn das nächste Album rauskommt. Und kürzlich war es so weit, „Break the Silence“ erschien am 23.09.2011. Und wie man an meinen Tweets sehen konnte, hat mich das Teil echt vom Hocker gerissen! Also ganz ehrlich, 12 Titel, davon 11 Ohrwürmer, das muss denen erst mal wer nachmachen!

Dumm ist nur, ich habe die Variante bei iTunes gekauft. Da fehlt Track 13, „A Storm to Come“. Ich hatte jetzt bei einem Freund die Gelegenheit, das Stück zu hören, und ich bin echt enttäuscht, das ich nicht die CD gekauft habe. Dieses Stück muss man echt haben. Achtet also darauf, wenn ihr das Album kaufen wollt.

Ich frage mich echt, ob eine Steigerung überhaupt noch geht. Was da aus iTunes rausgefallen ist, ist Heavy Metal vom feinsten, A Capella natürlich! 🙂

Wer sich übrigens mal einen Eindruck davon machen will, wie das denn so klingt, kann sich auf Van Cantos Homepage umsehen. Die haben auch einen offiziellen Youtube-Kanal, wo viele offizielle Videos zu finden sind. man muss also nicht die Katze im Sack kaufen… 🙂

Ich bin mir sicher, von denen hören wir noch einiges! Zumindest hoffe ich das doch mal. Eine derart schräge Idee, die derart eingängig und fesselnd präsentiert wird, ist schon genial!

In diesem Sinne, RAKKA-TAkKA Mo….. Na, dass ist dann doch nix für dieses Blog… Ich meine, der ganze und unzensierte Spruch… 🙂 Aber die Vancantians wissen schon, was da hingehört… 🙂

Rock’n’Roll Picknick

Und es begab sich im Jahre des Herrn 2009 am 15. Tag des August … So geht das ja gar nicht, noch mal zurückspuhlen und von vorn…

Das Herrenwald Stadion in Stadtallendorf war voll! Die Sonne schien, die Grashalme wippten im Takt, die Ameisen steppten, Hummeln flogen Loopings und die Blue Angels der Wespen-Airforce flogen elegante, aber absolut lästige und nervtötende Tiefflugangriffe auf unsere Cola-Becher! Kurz gesagt, 4500 Menschen, mindestens ein Polizeihubschrauber und eine unbestimmte Anzahl weiterer Wesen hatten sich versammelt, um zu picknicken! 🙂 Ja, da saßen tatsächlich Leute mit Picknickdecken im Gras! Wieso auch nicht, das Wetter bot sich ja geradezu an! Aber wer nicht picknicken wollte, da gab es auch Buden mit Döner, Würstchen oder Pizza!

Während Heike und ich also verzweifelt unsere Cola gegen die Blue-Angels-Wespen verteidigten, betrat die erste Vorgruppe die Bühne!

Softeis, eine Band von der ich bisher nie gehört hatte, war die erste Band. Gefiel mir richtig gut. Ein paar Rockklassiker, ein paar Songs, die ich nicht erkannt habe, und auch was von Bon Jovi. Also, wenn ich mitkriege, dass die wieder irgendwo spielen, bin ich dabei. Hat mir außerordentlich gut gefallen, und ein herrlicher Einstieg!

Und was kam dann? Warum, zum Teufel, hat mir niemand gesagt, dass die Rodgau Monotones auftreten?! Dann hätte ich meine CDs von früher rausgeholt und die Texte noch mal durchgeübt! Aber egal, ging ja alles gut! Aber, boa hat das gedauert, bis ich geschnallt habe, wer da singt! Aber richtig geil!

„Ein Leben für Lärm“, hey, das ist doch mal ’ne Ansage! 🙂
„Nutella is all“, ja, da würde mir auch anders werden … 🙂

„Wir sind auf einem Status Quo Konzert“, keift es von links hinter mir!
„Status Quo, waren das nicht die, die Higway to hell gesungen haben?“ Dem tieffliegenden Plastikbecher konnte ich gerade so noch ausweichen! 🙂

Dann natürlich die ganzen Klassiker! Mein Freund Harway, Kleiner Pirat, Frach misch net, … Natürlich war ich am Grölen wie blöde!

„Wann kommt endlich Status Quo?“, krächzte die Stimme links hinter mir!
„Status Quo, ist das nicht der Zustand, den man erreicht, wenn man den ganzen Tag im Bundestag sich gegenseitig in die Tasche lügt und die Sitzung ohne Ergebnis beendet aber glaubt, dem Volk einen Gefallen getan zu haben?“, fragte ich vorsichtig, wieder Ausschau nach Plastikbechern haltend…

Aber die Schimpfkanonade, die dann über mich hereinbrach, tippe ich jetzt nicht ab …. 🙂

Die haben da noch ein paar Sachen abgezogen, leude, die kann man net erzähle, des muss man erlebe! 🙂

Nur eines weiß ich jetzt ganz genau: Ich bin als Hesse geboren, und werde das auch immer bleiben! Wie konnte ich daran nur zweifeln?! Tja, ich als unfreiwillig nach NRW immigrierter Hesse bin wieder zu Verstand gekommen! 🙂

Und dann ging die Sonne unter …

Bühne 1
Bühne 1

Da standen sie, die echten, die einzigen, die einzig wahren, Status Quo!

Leider konnte ich früher keine Bilder machen, weil ich sonst direkt in die Sonne fotografiert hätte. Das hätte nix genutzt.

Bühne 2
Bühne 2

Und die rockten natürlich gleich los. Ich muss zugeben, ich kenne von den meisten Liedern die Namen nicht, aber gehört hatte ich die alle schon mal. 🙂

Bühne gezoomt
Bühne gezoomt

Ich hatte mich bei den Rodgaus ja schon fast heiser gegrölt, aber bei „In the Army now“ verabschiedete sich meine Stimme dann gänzlich.

Bühne gezoomt 2
Bühne gezoomt 2


Insgesamt kann ich nur eines sagen: „GEILER TAG!“

Nur… Eine Frage quält mich jetzt noch: War ich auf einem Status Quo Konzert, wo Rodgau Monotones die Vorgruppe waren, oder war ich auf einem Rodgau Monotones Konzert, wo zufällig auch Status Quo gespielt haben? Ich bin mir da echt nicht mehr sicher … 🙂

Falls in eurer Nähe eine der drei Bands auftreten sollten, kann ich euch nur empfehlen, hinzugehen. Spaß und Rock sind garantiert!