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Kleinstadt-Kabarett: Arnulf Rating in Stadtallendorf

Man muss von vorne herein sagen: der Stadtallendorfer Kulturverein hat es nicht leicht. Die westhessische Stadt hat rund 19.000 Einwohner und erfüllt geradezu bilderbuchartig gängige Klischees einer Arbeiterstadt: rund 20% Ausländeranteil, Subkulturenrudelbildung und jedes Viertel bleibt unter sich. Deutsche und Ausländer sowieso. Die REP haben es in die Stadtverordnung geschafft und die AfD hatte dort ihren Parteitag.

Unnötig zu sagen, dass politisches Kabarett dort nicht gerade auf fruchtbaren Boden fällt. Und so war es wohl kaum verwunderlich, dass sich genau 38 Leute in die Stadthalle am gestrigen Samstagabend zu Arnulf Rating verirrten.

Für mich war diese Zahl allerdings peinlich und zum Fremdschämen, denn der 64jährige Rating gehört zweifellos zur Elite der deutschen Kabarettisten. Er tourt seit Anfang der 90er Jahre durch Deutschland (ist aber seit den 70ern schon aktiv), gilt als „Kabarettist der alten Schule“. Im Vorbeigehen hat Rating die wichtigsten deutschen Preise abgeräumt.  Er ist also bei Weitem kein kleines Licht in der Szene.

Rating bewies gestern Abend auch wieder, dass sein Ruf ihm nicht umsonst vorauseilt. Andere Kollegen hätten sich vielleicht angesichts der kleinen Zuschauermenge nicht sonderlich angestrengt, aber für Rating (und das spürte man deutlich) galt der Kodex der Berufsehre.

Und so fackelte er in dem eineinhalbstündigen Programm „Ganz im Glück“ ein kabarettistisches Feuerwerk ab, unterlegt mit einem ganzen Arm voller Tageszeitungen (vor allen Dingen an der BILD biss er sich fest), deren Schlagzeilen dann kommentiert wurden: „Jedes dritte Kind in der Hauptstadt lebt von H4 – na ja, immerhin lebt es“.  – Thema: Pegida: „Da laufen Menschen, die tragen das T-Shirt aus Bangladesh, haben ihr Handy aus China, den Coffee to go vom Starbucks – und das Brett vorm Kopf von IKEA.“- „Die BILD-Zeitung vor drei Jahren: nehmt dem Griechen den Euro weg -wieso, hab ich mich gefragt? Haben die noch einen?“- „Rentner muss als Osterhase arbeiten. Weil das Geld nicht reicht. Da muss der für die Kleinen seine Eier verstecken“.

Zum Thema Jugend und Zeitungen: „Wenn Jugendliche in der Bahn eine Zeitung finden, wissen die doch gar nicht, was sie machen sollen. Sie wischen erst drüber, wundern sich, warum das Display nicht verändert, stellen die Zeitung hochkant, sind verwirrt, dass das Display sich nicht mitdreht und versuchen dann, ein Aufladekabel anzuschließen, weil vielleicht der Akku leer ist Ich weiß gar nicht, wie die auf dem Klo zurechtkommen.“

Im wilden Ritt ging es dann über Uschi von der Leyen – das blonde Gift – hin zu Merkel (die Lady Gaga aus der Uckermarck): „Sie belauschte jüngst Planungen von Obama und Putin, 20 Millionen Muslime und einen Zahnarzt umzubringen. Merkel, empört: Wieso einen Zahnarzt?“ Obama: Ich hab´s Dir doch gesagt, Vladimir: wer fragt schon nach 20 Millionen Muslimen?“. Rating ließ sich über die „Merkel-Raute“ aus – die typische Handgeste der Kanzlerin, „das umhüllte Nichts, in dem die ganze FDP verschwunden ist“.

Zum Thema Islam: mehr  als 50% der dt. Bürger hätten Angst vor dem Islam – nicht vor dem Islamismus. O-Ton-Rating: „Ach? Etwa Angst vor dem türkischen Gemüsehändler? Was soll der machen? Mit Gurken schmeißen?“.

Mit im Programm waren drei Charaktere: Schwester Hedwig, Dr. Mabuse und Fred Ferkelmann. Der schrullige Dr. Mabuse hat es sich zum Ziel gesetzt, die deutschen Patienten gesund zu machen. Er hatte eine Praxis in Berlin neben dem Bundestag – aber, so Schwester Hedwig – es sein kein Abgeordneter gekommen. Aber die Kränksten kämen ja meistens nicht.

Der Doktor derweil züchtet Schnitzel aus Stammzellen, um sie im 3D-Drucker auszudrucken und die Bevölkerung zu ernähren. Die BRD sei durch die Wende fett geworden, habe Rückenprobleme, seit Mitterrand die DM entfernte und den Euro einführte. Waigel und Kohl hätten ihr Übriges getan und das Volk in das kollektive Wachkoma versetzt. Merkel und Gauck knüpfen – mit guter Ausbildung in der DDR-Komaklinik – da an.

Schwester Hedwig – selbst jenseits der 50ig – steht dem Doktor zur Seite, gibt ihm öfters eine Spritze – und wird am Ende entsorgt, als Fred Ferkelmann auf der Bildfläche erscheint. Ein Unternehmensberater,  der herumhüpft wie Hans Rosenthal auf Speed und dessen erklärtes Ziel es ist, aus Mabuses Praxis einen „Global Player“ zu machen, indem er die Praxis wie Doc Morris ins Netz verlegt, der von „power“ und „perfection“ redet und vom „local business“. Der vom Publikum fordert, Opfer zu bringen – mit bösem Seitenhieb auf den deutschen Praktikanten, der in GB an Überarbeitung starb. Wenn Stadtallendorfs Bürger sich nicht aufraffen würden, müssten sie sich nicht wundern, wenn sie keinen unterirdischen Bahnhof wie in Stuttgart, keinen Berliner Flughafen und keine Autobahn bekämen. Dann könnten sie ja weiter Regionalbahn fahren.

Mabuse erhält am Ende 3 Mio für die Praxis, die er allerdings nie sieht, weil – dies sei sowieso gängige Vorgehensweise – die Franchisepraxis erst mal beliehen wird, so dass der Doktor am Ende, von der Heuschrecke sichtlich gezeichnet, erkennen muss, dass der deutsche Patient nicht heilbar ist, weil ein unrettbares, duldsames Arbeitstier.  „Das Geld ist weg und wir sind glücklich.“- „Die schlimmsten Feinde der Freiheit sind glückliche Sklaven“ – „Früher gab es keine Jobs, heute haben viele sogar zwei!“ Er, Mabuse, würde Deutschland zwei Wochen komplette Ruhe verordnen.  Aber da würde ja sowieso keiner mitmachen.  Und warum fordere keiner mal zur Abwechselung die Rente ab 67?  Der deutsche Patient, so das bittere Resümee des Abend, steht kurz vor dem Kollaps.

Das politische Kabarett in Stadtallendorf ist da weniger gefährdet: das ist sowieso schon tot.

Werwolf-Attacke in Niedernhausen: EAV in concert

 

Vor dem Werwolf die Ochsentour

Meine bessere Hälfte und ich waren am 19./20.02. in Niedernhausen b. Frankfurt, um die Erste Allgemeine Verunsicherung live in concert zu erleben.

Da ich die EAV nur als Kind bzw. Jugendliche kannte und auch nur ein paar Songs, dachte ich, wäre es mal cool, sie live auf der Bühne zu sehen, zumal die meist nur in Österreich herumgurkt. Kamil dagegen ist EAV-Fan und hat auch alle Alben.

Die EAV trat im Rhein-Main-Theater auf, eine Veranstaltungshalle mit angeschlossenem Hotel außerhalb des Ortes.

Öffentliche Anbindung ist nicht vorhanden und weil es nicht so weit auf Google Maps aussah, sind wir beide – am verschlossenen, heruntergekommenen Bahnhof angekommen – per pedes Richtung Veranstaltungsort gepilgert.

Hätten wir das mal gelassen. Es war frische 0 Grad und der Weg führt aus der Stadt ins Feld und von da – an einer Schnellstraße entlang – direkt in den Wald, wo das Hotel und die Halle liegen.  Im Sommer mögen diese 2 km keine Problem sein, aber im Winter war das eine kacke Idee.

Fass das nicht an!

Im Hotel haben wir beide dann das Doppelzimmer bezogen. Die Nacht hat uns beide (ohne Frühstück, das kostet nämlich noch mal 15 Unzen extra) 80 Euro gekostet. Das ist nicht billig, aber ich für meinen Teil war mit dem großzügig eingerichteten Zimmer mit Bad zufrieden.

Während ich also das Bad okkupiert habe, hat Kamil das Zimmer mit seinen Händen erkundet. Und weil der auch wirklich alles anfassen muss, fand er im Bad schließlich etwas, das aussah, wie eine Eieruhr. Kamil musste natürlich sofort daran herumdrehen – und während ich gerade fertig mit Schminken war, wurde es auf einmal richtig heiß im Bad. Die „Eieruhr“ war ein Timer für eine installierte Heizungsanlage, die speziell wohl dazu dient, dass man z.B. beim Duschen vorheizen kann.  Ich hab dann gesehen, dass ich da raus bin.

20:00 Uhr – Werwolf-Attacke – meine Ohren!

Kurz vor 20 Uhr sind wir beide dann in die Veranstaltungslocation aufgebrochen, die auch gut gefüllt war.

Die seit 1977 existierende EAV, derzeit bestehend aus Thomas Spitzer, Klaus Eberhartinger, Kurt Keinrath, Franz Kreimer, Aaron Thier und Alvis Reid mag zwar in die Jahre gekommen sein und die großen Kostümshows haben sich auch deutlich reduziert – aber leiser sind sie deswegen kein bisschen.

Von Anfang an wurde musikalisch – in bester Werwolf Manier – zum Rundumschlag ausgeholt: gegen „das Boot ist voll“-Rufe, gegen die „Hure Europa“ im Rahmen von TTIP mit den USA, gegen die Scharia, gegen die moderne Arbeitswelt, die immer mehr Leistung fordert und und und.  Songs wie „unscheinbarer Bua“ thematisierten den Weg eines gemobbten Niemands zum Amokläufer, „Bankrott“ beschäftigt sich mit Staatsverschuldung, „Maschine rennt“ mit Höchstleistung, die aber nirgendwo hinführt. Markenzeichen der EAV: Kritik versteckt in Texten, die beim ersten Hören lustig oder als kompletter Stuss daherkommen, beim zweiten Mal Hören aber eine sehr deutliche Botschaft vermitteln. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an „Märchenprinz“ (großes Maul und nix dahinter), „Jambo“ (Heiratstourismus) und“Samurai“ (Sextourismus), die auch an diesem Abend in Niedernhausen wieder gespielt wurden, allerdings ein wenig flotter als die ursprünglichen Originale. So kam „Banküberfall“ im „Mission-Impossible“-Thema daher.

Bedauerlicherweise habe ich persönlich nur schwer etwas verstehen können: wir hatten relativ gute Plätze weit vorne, aber außer Bass kam da nicht wirklich was an. Das nächste Mal dann vielleicht mit Ohrpax und weiter hinten.

Aber eigentlich hat es auch gar nichts gemacht, dass ich nicht mitgesungen habe: Kamil hat umso lauter gegröllt und war dementsprechend am nächsten Morgen heiser.

WIr sind im übrigens mit dem Taxi wieder zum Bahnhof gefahren.

Nichtsdestotrotz war das EAV erste Klasse. Ich persönlich kann mit den Jungs nicht unbedingt mehr anfangen als in den 80ern – aber meine Hochachtung haben sie allemal.

 

 

Satire – Humor im Stachelkleid: Max Uthoff in Köln

Freitagabend-Start ins Wochenende! Und damit Zeit, Kultur zu tanken. Ich und Kamil haben genau das getan und diesen Freitagabend im Comedia Theater in Köln verbracht, um uns das aktuelle Programm von Max Uthoff, welches da „Gegendarstellung“ lautet, anzusehen.

Das kleine Theater, das insgesamt ca. 600 Plätze zur Verfügung hat und unscheinbar in einer von Café und Bars übersäten Gegend liegt, war an diesem Abend mit 400 verkauften Karten restlos ausgebucht, was die Einweiserin dazu veranlasste, brüllend zu erklären, doch bitte die Reihen von der Mitte her aufzuschließen, damit Nachzügler auch noch eine Chance hätten.

Wer zuvor weder die Anstalt gesehen noch sich mit Uthoff beschäftigt hatte, hat sich an diesem Abend wahrscheinlich schon nach fünf Minuten aus dem Raum gewünscht. Der 47jährige Satiriker begann sein Programm mit Megafon – und stolzierte – Aussagen wie „Wer immer wieder dasselbe sagt, hat Recht“ von sich gebend- erst einmal quer durch den Raum, damit ja auch alle wach werden.

Kaum auf der Bühne angekommen, folgten die nächsten zwei Stunden- mit einer halbstündigen Pause dazwischen – ein wahrer Granatbeschuss von Satire auf höchster Ebene. Man konnte froh sein, wenn man zwischen zwei Themen mal Luft holen konnte – Uthoff auf jeden Fall schien bei der Geschwindigkeit, mit der er sein satirisches Feuerwerk abfackelte, überhaupt nicht atmen zu müssen.

Der Abend zeigte auch, was passieren würde, wenn man Uthoff bei der Anstalt nicht bremsen würde – ich hätte nie gedacht, dass man so viele Themen in zwei Stunden unterbringen kann – und das vor allen Dingen mit einer Bissigkeit, bei der sogar der größte Kläffer der Stadt Angst haben muss.

Angefangen von Charlie Hebdo über Pegida über unser Politiker (Rudolf Scharping fällt vom Fahrrad, Gauweiler ist ein juristischer Terrormops und Gabriel just too big to fail), beißender Spott über sein Heimatbundesland Bayern („…und ich sehe in Ihren Augen, dass Separation nicht unbedingt was Schlechtes sein muss, aber denken Sie daran, was Sie dann verpassen“) und die bayerische Lokalpolitik – die sich auf den Satz: „Oh guck mal da, ein Vogel“ zusammenfassen lässt, wenn man mal eine konkrete Äußerung von den Politkern möchte – zu der Thematik der Wirtschaftskrise und der „schwarzen Null“ (Uthoff: die schwäbische Hausfrau ins Feld zu führen, wenn es um die Neuverschuldung geht, sei Blödsinn, denn die schwäbische Hausfrau müsse ja keine Straßen sanieren oder Schulen oder Kindergärten bauen), Waffenlieferungen Deutschlands ins Ausland, moderne Arbeitssklaverei und dann hin zu dem Thema Hartz IV und Arbeitslosenbashing (Uthoff: damit man ein System nicht hinterfragt, braucht man Feindbilder, die davon ablenken. Das sind dann mit Vorliebe Wirtschaftsflüchtlinge, z.B. Sinti und Roma oder eben Hartz IV Empfänger).

Zwischenzeitlich verkündete Uthoff dann noch die neuen 10 Gebote, unternahm einen Ausflug in die heile Welt der Volksmusik, hielt einen längeren Vortrag über das männliche Geschlecht und Sex, Drogen, modernes Konsumverhalten, erklärte sich zum Feind von Hello Kitty, Prinzessin Lilifee („200 Euro für den, der Prinzessin Lilifee überfährt“) und Benjamin Blümchen („Bringt mir seine Beine und ich mache mir einen Papierkorb daraus“) und schaffte es auch noch, sich über sich selbst lustig zu machen („Wenn ich eine bewusstseinserweiternde Erfahrung machen will, nehme ich zwei Stufen auf einmal“). Als kleine Zugabe gab es dann noch ein wenig Weihnachten („Mein Weihnachtsbaum sieht immer aus, als sei er zwei Mal durch das achte Semester der Baumschule gefallen“) und die Drohung, dass man sein Publikum schon müde kriegen würde sowie einen dezenten Hinweis auf die nächste Anstalt („Wenn Sie jemanden kennen, der so ein…TED-Dingens…hat, sagen Sie ihm, er soll einschalten“) und alternative Seiten im Internet. Uthoff schärfte seinen Zuschauern nicht nur Gelassenheit im Umgang mit dem Wahnsinn des Alltags ein, es war ihm sichtbar wichtiger, dass sein Publikum sich kritisch mit Dingen auseinandersetzt und lernt, Gegebenheiten nicht als solche hinzunehmen, sondern – wie Uthoff eindrucksvoll demonstrierte – die Wahrheit dahinter zu suchen.

Abschließend sei jedem, der noch die Möglichkeit dazu hat, wärmstens empfohlen, sich Uthoff einmal selbst anzusehen.

Das wird man ja wohl mal sagen dürfen…Alltagsrassismus in deutschen Landen

Heute Morgen war ich beim örtlichen Bäcker frühstücken, bevor ich zur Arbeit bin. Neben mir drei oder vier ältere Herren, die sich lautstark unterhielten und zwar so, dass man sie gar nicht überhören konnte.

Der Inhalt – u. a.: Deutschland sei eine Kolonie – die germanische Sprache sei in Gefahr – wir würden ja jeden aufnehmen – wir würden das Geld zum Fenster hinauswerfen und die Rentner müssen bluten – andere Länder hätten im Krieg auch gemordet, aber wir wären immer schuld – früher hätte man Leute mit Ebola und ähnlichen Krankheiten einfach auf hoher See ins Wasser geworfen, heute würde man sie nach Deutschland holen…

Und als krönender Abschluss: „Ist doch so. Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen!“

Nein. Darf man nicht.

Ich habe durchaus auch meine Meinung, aber es ist für mich ein Unterschied, wie man seine Meinung vertritt. Zu sagen: ich lehne die israelische Haltung gegenüber Palästina ab, weil dies Palästina unterdrückt ist etwas anderes als die Aussage, dass alle Israelis und Juden Mörder seien.

Es ist auch immer wieder interessant zu sehen, wie pikiert manche dieser Personen reagieren, wenn sie selbst aus dem Ausland z.B. als Nazi beschimpft werden. Die eigene Meinung ist sowieso immer etwas anderes als die Meinung von anderen.

Es gibt für mich einen klaren und wichtigen Unterschied zwischen Anpöbeln auf „Bild“-Ebene und konstruktiver Kritik an einem Umstand. Meinungsfreiheit ist sicherlich eines der höchsten Güter, die wir haben. Aber Meinungsfreiheit ist kein Freibrief für Hass auf andere Menschen. Und auch wenn eine Demokratie Extreme aushalten muss – für mich hört Meinungsfreiheit ganz klar dann auf, wenn ich mit meinen Aussagen andere Menschen erniedrige und abwerte.

Das heutige Internet mit seiner Anonymität hat leider vielen Personen Tür und Tor geöffnet, die mit ihren Theorien und Meinungen den gesunden Menschenverstand geschickt untergraben und damit auch die Demokratie aushöhlen. Das beginnt bei den Kondensstreifen und hört bei den Reichsbürgern und Rechten auf.

Die AfD und ihr politischer Wahlerfolg ist in meinen Augen leider ein Negativbeispiel dafür, wie man mit „das wird man doch mal sagen dürfen“ gekoppelt mit der Unzufriedenheit der Wähler schnell zum Politikum wird. Wären jedoch Afd-Konsorten an der Macht, dann würde man eben nicht mehr „das wohl noch sagen dürfen“.

Ich weiß nicht, ob es Leuten wie den Rentnern nicht klar ist, was ihre Aussagen für andere bedeuten oder ob sie eher getreu dem Motto gehen: ich war im Krieg, also darf ich das und ehrlich gesagt ist es mir auch egal. Aussagen dieser Art sind nichts anderes als Rassismus pur, getarnt als bloße Meinungsfreiheit.

Ich bin zunehmend entsetzt darüber, was heutzutage alles als Meinungsfreiheit durchgehen soll, ohne dass auch nur irgendeiner es hinterfragt. Aktuelles Beispiel: Xavier Naidoo und sein Ausflug zu den Reichsbürgern, der seinen Auftritt tatsächlich als Meinungsfreiheit verstanden haben will wider der „massentauglichen Meinung“. Dass diese Mitmenschen den deutschen Staat als gar nicht existent betrachten, dass sie Steuern verweigern, Beamte bedrohen und noch andere irrsinnige Spielchen treiben und damit die „massentaugliche Meinung“ (nämlich in dem Fall ein funktionierender deutscher Staat, dessen Gesetze beachtet werden) aushöhlen, ist ihm dabei in seinem Streben nach globaler Liebe wohl entgangen.

Und wenn dann jemand tatsächlich Meinungsfreiheit betreibt – tja, dann endet das in einer Posse wie wir sie gerade bei der ZDF-Anstalt vor Gericht erleben. Im Übrigen ging der Schuss nach hinten los: der Kleinkrieg hat so viel Wind aufgewirbelt, dass man nicht davon ausgehen kann, dass die Leserschaft des Zeitungsmagazins das vergessen wird. Denn das gewisse Magazin löscht alle Beiträge der Leser, die irgendetwas mit dem Fall zu tun haben – ein Paradebeispiel, wie Meinungsfreiheit unterdrückt wird, weil jemand kein Rückgrat hat – und zieht damit den Unmut der Leser auf sich, der sich langsam aber sicher in einen Shitstorm verwandelt, je länger das Spielchen dauert.

Wenn man also nicht – wie die heute-show im ZDF- eine eigene „Gegendarstellungsabteilung“ hat, die nichts anderes macht, als dumme Sprüche, die unter dem Banner der Meinungsfreiheit gefallen sind, durch eine Gegendarstellung wieder auszubügeln, sollte man eine alte Regel beachten: man darf zwar alles denken, aber nicht alles sagen. Entweder weil du bei deinem Gegenüber ins Fettnäpfchen trittst – oder in dein eigenes.

A Schaffner´s Paradiese

Heute früh: ich sitz im Bummelzug nach Marburg.

In einer Kleinstadt steigt ein Jugendlicher zu, geht direkt zum Schaffner und erklärt ihm, dass er kein Ticket gezogen hat, weil er den Betrag nur in Münzen hatte und der Automat die nicht angenommen hat. Raunzt ihn der Schaffner an: „Tja, da muss man halt mal nen Schein einstecken haben!“

Das ist aber auch zu blöd, dass immer wieder so unbequeme Bahnreisende kommen und den Schaffner aus seinem Paradies ziehen müssen. Warum können die sich nicht einfach hinsetzen und die Klappe halten?

Warum beschweren die sich über Verspätungen – mein Gott, dann kommen sie halt eine Stunde später zu Hause an.Ich hab Zeit.

Und wenn ein Zug ausfällt – nehmen sie halt den nächsten.

Wie-Anschlusszug? Ja, bin ich denn die Bahn-Seite? Das weiß ich doch nicht! Da muss ich erst in meine Kabine gehen und das ablesen.

Der Tourist hat mein Englisch nicht verstanden? Tja, dann muss er eben Deutsch lernen.

Grundsätzlich bin ich als Schaffner nur für die Ticketkontrolle zuständig. Ansonsten mach ich vielleicht ein paar Ansagen und sitz ansonsten im Ersten-Klasse-Abteil (im Gegensatz zu den Bahnreisenden der 2. Klasse, die stehen nämlich auch bei völlig überfüllten Zügen, weil die 1. Klasse nicht freigegeben wird).

Ach ja, und mit Vorliebe bummel ich die ganze Strecke durch das Abteil, aber wenn Du, ja Du aussteigen wilst, daaann komm ich wie ein Tiger angesprungen und will Deine Fahrkarte sehen und zwar genau dann, wenn der Zug im Bahnhof steht.

Merkt man, dass ich sauer bin?

Ich meine, es ist ja nicht so, dass der Junge mit Absicht ohne Karte eingestiegen ist. Er hatte ja sogar den passenden Betrag für seine Strecke – eben nur in Münzen. Was wäre denn so schlimm gewesen, wenn der Schaffner dem Jugendlichen einfach sein Ticket gegeben hätte?

Da werden Schalter dicht gemacht, Personal abgebaut und in einem Kuhdorf wie dem meinen gibt es gerade mal EINEN DB-Automaten. Wenn der mal kaputt ist, was öfter mal passiert, dann helfen weder Münzen noch Scheine noch sonst was. Und ich muss dem Schaffner im Zug dann erklären, warum ich nicht dem Mann im Bahnhof Bescheid gesagt hab (weil der, seit der Schalter zu ist, auf Klopfen nicht mehr reagiert in seinem hinteren Zimmer).

Und selbst wenn er geht: Scheine spuckt der Automat sofort wieder aus, wenn sie nur leicht zerknittert sind. Über 20 Mäuse will er sowieso nix, kann er nicht wechseln.  Manchmal wechselt er aber auch so nichts.  Münzfach ist öfters verklebt.  Und wenn ich dann mit Karte bezahlen will, kommt es nicht selten vor, dass gerade an diesem Tag die EC-Kartenfunktion gesperrt ist. Und gerade am Montagmorgen ist es ganz toll, wenn man den einzigen Automaten zusammen mit 20 anderen Leuten nicht benutzten kann, weil gerade dann (um 07:00 Uhr zur Pendlerzeit!) die Kassierer der DB den Automaten leeren. Und wenn er leer ist, muss erst Windows neu starten. Tut es manchmal auch nicht gleich.

Und als Krönung bekommt man dann im Zug dauerkaputte Toiletten, Sitze mit Fußabdrücken der Vorgänger, Bierflaschen auf der Ablage, Bahnreisende, die einen extra Sitzplatz für ihre Tasche brauchen – und nicht zu vergessen: man stört das Schaffner´s Paradise.

Ich bin wirklich froh, wenn ich mein Auto hab.  Dann muss ich mir solche griesgrämigen Leute nicht mehr antun.

 

 

 

Wuppertal und die Kultur

Heute morgen sah ich einen Beitrag auf einem der dritten Programme zum Thema „Kultur“. Ein großes deutsches Institut hat 30 Städte deutschlandweit auf ihr kulturelles Angebot untersucht. Auf dem letzten Platz: Wuppertal. Kulturelles Angebot also quasi nicht vorhanden.

Das schrie geradezu nach einem Zorro der Kultur für Wuppertal. Und der kam dann auch in Form des TV-Beitrags. Man verwies gerade zu trotzig auf das Wuppertaler Tanztheater und das Orchester, die internationale Erfolge feiern würden, auf das v. d. Heydt-Museum, wo sich die „Besucher die Beine in den Bauch stehen“ und fügte dazu, dass man ja noch fünf Privattheater habe und es auch sonst genug freie Künstler gäbe.

Außerdem würde ich eine Schwesternstatistik besagen, dass die Wuppertaler viel Geld in die Kultur stecken würden. Kann ja sein – aber nicht in die Wuppertaler Kultur.

Ich war bereits mehrfach in Wuppertal und ich frage mich jedes Mal: die in dem TV-Beitrag so hoch gelobte Kultur Wuppertals – wo ist sie denn? 21:00 Uhr abends in Wuppertal – und es ist nichts, aber auch rein gar nichts los. Um 20:00 Uhr schließen die Geschäfte und ab da ist tote Hose. Und zwar richtig. Man sieht auch kaum noch Leute auf der Straße. Die sind entweder zu Hause – oder aber in Düsseldorf, das Platz 11 der Tabelle belegt und feiern dort die Kultur, die Wuppertal nicht hat.

Der Veranstaltungskalender der Wuppertaler Seite spricht da für sich. Wo sind denn die fünf privaten Theater in dem Kalender? Wo sind all die Lesungen, die kulturellen freischaffenden Künstler, die Wuppertal doch laut Beitrag hat? Das einzige, was immer wieder mal sporadisch der Stadt Leben gibt, sind die Stadtfeste oder verkaufsoffene Sonntage, da ist Wuppertal so voll, dass man meinen könnte, es gäbe etwas umsonst.

Als Gegenvergleich: die Stadt, in der ich wohne, ist deutlich kleiner als Wuppertal, hat aber keinen Abend, an dem nicht irgendwo was zum Gucken und Hören ist. Es gibt Solokünstler, Poetry-Slam, Varieté oder einfach nur mal richtig geile Mucke.

Also-Wuppertal? Quo vadis?

„Die Nacht der lebenden Trekkies“

Ich möchte mal die schöne Ecke hier nutzen, um ein bisschen Werbung für dieses Buch von Kevin David Anderson und Sam Stall zu machen, welches im HEYNE-Verlag erschienen ist.

Gleich vorneweg: ein Muss für jeden Trekkie. Wer kein Trekkie ist, sollte sich zumindest etwas mehr mit ST auskennen, ansonsten versteht er manche Seitenhiebe nicht.

Worum geht es? In Houston findet die GulfCon statt, eine ST-Con. Der Hauptcharakter, der witzigerweise Jim Pike heißt und ein traumatisierter Soldat im Ruhestand ist, arbeitet dort im Hotelpersonal. Er wartet auf seine Schwester, die mit einem kleinen Trupp anderer Trekkies bald auch eintrifft. Zunächst ist die Con ruhig, aber dann verändern sich plötzlich einige der Gäste – genauer gesagt, sterben sie und stehen als blutrünstige Zombies wieder auf. Und nicht nur das Hotel scheint betroffen, sondern auch die ganze Stadt. Pike, seine Schwester und eine kleine Gruppe von Nichtinfizierten (inklusive eines Redshirts) versuchen, aus dem Hotel zu verschwinden, was angesichts der Toten mal gar nicht so einfach ist. Und Pike wird schnell klar, diese Zombies sind nur ein Teil eines noch größeren Masterminds…

Die 35 Kapitel des Buches, die – und das ist mal eine richtig coole Idee – nach ST-Episoden benannt sind und sich auf 300 Seiten verteilen, sind randvoll mit Seitenhieben auf ST. Die Handlung ist flüssig geschrieben, eine wundervolle und sehr detailreiche Hommage auf Sciene-Fiktion und drittklassige Alien- und Zombiefilme, angefangen von der Location, über die liebevoll gestalteten Charaktere bis hin zum großen Finale.

Das Buch macht sich über sich selbst lustig, ohne zu sehr ins Lächerliche abzutrifften.

Die ca. 9,00 Euro sind in diesem Buch wirklich gut angelegt.

Bericht zur Captain´s Table Con 2011

Nachdem im FedCon-Forum angekündigt wurde, dass Sir Patrick Stewart himself zusammen mit Daniel Stewart, Kate Mulgrew, Avery Brooks und Dr. Hubert Zitt im September die Captains Table Con gestalten würde, gab´s für mich kein Halten mehr. Da musste ich hin.

Also ein Wochenendticket gekauft und ab nach Düsseldorf. Letztlich erwies sich ein Tag als völlig ausreichend – aber der war geil.

Bilder habe ich diesem Bericht leider nicht beifügen können, ich saß zu weit hinten.

Das Gefühl, wieder zu Hause zu sein, stellte sich bereits Freitagabend ein, als ich im Maritim Hotel am Flughafen Düsseldorf eintraf und mich zu der Schlange gesellte, um mein Ticket zu erhalten. Man kommt ins Foyer, sieht ein paar alte Gesichter und denkt: „zu Hause“. Und obwohl nicht alles reibungslos lief: „Deine Nummer? Öhm…bitte hierüber, das dauert noch etwas, wir müssen erst mal schauen, wo wir euch hinbringen…“, am Ende hatte ich mein Conpaket.

Der Samstag fing für mich früh an, für andere noch früher. Als ich gegen halb neun im Maritim eintraf, schlängelte es sich schon fleißig an den Tageskartenschaltern, die ab 08:00 Uhr geöffnet waren. Um 09:00 Uhr begann dann die Opening, von der Dauerspaßkanone Nessi mit einem „Opening um 09:00 Uhr? Wer denkt sich denn so was aus“? bei der Ankündigung von Host Garret Wang kommentiert wurde. Garret Wang leitete dann die Opening ein, erzählte nebenbei von seinem T-Shirt-Shop (nächstes Jahr zur FedCon bringt er T-Shirts mit) und holte nach und nach die Gäste auf die Bühne. William Shatner, der nicht konnte, hatte sich mit einem lapidaren Brief entschuldigt.

Der Erste im Programm war Dr. Hubert Zitt, der einen Vortrag zur „Energieverwendung in Star Trek“ hielt. Man konnte u. a. erfahren, dass man für eine Tasse Earl Grey aus dem Replikator durchaus die Bundesrepublik längere Zeit mit dieser Energie versorgen könne oder dass ein Raumschiff, bis es denn mal auf Impuls wäre, zwei Stunden brauchen würde (das wird natürlich rausgeschnitten, deswegen fliegt die Enterprise immer so zackig…).

Hubert Zitt folgte Kate Mulgrew nach. Und Leute, die Frau sieht hammermäßig aus. Sie gehört zu den Schauspielern, die immer hübscher werden, je älter sie sind. Mulgrew erzählte über aktuelle Theater- und Fernsehprojekte, ein bisschen darüber, wie sie sich an die Zeit von Columbo erinnert und natürlich auch über Voyager. Sie machte dabei deutlich, dass sie Sexappeal in der Serie für falsch hielt, zumindest was den Captain angeht. Mulgrew erklärte, wenn da jemand wäre, der x tausende Lichtjahre von der Erde weg wäre, über so und so viele Leben entscheiden würde und selbst später erfährt, dass der Lebensgefährte sich eine neue gesucht hat – dann muss so ein Captain alleine sein und dann ist es wichtig, dass dieser Captain Prioritäten setzt und keine Affäre mit dem ersten Offizier beginnt.

Gefragt zu ihrer Einstellung nach ST meinte Mulgrew, dass sie es schätzen würde, einem so exklusiven Club anzugehören. Für sie selbst sind Mittelmäßigkeit und das Herumpochen der Gesellschaft auf Männlein und Weiblein ein Dorn im Auge, obwohl sie sich nicht als Feministin sieht. Sie lebt ihr Leben, so wie sie es möchte und versucht, sich ihre Träume zu erfüllen.

Mulgrew hielt die Deutschen hoch, sie sei gerne in Deutschland, weil die Leute alle so höflich und freundlich und zurückhaltend wären und keiner auf die Idee käme, sie auf der Con mit einem „He Babe!“ anzusprechen.

Es folgte Daniel Stewart, Patrick Stewarts Sohn aus erster Ehe. Zusammen mit Garret Wang wurde ein kleines Interview auf der Bühne veranstaltet. Daniel erzählte über seine Zeit in London und den USA, dass er eigentlich lieber Kameramann werden wolle und nie den Wunsch hatte, zu schauspielern.

Und was ist das Größte für ein Kind? Genau, aus dem Vater-Sohn-Nähkästchen zu plaudern. So erzählte Daniel, dass er sich am Telefon gerne als sein Vater ausgibt und Firmen, die z.B. wegen offener Rechnungen anrufen, niedermacht („no, I am not mistaken, you are mistaken…by the way, I prefer SIR Patrick Stewart“).

Oder dass er für die TNG-Folge „The Inner Light“, in der mitspielte, extra Flöte spielen lernte, diese Szene herausgeschnitten wurde und sein Vater – obwohl Stewart sen. dies auf Cons immer erzählt – nicht einen Ton auf seiner Flöte in der Schlussszene spielt, sondern nur rein bläst und die Musik eingeschnitten wurde.

Oder, dass er und sein Vater in England häufig zu Fußballspielen fuhren und sein Vater eines Tages stolz eine Kassette einlegte, von der er selbst sagte, sie sei richtig cool. Auf der Kassette war beidseitig „Patrick Stewart sings Camelot“ – und die Fahrt dauerte zwei Stunden…

Am späten Nachmittag, nach den Autogrammstunden, war Avery Brooks an der Reihe. Brooks machte dem Publikum erheblich zu schaffen, weil er sich wie ein „Guru auf Koks“ verhielt, auch wenn das hart klingt. Das ganze Panel bestand aus Phrasen und philosophischen Ergüssen, weder die Orga („I see them downstairs trying to tell me to do it faster, but I won´t listen“) noch die einfachsten Fragen der immer frustrierter werdenden Fans (“Halten Sie sich selbst für einen religiösen Menschen?) konnten daran etwas ändern. Was ich aus dem Panel mitgenommen habe, ist dass Brooks DSN für eine Serie hielt, die stark geschrieben war. Brooks hatte sich nie Gedanken darum gemacht, dass es vorbei sein könnte, jede Folge brachte für ihn etwas Neues mit sich. Brooks erzählte außerdem, dass er es nicht gut fand, dass Sisko Gott wurde, weil ein Gott halt ein Gott ist und z.B. seine Kinder nicht begleiten kann, wenn sie aufwachsen.

Und dann kam der, auf den alle gewartet hatten: der Eine. Der Sir. Patrick Stewart himself.

Stewart erzählte, dass er im Moment etwa zwei Theatervorstellungen pro Abend gebe, vor Kurzem hätte er erst eine Riesentournee mit einem Stück durch die UK gemacht.

Besonders wichtig hielt er übrigens, zu erzählen, dass er kein Twitter, kein Facebook und keine Fanpage hat. Er sei darauf angesprochen worden, aber wenn man eine solche Seite finde, sei er selbst definitiv nicht daran beteiligt. Er habe a) keine Zeit dafür und b) bedeutet es für ihn, dass ein Account seine Persönlichkeit ein Stück weit freilegt und dann dürfe man sich auch nicht über mangelnde Privatsphäre beschweren.

Im Laufe des Panels erzählte Stewart, wie er zu ST kam. Dass er bei Roddenberry vorstellig wurde, dass er die Rolle bekam und eigentlich gar nicht wollte, noch weniger wollte, als er sah, dass das Ding auf sechs oder sieben Jahre angelegt sei. Man habe ihm aber erklärt – so Stewart mit einem Grinsen – dass die Serie sowieso eine Totgeburt sei und höchstens eine Staffel überleben würde…“ich muss Euch ja nicht sagen, wie viele Jahre das dann waren…“

Zum Abschluss des unterhaltsamen Panels rezitierte Stewart – der mangels Stimme nicht singen wollte – aus einem Gedicht, das ein Fan mitgebracht hatte.

So ging für mich eine wundervolle Con zu Ende.

Zum Abschluss sei darauf hingewiesen, dass Host Wang nach „Fluchtwege“ und „Umlaut“ dieses Jahr „das Hoff“ lernte (nachdem Daniel Stewart im Panel erfahren musste, dass die Deutschen Hasselhoff – mit dem Daniel auf die Schauspielschule gegangen war – wohl doch nicht so toll finden, wie er dachte). Ja, unser Harry Kim lernt fleißig Deutsch für die nächste Con.

Solitary-Kammerspiele auf P7

Gestern abend startete auf P7 die Spielshow „Solitary“.

Das Konzept:

In dieser Spielshow lassen sich 9 Kanidaten in 9 Kammern sperren, wo sie vom Computer namens Alice mit herausfordernden Spielen unterhalten werden. Nach und nach werden es weniger und wer am Ende noch da ist, hat gewonnen.

In den USA läuft Solitary mittlerweile schon in der xten Staffel – Zeit für P7, der Sender, der sich sowieso viel lieber in Hollywood sehen würde – die Spielshow auch nach Deutschland zu holen.

Die Kanidaten:

Die Kanidaten kennt keiner. Viva-Sternchen, eher erfolglose Sänger, Models, die man hin und wieder mal im Fernsehen sieht, aber eigentlich nicht beachtet.

Einer von ihnen gab übrigens schon nach knapp 1 1/2 Stunden auf. Er sei ein geselliger Mensch und fühle sich unwohl. Nu ja, das ist auch ne Möglichkeit zu sagen, dass man seine Kohle verdient hat und keine Böcke mehr hat.

Denn das Spiel findet an einem „geheimen Ort in Los Angeles“ statt (O-Ton P 7).  Wenn man den Flug und das Hotel bezahlt bekommt und auch nen hübschen Vertrag mit P 7 gemacht hat, ist es sowieso egal, wie lange man bei Solitary bleibt. Geld gibts so oder so. Da darf man ruhig mal die Memme spielen und den roten Knopf drücken, mit dem man aufgibt.

Alice:

Alice ist der Supercomputer, der die Kanidaten überwacht. Irgendwie erinnert sie mich an die Borgqueen. Nur dass letzte wenigstens noch intelligente Sachen von sich gab. Beispiel für Alice Intelligenz: „Ich freue mich schon auf unseren intensiven körperlichen Kontakt“.

Die Spiele:

Die ersten Herausforderungen für die Kanidaten: Sport mit Alice und Looking for freedom by night.

Zunächst lässt Alice die 8 verbliebenen Kanidaten wie Bunnies durch ihre Kammern hüpfen und Sport treiben, um danach zu entscheiden, wer gewonnen hat. Wow, aufregend.

Die zweite Aufgabe ist noch viiiel spannender: die Kanidaten dürfen schlafen. Aber sie bekommen einen Code, den sie sich merken müssen, der mit der Zeit länger wird und sich am Ende völlig verändert. Sie schlafen ein und dann weckt Alice sie mit Hasselhoffs: „Looking for freedom“ unvermittelt wieder auf. Die Kanidaten müssen den Code immer brav eintippen, dann hört das Gejaule auf, ansonsten geht es weiter, bis das Spiel vorbei ist.

Es ist schon beinah peinlich, zu sehen, wie manche der Gäste regelrecht hyperventilieren, weil sie den Code nicht eingeben können…

Fazit:

Wer Big Brother mag, wird Solitary lieben. Für den Rest der Zuschauer: schnappt euch eure Lieblings-DVD und macht nen Popcorn-Abend. Da habt ihr es wenigstens nicht mit einem dumm schwätzenden Computer zu tun.

Räuber meets Ignoranz

Es war einmal ein Räuberlein, das wollte einen Supermarkt ausrauben.
Also zog sich das Räuberlein seine schicke schwarze Arbeitskleidung an, bewaffnete sich und machte sich auf den Weg, einen Supermarkt zu überfallen.

Leider hatte dort keiner Lust, sich überfallen zu lassen, wie das Video beweist:

klick

Und die Moral von der Geschicht:  Kassierer werden beachtet, Räuber nicht!